Migration Zurück zum Gastarbeiter-Programm?

Einwanderer aus armen Staaten sind regelmäßig Thema erhitzter Politikdebatten. Dabei kann Migration allen dienen - wenn man die alten Fehler nicht wiederholt.

Warnung vor heimlicher Migration nach Spanien: Ein Plakat in Dakar im Senegal

Warnung vor heimlicher Migration nach Spanien: Ein Plakat in Dakar im Senegal

Angesichts von weltweit über 200 Millionen Migranten - die Mehrheit lebt in Europa, gefolgt von Asien, Nordamerika und Afrika - muss die globale Bedeutung dieses Themas nicht besonders unterstrichen werden. Hauptursachen für Migration sind das globale Lohngefälle sowie die hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Bildungsmöglichkeiten in den Entsendestaaten. Daneben führen Kriege, politische Verfolgung und der Klimawandel zu einem Anstieg globaler Migrationsströme.

Um dieser Ströme Herr zu werden, wird heute das Konzept der zirkulären Migration diskutiert. Die Idee ist, dass Migranten für eine begrenzte Zeit von Zielländern mit Arbeitskräftemangel aufgenommen werden und nach Ablauf der Frist – eventuell unter Beibehaltung einer Wiederkehroption – in ihre Heimatländer zurückkehren. Die Industriestaaten versprechen sich so eine Eindämmung und Kontrolle der internationalen Migrationsströme. Zirkuläre Migration ist daher ein auf den ersten Blick interessantes Konzept. Ein genauerer Blick nährt jedoch Befürchtungen, dass damit die Fehler der Gastarbeiter-Politik der Vergangenheit wiederholt werden.

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So sind die Vorteile für alle Beteiligten zunächst nicht von der Hand zuweisen. Aufnahmeländer können ihren Arbeitskräftemangel überbrücken und ihr Wirtschaftswachstum ankurbeln. Gerade klassische Einwanderungsländer, wie Kanada, Australien oder Neuseeland, profitieren von hochqualifizierten Einwanderern. Entsendeländer profitieren von steigenden Auslandsüberweisungen ihrer entsendeten Arbeitskräfte, die auf jährlich 250 bis 400 Milliarden US-Dollar geschätzt werden und mittlerweile die zweitwichtigste Finanzquelle nach den ausländischen Direktinvestitionen sind.

Da die Überweisungen oftmals auch als Rücklage für die Migranten dienen und in die Verbesserung der familiären Lebensumstände oder die eigene Selbstständigkeit investiert werden, können dadurch auch der Aufbau lokaler Wirtschaftsstrukturen gefördert und neue Entwicklungsimpulse freigesetzt werden. Ferner verbessern Rückkehrer aufgrund ihrer im Ausland erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen ihre Aussichten auf eine Tätigkeit auf dem nationalen Arbeitsmarkt.

Leser-Kommentare
  1. Wenn die ehemaligen Gastarbeiter die Deutschland vor längerer Zeit geholt hat, zurück wollten, könnten sie dies jederzeit. Der Punkt ist doch, dass diese Menschen mit ihren Familien (die sie oft aus der Heimat nachgeholt haben) hier bleiben wollen. Man könnte natürlich strenge Abschieberegeln einführen und den Familiennachzug komplett unterbinden. Außer einem drastischen Anstieg der Zahl der Illegalen wäre aber nichts gewonnen.

    Das Scheitern der bisherigen Migrationspolitik liegt eher darin, dass hauptsächlich unqualifizierte Menschen eingewandert sind. Dabei kann die deutsche Wirtschaft hier gar nicht in dem Unfang Arbeitsplätze anbieten, wie es gering qualifizierte Arbeitssuchende in Deutschland gibt. Ganze Generationen die in Harz IV leben, sind nur ein unschönes Ergebnis der alten Einwanderungspolitik.
    Wenn schon Migration, dann wie im angelsächsischen Raum, wo nur Menschen legal einwandern dürfen, die Wissen, Fertigkeiten und Kapital mitbringen. Und zwar nur in den Bereichen wo die lokale Bevölkerung einen quantifizierbaren Bedarf nicht decken kann.

    Die ganze Diskussion erübrigt sich aber eh, durch die kommenden Migrationsbewegungen innerhalb der EU. Die Nationalstaaten haben hier kaum Spielraum um die Migration innerhalb der EU zu steuern.

  2. Mann sollte endlich einsehen: das Menschen die sich frei bewegen, leben, reisen, usw. wollen sich dort einleben wollen, wo sie einen ökonomischen Zugang zur Sicherheit an materiellen und nicht materiellen Gütern einer wohlfahrtstaatlich organisierten Gesellschaft haben.

    Lehrmeinung:
    Eine Migrationsbewegung setzt eine soziale Differenzierung jedes Betroffenen voraus, seine Lebensverhältnisse derart zu überwinden das er in Frieden und Wohlstand leben kann!

    Grüsse
    Trizmaschine

    • peto1
    • 14.04.2009 um 13:09 Uhr

    Dabei kann Migration allen dienen - wenn man die alten Fehler nicht wiederholt.

    Das ist keine frage der Fehler sondern Mentalität, die Deutsche Politik Teilt Menchen in Klassen ein obwohl das Gezetlich verboten ist, ob im Wirtschaft das Gleichheits gesetz oder Justiz, die Realität spricht andere worte und Zahlen.
    Wer etwas anderes erzählt ist ein Lügner

    • ha007
    • 14.04.2009 um 13:45 Uhr

    Migration ist ein Thema, was mich direkt betrifft. Denn meine Vorfahren sind als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Ich lebe in München in einem viertel, wo sehr viele Migranten leben: Neuperlach. Dort bin ich aufgewachsen, dort bin ich zur Schule gegangen. Ich habe noch einen Bruder, der ein Jahr jünger ist wei ich. Beide haben beide studiert und die deutsche Staatsbürgerschaft. Wir sehen beide Deutschland als unsere Heimat an, sprechen Deutsch und sind berufstätig.
    Vielleicht sind wir ja eine große Ausnahme, aber meine Erfahrung ist die, das es immer mehr werden, die die Möglichkeiten nutzen, welche sich in Deutschland bieten und sich auch öffnen.

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    allein - die Realität ist eine andere.
    Sehr geehrter ha007, so wie Sie sich und Ihren Bruder beschreiben - nein, Migration ist nicht schlimm sondern erfreulich.
    Nehmen Sie aber den großen Teil der Blase Migration - die unwilligen, die asozialen (= sich nicht in die Gesellschaft integrieren wollenden), die Nichtstuer, die Abzocker, die Subkultur -
    das ist der große Teil der Blase Migration, die große alltägliche Realität.
    DER ist schlimm.

    allein - die Realität ist eine andere.
    Sehr geehrter ha007, so wie Sie sich und Ihren Bruder beschreiben - nein, Migration ist nicht schlimm sondern erfreulich.
    Nehmen Sie aber den großen Teil der Blase Migration - die unwilligen, die asozialen (= sich nicht in die Gesellschaft integrieren wollenden), die Nichtstuer, die Abzocker, die Subkultur -
    das ist der große Teil der Blase Migration, die große alltägliche Realität.
    DER ist schlimm.

    • LCS-HH
    • 14.04.2009 um 14:46 Uhr

    Richtig liebe Autoren, Migration kann durchaus positiv sein, wenn nur bestens ausgebildete Fachkräfte und nicht weiterhin dürftig (bzw. gar nicht) gebildete MigrantInnen in die EU hineingelassen werden. In Europa verweilen bereits (zu) viele Mio. perspektivloser Menschen, die von Transferleistungen leben und zahlreiches, zukunftsloses Nachkommen generiert! Gerade gebildete Bürger mit Migrationshintergrund wie sie Beide und ich müssen sich offen gegen die veraltete, vom schlechtem Gewissen behaften Politik des „lass sie doch rein, die armen Opfer unseres Kapitalismus und Kolonialismus“ und sich dezidiert für eine differenzierte, ausschließlich bedarfsorientierte Aufnahme von ausländischen Arbeitskräften, die die Volkswirtschaften stärken und unsere mühsam erkämpfte Demokratie nicht gefährden, aussprechen.

    • kw-muc
    • 14.04.2009 um 15:59 Uhr

    1969 habe ich mal als zuständiger Sachbearbeiter einer renommierten DAX-Firma die Kosten ermitteln dürfen, die die Ersatz-Beschäftigung eines neuen Gastarbeiters (so nannte man sie damals noch) anstelle des bereits seit 5 Jahren beschäftigten Gastabers kostet.

    Heimschicken und Neu-Einfuhr summierten sich auf ca. DM 27.000.- pro Mann, damals! Da war´s dann mit dem Rotationsprinzip, das anfangs Franz-Josef Strauß und Filbinger noch vertraten, ganz schnell aus. Die Industrie wollte das nicht bezahlen. Für sie war die Weiterbeschäftigung eines seit 5 Jahren eingespielten (angelernten) Hirten aus der Türkei allemal vorteilhafter. Man stand ja im Wettbewerb mit anderen Industrie- und Exportstaaten. Man war ja auf diese Leute - so die Argumentation - angewiesen!

    Daß diese Leute nach 2 - 3 Jahren die billige Drecksarbeit nicht mehr leisten wollten (z.B. in der Gießerei,), hat dann dazu geführt, daß immer neue billige Malocher, die darauf angewiesen waren, nachgeholt wurden ...... eines Tages kam der Familiennachzug dran, einschließlich sogar der Oma, wenn die eine Herzoperation oder neue Zähne brauchte (weil Familienzusammenführung durch unser Grundgesetz ein Grundrecht ist), Kindergeld natürlich auch noch zu bezahlen ist). Heute sind es die Importbräute für die dritte Generation, deren Kinder durch mangelnde Deutschkenntnisse sich auszeichnen, keine Schulabschlüsse haben und keine Lehrstelle finden, in zweifelhafte Szenen abtauchen lassen (Gewalt, Kriminalität) ..... usw. sprich Staat und Gesellschaft vor nicht lösbare Probleme und einen großen Finanzbedarf stellen. Kurz: die gesellschaftlichen Kosten der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer wären auch in eine Kalkulation einzubeziehen. Täte man es, stellte man - ungeachtet der Schwierigkeiten einer Quantifizierung - fest. daß die nicht von den Arbeitgebern bezahlt werden, sondern vom Steuerzahler, damit aber vom berühmten "kleinen Mann".

    Ein Staat sollte aus seinen Fehlern lernen. Wie sagt man in Bayern: Oamoi neidabbt glangt - einmal hineidgedappt reicht.

    Ansonsten: Wieso neue einführen - wir haben fast 4 Millionenen Arbeitslose und davon sind mehr als die Hälfte eh schon Migranten. E-Hilfe vor Ort wäre billiger und vernünftiger, wenn "Sickerverluste" zugunsten der Reichen vor Ort vermieden werden könnten (Gelder, die dann in der Schweiz oder einer anderen Oase landen).

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    Es wäre sinnvoll, die Industrie als oberster Nutzniesser an den Kosten angemessen zu beteiligen, etwa über einen Fonds - in erster Linie diejenigen Firmen, welche auf eine Weiterbeschäftigung der Gastarbeiter gedrängt haben um Kosten zu sparen (die der Allgemeinheit aufgebürdet wurden und werden) - alles andere ist eine de-facto-Gehaltskürzung aufgrund der hohen und wahrscheinlich noch steigenden Steuerlast (sowie Sozialabgaben, Krankenversicherung usw. usw.).

    Ich finde es richtig abartig und diskriminiert wie Sie die Ausländischen Mitarbeitern die bei den wieder Aufbau Deutschland geholfen haben, nennen -(diese Leute )-

    Auch wenn früher Ausländischen Mitbürger ,Gastarbeitern genant würden,das klinkt tausend mal besser ,als ständig immer über DIESE LEUTE,zu reden.

    Diese Bezeichnung (diesen Leute) wie Sie Ihnen es ständig nennen sind Menschen wie Du und ich,außer dem,bei diesen Satz würde ich gerne wissen wo Sie es her haben, - wir haben fast 4 Millionen Arbeitslose und davon sind mehr als die Hälfte eher schon Migranten- ICH SAGE NUR;- SELBST-ERFUNDEN!-

    Es wäre sinnvoll, die Industrie als oberster Nutzniesser an den Kosten angemessen zu beteiligen, etwa über einen Fonds - in erster Linie diejenigen Firmen, welche auf eine Weiterbeschäftigung der Gastarbeiter gedrängt haben um Kosten zu sparen (die der Allgemeinheit aufgebürdet wurden und werden) - alles andere ist eine de-facto-Gehaltskürzung aufgrund der hohen und wahrscheinlich noch steigenden Steuerlast (sowie Sozialabgaben, Krankenversicherung usw. usw.).

    Ich finde es richtig abartig und diskriminiert wie Sie die Ausländischen Mitarbeitern die bei den wieder Aufbau Deutschland geholfen haben, nennen -(diese Leute )-

    Auch wenn früher Ausländischen Mitbürger ,Gastarbeitern genant würden,das klinkt tausend mal besser ,als ständig immer über DIESE LEUTE,zu reden.

    Diese Bezeichnung (diesen Leute) wie Sie Ihnen es ständig nennen sind Menschen wie Du und ich,außer dem,bei diesen Satz würde ich gerne wissen wo Sie es her haben, - wir haben fast 4 Millionen Arbeitslose und davon sind mehr als die Hälfte eher schon Migranten- ICH SAGE NUR;- SELBST-ERFUNDEN!-

    • Medley
    • 14.04.2009 um 17:16 Uhr

    In Gottes Namen, bitte was für ein Arbeitskräftemangel????? wird da an die Wand gemalt? Soweit ich weiss, herrscht in allen westlichen Ländern ein ausgesprochener Arbeitskräfteüberschuß, auch "Massenarbeitslosigkeit" genannt, oder? Zudem, wer sollte aus den 3. Welt-Länder denn als "hochqualifiziert" in die 1. Welt auswandern? Mehrheitlich sind die Bewohner der potentiellen Auswanderungsländer doch bildungsfern bis hin zum Analphabetentum. Und ist es zudem überhaupt ethisch zu verantworten, die schmale Schicht an gebildeten, einheimischen Fachkräften aus diesen Regionen zu unserem Vorteil und zu Nachteil der Herkunftsländer abzusaugen? Wohl kaum, oder?

  3. 8. !

    Es wäre sinnvoll, die Industrie als oberster Nutzniesser an den Kosten angemessen zu beteiligen, etwa über einen Fonds - in erster Linie diejenigen Firmen, welche auf eine Weiterbeschäftigung der Gastarbeiter gedrängt haben um Kosten zu sparen (die der Allgemeinheit aufgebürdet wurden und werden) - alles andere ist eine de-facto-Gehaltskürzung aufgrund der hohen und wahrscheinlich noch steigenden Steuerlast (sowie Sozialabgaben, Krankenversicherung usw. usw.).

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