Konjunktur DIW gesteht Unsicherheit
Die Wirtschaftsforscher vom DIW wagen für 2010 keine Prognose mehr. Mit einer Erholung rechnen sie frühestens zum Jahresende
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet im laufenden Jahr mit einem scharfen Einbruch der Wirtschaftsleistung in Deutschland. Für das Gesamtjahr 2009 sei ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 4,9 Prozent zu erwarten, teilte das DIW am Mittwoch mit. Damit senkten die Forscher ihre Anfang Januar mit minus 1,1 Prozent angegebene Prognose deutlich.
Wirtschaftsforscher hatten die Aussichten für dieses Jahr bisher überwiegend negativ beurteilt. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, verunsicherte die Öffentlichkeit zu Jahresbeginn mit einer Negativprognose von fast fünf Prozent und zog reichlich Kritik auf sich.
Die Entwicklung gibt Walter im Nachhinein recht: Im Februar errechnete das DIW für Deutschland im Quartalsvergleich bereits ein Rekordminus. Eine weitere pessimistische Annahme folgte Ende März vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), das im Jahresvergleich vor allem wegen des kräftigen Konjunktureinbruchs im Winter ein Schrumpfen um 4,8 Prozent prognostizierte. Im Dezember hatten die IWH-Fachleute nur ein Minus von 1,9 Prozent vorausgesagt. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) ließ sich vor Wochen zitieren, es sei nicht ausgeschlossen, dass die Regierung ihre eigene Prognose von minus 2,25 Prozent nicht halten könne.
Am Mittwoch sagte DIW-Chef Klaus Zimmermann nun, erst zum Jahresende sei mit einer Stabilisierung der Entwicklung zu rechnen. Dazu trügen die globalen Konjunkturprogramme bei. "Vor allem sprechen aber die niedrigen Rohstoffpreise und die dadurch sinkende Inflation für eine graduelle Erholung der Weltwirtschaft", sagte Zimmermann. Voraussetzung für eine konjunkturelle Stabilisierung sei aber eine Rückkehr des Vertrauens in die Finanzmärkte.
An den Wertpapiermärkten machte sich schon vor Wochen vorsichtiger Optimismus breit: Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung sah Mitte März eine Erholung der Wirtschaft angedeutet. Das von den Börsenexperten ermittelte ZEW-Stimmungsbarometer war – im Vormonatsvergleich – kurzfristig um 2,3 Punkte auf minus 3,5 Punkte gestiegen. Im Monat davor lag es noch minus 5,8 Punkte darunter. Seit einiger Zeit steigen auch die Kurse an den Börsen wieder.
Die Forscher wenden allerdings unterschiedliche Methoden an, um zu ihren Vorhersagen zu gelangen. Während DIW und IWH ihre Prognose auf einzelne Teilindikatoren stützen, etwa Produktion und Umsatz in einzelnen Bereichen der Volkswirtschaft, bündelt das ZEW die Einschätzung von Finanzexperten, die es regelmäßig befragt.
- Datum 15.04.2009 - 17:41 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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erspart den Zimmermann oder Sinn oder Forsa und ähnliche "Forscher". Ein immerwährendes Wunder, dass diesen modernen Schamanen noch immer Platz in den Medien eingeräumt wird. Nun geben sie zwar zu, dass sie nicht wissen, wie´s weitergeht, während sie früher Wahrheit, (Wirtschafts)Weisheit und Meinungsführerschaft für sich beansprucht hatten.
Warum aber ihr Nichtwissen weiterhin verbreitet wird, statt in den Redaktionen selber zu würfeln oder im Kaffeesatz zu lesen, will mir nicht einleuchten.
Moment ... such ... kram ...
HA! Wusst ichs doch:
Das DIW macht mit seinem Verzicht aus seiner Not eine Tugend. Dieses Institut ist aus dem Gemeinschaftsgutachten wegen mangelnder Qualität herausgeflogen. Der Chef des DIW, Klaus Zimmermann, hatte das ehemals vom Mainstream abweichende Institut in die neoliberale Phalanx der Forschungsinstitute eingereiht und Gustav Horn, den heutigen Leiter des IMK, mit ziemlich üblen Methoden rausgeworfen; auf dem Feld der Konjunkturforschung verlor das DIW daraufhin seinen wissenschaftlichen Ruf.
Mit dem Rauswurf als Gemeinschaftsgutachter floss natürlich auch kein öffentliches Geld mehr.
Von daher dürfte der Verzicht auf ein eigenes Konjunkturgutachten ziemlich leicht gefallen sein.
http://www.nachdenkseiten...
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