Gekreuzigter Bayern-Trainer
taz lacht über Klinsmanns Klage
Jürgen Klinsmann will gegen die taz klagen. Die spricht den Bayern den Humor ab – und sagt: Nicht sie habe den Trainer ans Kreuz genagelt, sondern Hoeneß und Rummenigge

© Lennart Preiss/ddp
Klinsmann auf dem taz-Titel vom Samstag
Bascha Mika weiß nicht, ob sie spotten oder sich ärgern soll. Die Chefredakteurin der taz war jedenfalls "völlig überrascht", als sie hörte, dass Deutschlands erfolgreichster Fußballklub den Rechtsstreit mit ihrer Tageszeitung sucht. Sie habe "mehr Humor erwartet", sagt sie. Vom FC Bayern und "erst Recht" von Jürgen Klinsmann.
Nein, richtig humorig klang das Schreiben wirklich nicht, das heute in der Redaktion in der Berliner Rudi-Dutschke-Straße einging. Der Absender: die Münchner Anwaltskanzlei Gabriel und Collegen. Ihr Mandant Jürgen Klinsmann will die taz auf Schadensersatz und Unterlassung verklagen. Die Anwaltskanzlei setzt einen Streitwert von 100.000 Euro an und fordert bei Zuwiderhandlung eine Vertragsstrafe in Höhe von 50.000 Euro.
Streitpunkt ist die am Samstag erschienene Osterausgabe des Blattes. Auf der Titelseite abgebildet ist ein halb nackter, gequält dreinschauender Klinsmann, der in einer Fotomontage ans Kreuz genagelt ist. Daneben die Schlagzeile Always Look on the Bright Side of Life, beides eine Anspielung auf die Jesus-Persiflage Das Leben des Brian der Monty-Python-Komikertruppe.
Garniert mit der Unterzeile "Von Deutschlands Superstar zu Bayerns Buhmann" beschäftigte sich das Blatt mit Klinsmanns Schicksal. Seine Mannschaft hatte in der vergangenen Woche zwei Spiele gegen Barcelona und Wolfsburg deutlich verloren, insgesamt mit 1:9 Toren. Dem einst als Fußball-Reformer gefeierten Trainer droht nun der Rauswurf.
Mika sagt, die Anleihe an den Satire-Streifen und an dessen bekanntestes Zitat würden deutlich genug machen, dass die Titelseite vom Samstag "ironisch" zu verstehen sei. "Die taz nagelt Klinsmann nur im übertragenen Sinn ans Kreuz", sagt sie. "Die, die ihn wirklich fast kreuzigen, sitzen in München." Sie meint damit Klinsmanns Bosse, die knallharten Personalchefs des FC Bayern: Rummenigge, Hoeneß und Beckenbauer.
- Datum 17.4.2009 - 11:38 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Es gibt sicherlich bessere Titelbilder (auch technisch besser gemachte). Das erinnert doch sehr an Photoshop-Anfänger einer Schülerzeitung.
Was mich aber wirklich erschüttert ist die Vermutung der taz-Chefin, Klinsmann hätte Sinn für Humor! Wie weltfremd ist man in Berlin eigentlich?
äußerst treffend - pennälerniveau im photoshop und echter schmerz angesichts der vermutung der TAZ, klinsmann könne sinn für humor haben. möglicherweise versteigt sich die TAZ nie in die niederungen von sportschau & Co. - spätestens beim 2. interview mit herrn klinsmann dürfte klar werden, dass dieser nicht mal über tati lachen könnte, geschweige denn über sich und seine mir-san-mir-spezeln. also jürgen, nix für ungut einstweilen, back in california kannste mit arnie joggen ... und S04 forever
Damit meine ich nicht unbedingt die bildliche Darstellung der taz Herrn
Klinsmann als Jesus am Kreuz darzustellen ,sondern vor allem die Reaktionen der verantwortlichen bei der taz .
Mal davon ab ,das es in meinen Augen obwohl nicht gläubig eine ziemliche Frechheit ist ,den banalen Sport Fussball nun in dieser Form mit einer Weltreligion gleichzusetzen ,kann ich die Wut von Herrn Klinsmann ,wie mit ihm umgegangen wird seitens der Presse durchaus verstehen .
Und es ist diese schäbige Arroganz der taz Redaktion ,die eben auch vor
dreisten Lügen nicht zurück schreckt .
Denn es war nur und ausschließlich die Presse ,welche immer wieder nahezu krampfhaft versucht hat Unruhe und eine Trainer Diskussion
aufzuwerfen .
Frei nach dem Motto "Wenn der Verein keine Story liefert ,dann machen wir uns eine" .
Die Frage die ich mir dabei stelle ist die ,ob es nicht mal Zeit wäre über klar definierte Grenzen der Pressefreiheit nachzudenken im Umgang mit Einzelpersonen ,auch wenn sie im öffentlichen Rampenlicht stehen .
Bei den Reaktionen der taz Redakteure kommt mir nämlich der Eindruck als ob sich diese Herrschaften meinen um gar nix scheren zu müssen ,für mich geht diese Geschichte auch zu weit ,auch wenn ich weder ein Fan von Bayern noch von Klinsmann bin .
MfG Katana
Satzeichen Leertaste, nicht umgekehrt. Liest sich einfach besser.
...ihnen zu raten sich über Satire und Karikaturen kundig zu machen, bevor sie sich Gedanken über "Pressefreiheit" machen.
Sie kennen anscheinend weder den Film, noch wissen sie was eine Karikatur zu vermitteln versucht.
In diesem Film wird der Hauptcharakter 'Brian' (Nicht Jesus Christus) zweimal fälschlicherweise als Missiah gepriesen. Das erste mal als die hlg. drei Könige sich in der Hausnummer vertan haben und das zweite mal als er irgendwie/irgendwas gesagt hat, es niemand verstanden hat (er selbst eingeschlossen) und daraufhin eine Massenhysterie auslöste.
Die Abschlusszene also die Hinrichtung am Kreuz resultierte aus einer aus Gruppenzwang verübten Tat. Die eigentlichen Drahtzieher wurden nicht bestraft weil sie ihn fallen ließen, und ihre Entschuldigung dafür, vor dem gekreuzigten Brian, war auch eher pro forma.
Falls es ihnen schwer fallen sollte, können sie anstatt Brian in den obigen Text "Klinsmann" einsetzen, als Drahtzieher "Vorstand des FC Bayern" und als Massenhysterie ersatzweise "Fähnchen am Auto".
es braucht wirklich keine Presse, um Diskussionen über Fußballtrainer zu entfachen, schon gar nicht beim FC Bayern, wo ein Trainer mindestens einen Titel holen muss, um zu überleben. Außerdem gibt es "die Presse" nicht. Wenn man ihrer Argumentation überhaupt folgen wollte, müsste sich auch die TAZ an irgendwelchen Kampagnen beteiligt haben. Ich denke, das sind andere Medien wirklich wichtiger (Bild, ZDF, ARD und ähnliches).
Allerdings finde ich die Karikatur auch nicht geglückt, ich glaube jetzt auch zu wissen warum: Es fehlt der Kontext. Wer kreuzigt hier eigentlich Klinsmann. Die Presse, der Verein, der Vorstand, die Fans, die gegnerischen Mannschaften? Oder hat Klinsmann sich selbst ans Kreuz gebracht? Es wird sozusagen nur die halbe Realität abgebildet. Da hilft auch der Verweis auf Monty Python nicht weiter, der sagt ja nur: Vorsicht Satire. Wenn Satire aber nicht exakt trifft, ist sie nicht nur schlecht, sie hat es auch vor Gericht schwer. Ohne diesen Kontext könnten tatsächlich Persönlichkeitsrechte tangiert sein. Es bleibt nur: Klinsmann ist Brian. Wo ist da die Pointe? Das ganze erinnert mich an den Titanic-Titel mit dem toten Engholm in der Badewanne. Und der Titel wurde immerhin eingezogen. So leicht, wie die TAZ-Redakteure sich das vorstellen, wird es wohl nicht werden.
Und es gibt noch einen Punkt: Wäre das ganze eine gezeichnete Karikatur, sähe es wohl noch einmal anders aus, denn das schafft von vornherein Distanz. Eine Fotomontage aber kommt der "Realität" einfach näher. Das kann gut sein (so bei den Fotomontagen John Heartfields), hier ist es wohl eher ein Bumerang.
Satzeichen Leertaste, nicht umgekehrt. Liest sich einfach besser.
Die böse taz!!!
Sowas haben sie gewagt!
Das ist ja unerhört!
Und auch noch zu Ostern!
Dafür wissen wir jetzt, wer an den peinlichen Niederlagen von Bayern München in Wirklichkeit schuldig ist. Ganz recht - es ist die unverschämte Redaktion der taz - dieses rieeeeeeeeeeesigen Medienkonzerns und politischen Meinungsmachers.
(Mancheiner wird überrascht, dass jemand ausser linken Splittergruppen und ASTAs diese Zeitung überhaupt ernst nimmt)
Und welch eine edele, ritterliche Tat es von Klinsmann doch ist gegen diesen Medienriesen anzukämpfen. Auch wenn böse Zungen menen mögen, er täte das bloß aus Frust und Verzweiflung.
dass sich der Papst noch nicht eingeschaltet hat...der Islam hat sich doch bzgl. Mohammedkarikaturen auch gleich tierisch über nichts aufgeregt ;-).
Mal Spass beiseite. Selbst als Bayernsympathiesant ist diese lächerliche Klage noch mehr als peinlich! Macht eure Arbeit vernünftig, dann werdet ihr evtl. auch mal als Venus in ner Muschel dargestellt.
An die Pöbeleien von Hoeneß und Rummenigge ist man ja gewöhnt. Doch offenbar sind die im deutschen Unsympathenverein Nr. 1 kein Einzelfall:
FC-Bayern-Pressechef Markus Hörwick: "die vielleicht schlimmste Entgleisung, die es je in den deutschen Medien gegeben hat"
Ein Pressechef kennt doch sicherlich soviel deutsche Mediengeschichte, daß er schon mal vom "Stürmer" oder dem "Völkischen Beobachter" gehört hat. Gab es darin schlimme Entgleisungen, z.B. gegen Juden? Nein, halb so wild: Die "vielleicht schlimmste Entgleisung" ist Klinsmann als "Brian".
Zur Ehrenrettung der Münchner: Der FC Bayern ist der Verein für pubertierende Provinzler, die hoffen, ein paar Erfolgserlebnisse und ein wenig Glanz für sich abzubekommen, wenn sie für die Millionärstruppe halten. Der Münchner an sich leidet mit den notorisch erfolglosen 1860ern. (Wie ich als zugereister Rheinländer zu meiner Erleichterung feststellen durfte.)
der braucht eine langen Löffel.
Den hat der Optimist Klinsmann wohl nicht eingepackt, als er beim Teufel in 81504 Giesing sein Appartment bezogen hat.
Experience is the only way to understand.
mir fällt vor allem auf, wie ähnlich sich klinsmann und gottschalk sehen. auf den ersten blick hab ich gar nicht gemerkt, dass es um fussball geht. immerhin würde dann der name mal verbildlicht.
TAZ AHOI!!
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