Deutsche Bahn Mehdorn pocht auf Abfindung in Millionenhöhe

Einem Zeitungsbericht zufolge besteht der scheidende Bahnchef Mehdorn auf die volle ihm vertraglich zugesicherte Abfindung. Gewerkschaften und Opposition sind empört

Sollte er nicht die volle Abfindung bekommen, drohe Hartmut Mehdorn der Deutschen Bahn mit juristischen Schritten, will das Handelsblatt erfahren haben. Die Zeitung beruft sich auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person. "Herr Mehdorn pocht auf die Einhaltung seines Vertrages", sagte der Insider demnach. Dieser Vertrag läuft bis Mai 2011.

Mehdorn sei im Urlaub und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, hieß es in dem Bericht weiter. Ein Bahn-Sprecher sagte der Zeitung, weder der amtierende Vorstandschef noch der Konzern würden sich vor Abschluss der Verhandlungen zu deren Inhalt äußern. Auch Aufsichtsratschef Werner Müller habe einen Kommentar abgelehnt.

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Gewerkschafter und Oppositionspolitiker reagierten empört auf die Forderung. "Es kann nicht sein, dass ein Manager, der die Eisenbahner nachweisbar hat ausspähen lassen, jetzt solche Ansprüche stellt", sagte Claus Weselsky, Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, dem Blatt. "Man kann ihn doch jetzt nicht so bezahlen, als sei alles in bester Ordnung." Verkehrspolitiker von Grünen und FDP warfen dem Manager Dreistigkeit und fehlendes Unrechtsbewusstsein vor.

Mehdorn hatte seinen Posten im Zuge des Datenskandals bei der Bahn zur Verfügung gestellt. Als Nachfolger ist der Daimler-Manager Rüdiger Grube vorgesehen.

 
Leser-Kommentare
    • pat
    • 08.04.2009 um 8:31 Uhr

    Wer Gestze missachtet und ander Personen auspionieren lässt, (und auch noch erwischt wird) sollte mit sofortiger Wirkung Fristlos entlassen werden! Desweiteren sollten solche Leute vor ein "ordentliches" Gericht gestellt werden, wo man nicht mit dem Victory Zeichen raus gehen kann.

    • rabin
    • 08.04.2009 um 8:44 Uhr

    Immer wieder werden die Klassenschranken vorgeführt.

    Eine Kassiererin wird entlassen, weil sie 1,30 Euro abgezweigt hat.Dieses Fehlverhalten ist ausreichend, um jemand in das wirtschaftliche Nichts zu stürzen.

    Diejenigen " oben" können sich Fehlverhalten grossen Stils leisten und setzen sich möglicherweise damit durch, dass ihnen nichts passiert, sie im Gegenteil finanziell so ausgestattet sind, dass sie ein Leben in Wohlstand verbringen können.

    Es ist zu hoffen, dass solche Vorfälle die Kräfte im Volk stärken, die mit diesen Ungleichheiten Schluss machen.

  1. … Politiker oder Gewerkschaftsfunktionäre die freiwillig auf Geld verzichtet haben und als Vorbild dienen können? Skandale und Rücktritte sollen dort ja auch vorgekommen sein – oder fand man die später im Euro-Parlament wieder?

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    In unseren sogenannten Eliten gibt es keine Vorbilder mehr, die Zeiten sind leider schon lange vorbei.
    Diese asozialen Eliten leben doch in einem gigantischen Süßigkeitenladen, in dem jeder so schnell und so viel wie möglich frisst und diejenigen, die das System ändern könnten (Politiker, Aufsichtsräte, Manager, ...) profitieren selber von den Mängeln dieses Systems, so dass da überhaupt kein Interesse besteht, irgendetwas zu ändern.

    Aber ich schweife vom Thema ab, wenn Herrn Mehdorn diese Ansprüche vertraglich zugesichert sind, und man - auf Deutsch gesagt - zu blöd war, ihn für die von ihm verursachten wiederholten Skandale fristlos zu entlassen, dann muss die DB ihm wohl oder übel seine Abfindung zahlen - da nützt auch der ewige Vergleich zu der 1,31€-Kassiererin nichts.

    In unseren sogenannten Eliten gibt es keine Vorbilder mehr, die Zeiten sind leider schon lange vorbei.
    Diese asozialen Eliten leben doch in einem gigantischen Süßigkeitenladen, in dem jeder so schnell und so viel wie möglich frisst und diejenigen, die das System ändern könnten (Politiker, Aufsichtsräte, Manager, ...) profitieren selber von den Mängeln dieses Systems, so dass da überhaupt kein Interesse besteht, irgendetwas zu ändern.

    Aber ich schweife vom Thema ab, wenn Herrn Mehdorn diese Ansprüche vertraglich zugesichert sind, und man - auf Deutsch gesagt - zu blöd war, ihn für die von ihm verursachten wiederholten Skandale fristlos zu entlassen, dann muss die DB ihm wohl oder übel seine Abfindung zahlen - da nützt auch der ewige Vergleich zu der 1,31€-Kassiererin nichts.

  2. ... dann lebt es sich recht ungeniert.

    Im deutschen Fernsehen kam doch der Begriff "Everybodys Arschloch" auf. Man mag mir das jetzt vorhalten, aber irgendwie passt es doch. Was sind das nur für Zeiten? (Verziehen Sie mir die kurze Polemik)

  3. Mehdorn ist ein exzellentes Beispiel für all das, was man ab 2000 gemeinhin mit Vokabeln wie z.B. "Management", "Vorbildfunktion", "Leistungsprinzip", "Verantwortung", "Gerechtigkeit" usw. verbindet.

    Oder auch einfach nur: Chuzpe.

    Alles, was mir jetzt noch dazu einfällt, würde dem Zensor zum Opfer fallen oder mir ein Strafverfahren einbringen, deswegen lasse ich das mal ... ;-)

    • Chali
    • 08.04.2009 um 9:44 Uhr

    Die Nachdenkseiten können helfen! *schmunzel*

    Der Eigentümer könnte doch eine Verdachtskündigung wegen unternehmensschädigenden Verhaltens aussprechen und auf den eingetretenen Vertrauensverlust hinweisen, der eine Weiterbeschäftigung unmöglich mache - wie im Fall “Emmely”. Orlando Pascheit in
    http://www.nachdenkseiten...

  4. Wer Beweise hat, möge sie vorbringen. Ansonsten hat dieser Mann einen Vertrag. Wer hat ihm den eigentlich angeboten? Und wer lenkt nun Volkes Zorn?

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    Der wird auch weiterhin von BLÖD & Co auf Ausländer, "Kinderschänder", "Linke" und "sozialschmarotzer" gelenkt werden.Die Herrenmenschen mehdorn % Co dürfen sich glücklich schätzen, nicht in den 70er und 80er jahren auf der rafliste zu stehen...

    Der wird auch weiterhin von BLÖD & Co auf Ausländer, "Kinderschänder", "Linke" und "sozialschmarotzer" gelenkt werden.Die Herrenmenschen mehdorn % Co dürfen sich glücklich schätzen, nicht in den 70er und 80er jahren auf der rafliste zu stehen...

  5. Eine Unverschämtheit diese Forderung nach Abfindung. Die Rechte seiner Mitarbeiter einschränken bzw. mit Füßen treten und dann noch für dieses schreckliche Tun der Ausspionierung eine große Abfindung kassieren.
    Ich empfehle Herrn Mehdorn, zu Urban Priol und Georg Schramm "in die Anstalt" zu gehen. Er wird bestimmt sofort aufgenommen. Mehdorn ist ein Akutfall. Vielleicht gibt es doch Heilungsaussichten. Manchem ist der Abstand zu seinem Arbeitsplatz schon gut bekommen. Ulli

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