Atomstreit USA wollen Iran Uran anreichern lassen

Amerikaner und Europäer wollen einem Zeitungsbericht zufolge nicht auf der Schließung aller iranischer Atomanlagen beharren - und Teheran so zu neuen Gesprächen bewegen

US-Präsident Barack Obama erwägt eine neue Strategie im Atomstreit mit Iran

US-Präsident Barack Obama erwägt eine neue Strategie im Atomstreit mit Iran

Von der neuen Haltung der US-Regierung zu Irans Nuklearprogramm berichtet die New York Times. Demnach erwägen die Amerikaner und ihre europäischen Verbündeten, von ihrer Forderung abzurücken, dass Iran seine Atomanlagen komplett schließen müsse. Bedingung: Iran müsse sich zu Gesprächen über sein Atomprogramm bereit erklären, berichtet die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe.

Ein solcher Vorschlag würde es der Regierung in Teheran erlauben, während der Verhandlungen die Wiederaufbereitung von Uran fortzuführen. Die frühere amerikanische Regierung unter George W. Bush hatte stets einen sofortigen Stopp der Wiederaufbereitung gefordert.

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Angereichertes Uran kann zum Bau von Atomwaffen verwendet werden. Iran hat immer wieder erklärt, er verfolge mit seinem Atomprogramm lediglich das Ziel der Energiegewinnung. Der Westen bezweifelt dies jedoch.

Der iranische Präsidentschaftskandidat Mir Hussein Mussawi schloss unterdessen in einem Zeitungsinterview die Aussetzung der Uran-Anreicherung aus. Niemand in Iran würde diesen Schritt billigen, zitierte ihn die Financial Times am Dienstag auf ihrer Website.

Iran werde jedoch nachweisen, dass es nur zivile Zwecke mit seinem Atomprogramm verfolge, fügte der Ex-Ministerpräsident hinzu. Bei der Präsidentenwahl im Juni gilt Mussawi als aussichtsreicher Konkurrent zu Amtsinhaber Mahmud Ahmadineschad.

Bereits gestern hatte sich Iran für neue Verhandlungen mit den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats und Deutschland über sein Atomprogramm interessiert gezeigt. Chefunterhändler Said Dschalili habe mit dem EU-Außenpolitik-Koordinator Javier Solana telefoniert und ihm gesagt, dass Iran einen konstruktiven Dialog begrüßen würde, berichtete das staatliche iranische Fernsehen.

Leser-Kommentare
    • Midway
    • 14.04.2009 um 15:43 Uhr

    Liegt der Sinneswandel bei dem neuen Präsidenten Obama? Ich denke schon. Während Bush noch von einem Krieg gegen Iran im Schlaf träumt, geht Obama seinen Pflichten als Präsident bemerkenswert gut nach. Die hardcore-tour der ex-Regierung hat nichts genutzt. Die jetztige in den USA und die in Europa denken an Zusagen für Iran nach. Dies würde die Bevölkerung im arabischen Raum zeigen, dass sie von der westlichen Welt akzeptiert werden. Während Ahmadinedschad es als Sieg der Sturrheit verkaufen will, wird die Opposition dies als "Handreichen" der westlichen Welt ansehen und dies vermitteln. So könnte es neue Chancen für den Kampf gegen den Terror und Unterdrückung ergeben.
    Wir sollten weiterhin auf den Gleis fahren, die jetzt eingeschlagen wurde.

    • Gafra
    • 14.04.2009 um 17:23 Uhr

    dass nicht wieder interessierte Kreise auch befreundeter Staaten die immer das Ohr der Neo-Cons hatten, diese neue und sicher erfolgreichere Strategie hintertreiben. Das ist allzu oft passiert, so dass ich noch gar nicht glauben mag, dass das übers Jahr hält.

  1. Mit welchen recht meint die USA allen vorschrieben zu können. Ich hoffe die USA werden in naher Zukunft für diese Arroganz bezahlen.

  2. Was hat die US-Administration und die Europäer (weiß Frau Merkel schon bescheid?) dazu bewogen, eine wie auch immer zu bezeichnende Rolle rück-/seitwärts zu vollziehen?

    Einsicht, Erkenntnis? Nein, hier wurde über Jahre falsch Zeugnis geredet, desinformiert, Angst geschürt, eine sicherlich latent vorhandene Gefahr über alle Maßen aufgeblasen.

    Nur was sind die Gründe, die eine - wohlbemerkt als Absichtserklärung in Umlauf gebrachte Offerte - Abkehr von einer immer als alternativlos beschriebene Position verständlich, nachvollziehbar machen?

    Es gibt sie nicht.

    Doch was ist die Position des Staates Israel?

    Zieht er nicht mit, was stark anzunehmen ist, dann kann und wird er diese in Aussicht gestellte "Neue Politik", "Denke", gefahrlos unterlaufen, Fakten schaffen, wie es so schön verharmlosend heißt, und eine Entspannung in dieser Region zum Scheitern bringen.

    Also, was ist zu erwarten, zu erhoffen? Wenn ich ehrlich bin, NICHTS!

    Leider, jedoch Realität.

    • Camis
    • 14.04.2009 um 18:25 Uhr

    Das war klar, es müsste nachgegeben werden. Was bleibt auch als Alternative übrig? Früher oder später müsste der Westen gegenüber dem Iran Zusage machen. Der Westen mit heutigem Zustand hat die nötige Kraft nicht gegenüber den Iran langfristig Stand zu halten. Die Gruppe 5+1 ist heute sehr schwach und stellt sich als lustige Figur dar. Jedesmal wenn irgendein Regierungschef von 5+1 etwas neu gegen dem Iran verkündet hat, haben die Tehraner sich tot gelacht. Die Iraner wissen ganz genau wie schwach die westliche Welt geworden ist. Im Westen gibt es weder das nötige Geld oder die Streitkräfte, einen Druck auf ein Land wie Iran auszuüben, das ist natürlich für den Westen sehr bitter und ein Armutszeugnis.

  3. obama zeigt sich unfaehig das vabanque spiel seines iranischen konterparts zu erkennen und laesst sich and der nase herumfuehren wie europaeer. alles zu lasten der israelis. die offenten des eitlen praesidenten obama bei seiner jagd nach symbolischen erfolgen geht in einer weise zu lasten der israelis, die ihm das amerikanische wahlvolk hoffentlich nicht zeihen wird.
    es ist zu hoffen, das die israelische luftwaffe dem spuk schon bald ein ende bereitet und obama mit show aufhoert und mit politik anfaengt, die der grossartigen amerikanischen nation wuerdig ist.
    wenn ein amerikanischer praesident bereit ist sich erzreaktionaeren regimen anzubiedern, ist mehr als das ansehen der usa in gefahr.
    die freiheit verdient es verteidigt zu werden. diese signae sollten eigentlich von amerika ausgehen.

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    • Gafra
    • 15.04.2009 um 10:31 Uhr

    Trotz Amerikas Feindseligkeit versuchte der Iran im Frühjahr 2003, ähnlich wie 1997 gegenüber der Regierung Clinton, den USA die Hand zu reichen. Chatami erklärte sich zu Verhandlungen über das iranische Atomprogramm bereit, damit klar würde, dass "der Iran nichts unternehme, um Massenvernichtungswaffen zu entwickeln oder zu besitzen". In Bezug auf den Terrorismus sagte er, der Iran werde "jede materielle Unterstützung palästinensischer Oppositionsgruppen(Hamas, Dschihad etc.) einstellen" und "Druck auf diese Organisatioen ausüben, keine Gewaltakte gegen Zivilpersonen(innerhalb der israelischen Grenzen von 1967) zu verüben."Der Iran werde sich zudem bemühen, die Hisbollah zu "einer rein politischen Organisation im Libanon" zu machen. Chatami signalisierte auch "Akzeptanz" der saudi-arabischen Friedensinitiative von 2002 und schloss darin ausdrücklich die Anerkennung einer Zweistaatenlösung ein. Außerdem wolle sich der Iran für eine Stabilisierung des Iraks einsetzen. Im Gegenzug forderte Chatami die USA auf, den Iran von der "Achse des Bösen" auszunehmen und dseinem Land nicht mehr mit militärischen Maßnahmen zu drohen. Auch sollten die Sanktionen aufgehoben werden. Zudem verlangte der Iran "vollen Zugang zu einer friedlichen Nukleartechnologie". Damit wies die von Chatami vorgeschlagene Lösung alle Bestandteile einer umfassenden Vereinbarung auf..............
    Obwohl eine Einigung mit dem Iran für die USA strategisch ausgesprochen sinnvoll wäre und diese Strategie auch innerhalb und außerhalb von Amerika reichlich Unterstützung fände, wird es in naher Zukunft wohl nicht dazu kommen.Israel und die Lobby werden mit ziemlicher Sicherheit versuchen, jeglichen Vorstoß in diese Richtung im Keim zu ersticken, so wie sie es seit 1993 konsequent tun.

    Ich füge hinzu, das taten/tun sie bei syrischen, bei irakischen, bei arabischen, bei palästinensischen Vorschlägen und Angeboten. Gafra

    • Gafra
    • 15.04.2009 um 10:31 Uhr

    Trotz Amerikas Feindseligkeit versuchte der Iran im Frühjahr 2003, ähnlich wie 1997 gegenüber der Regierung Clinton, den USA die Hand zu reichen. Chatami erklärte sich zu Verhandlungen über das iranische Atomprogramm bereit, damit klar würde, dass "der Iran nichts unternehme, um Massenvernichtungswaffen zu entwickeln oder zu besitzen". In Bezug auf den Terrorismus sagte er, der Iran werde "jede materielle Unterstützung palästinensischer Oppositionsgruppen(Hamas, Dschihad etc.) einstellen" und "Druck auf diese Organisatioen ausüben, keine Gewaltakte gegen Zivilpersonen(innerhalb der israelischen Grenzen von 1967) zu verüben."Der Iran werde sich zudem bemühen, die Hisbollah zu "einer rein politischen Organisation im Libanon" zu machen. Chatami signalisierte auch "Akzeptanz" der saudi-arabischen Friedensinitiative von 2002 und schloss darin ausdrücklich die Anerkennung einer Zweistaatenlösung ein. Außerdem wolle sich der Iran für eine Stabilisierung des Iraks einsetzen. Im Gegenzug forderte Chatami die USA auf, den Iran von der "Achse des Bösen" auszunehmen und dseinem Land nicht mehr mit militärischen Maßnahmen zu drohen. Auch sollten die Sanktionen aufgehoben werden. Zudem verlangte der Iran "vollen Zugang zu einer friedlichen Nukleartechnologie". Damit wies die von Chatami vorgeschlagene Lösung alle Bestandteile einer umfassenden Vereinbarung auf..............
    Obwohl eine Einigung mit dem Iran für die USA strategisch ausgesprochen sinnvoll wäre und diese Strategie auch innerhalb und außerhalb von Amerika reichlich Unterstützung fände, wird es in naher Zukunft wohl nicht dazu kommen.Israel und die Lobby werden mit ziemlicher Sicherheit versuchen, jeglichen Vorstoß in diese Richtung im Keim zu ersticken, so wie sie es seit 1993 konsequent tun.

    Ich füge hinzu, das taten/tun sie bei syrischen, bei irakischen, bei arabischen, bei palästinensischen Vorschlägen und Angeboten. Gafra

    • Gafra
    • 15.04.2009 um 10:31 Uhr

    Trotz Amerikas Feindseligkeit versuchte der Iran im Frühjahr 2003, ähnlich wie 1997 gegenüber der Regierung Clinton, den USA die Hand zu reichen. Chatami erklärte sich zu Verhandlungen über das iranische Atomprogramm bereit, damit klar würde, dass "der Iran nichts unternehme, um Massenvernichtungswaffen zu entwickeln oder zu besitzen". In Bezug auf den Terrorismus sagte er, der Iran werde "jede materielle Unterstützung palästinensischer Oppositionsgruppen(Hamas, Dschihad etc.) einstellen" und "Druck auf diese Organisatioen ausüben, keine Gewaltakte gegen Zivilpersonen(innerhalb der israelischen Grenzen von 1967) zu verüben."Der Iran werde sich zudem bemühen, die Hisbollah zu "einer rein politischen Organisation im Libanon" zu machen. Chatami signalisierte auch "Akzeptanz" der saudi-arabischen Friedensinitiative von 2002 und schloss darin ausdrücklich die Anerkennung einer Zweistaatenlösung ein. Außerdem wolle sich der Iran für eine Stabilisierung des Iraks einsetzen. Im Gegenzug forderte Chatami die USA auf, den Iran von der "Achse des Bösen" auszunehmen und dseinem Land nicht mehr mit militärischen Maßnahmen zu drohen. Auch sollten die Sanktionen aufgehoben werden. Zudem verlangte der Iran "vollen Zugang zu einer friedlichen Nukleartechnologie". Damit wies die von Chatami vorgeschlagene Lösung alle Bestandteile einer umfassenden Vereinbarung auf..............
    Obwohl eine Einigung mit dem Iran für die USA strategisch ausgesprochen sinnvoll wäre und diese Strategie auch innerhalb und außerhalb von Amerika reichlich Unterstützung fände, wird es in naher Zukunft wohl nicht dazu kommen.Israel und die Lobby werden mit ziemlicher Sicherheit versuchen, jeglichen Vorstoß in diese Richtung im Keim zu ersticken, so wie sie es seit 1993 konsequent tun.

    Ich füge hinzu, das taten/tun sie bei syrischen, bei irakischen, bei arabischen, bei palästinensischen Vorschlägen und Angeboten. Gafra

    Antwort auf "schlechter praesident"
    • max67
    • 15.04.2009 um 14:29 Uhr

    naja, Papier ist geduldig. alsob die Iraner auf eine Erlaubnis von Obama gewartet hätten, um Uran anzureichern. Nicht mal George Bush mit seiner Cowboy-Gehabe konnte sie davon abhalten, mit dem Atomprogramm weiter zu machen. Ausserdem die Europäer haben sowieso keine eigene Meinung, sie warten immer darauf, was der Chef aus Übersee sagt und es wird gefolgt. PS: warum redet keiner von Israelischen Atombomben oder ist es verboten, darüber zu sprechen?!!

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