US-Außenpolitik Obamas Wende nach Süden

Bei seinem Besuch in Mexiko und Lateinamerika will der US-Präsident psychologische Hürden der Bush-Zeit überwinden. Keine leichte Aufgabe: Es geht um Drogen und Waffen.

Barack Obama und Mexikos Präsident Felipe Calderón bei einem Treffen im Januar 2009 in Washington DC.

Barack Obama und Mexikos Präsident Felipe Calderón bei einem Treffen im Januar 2009 in Washington DC.

Eine gute Woche nach der Rückkehr von einer langen Europatour bricht Präsident Barack Obama am Donnerstag zur nächsten mehrtägigen Reise auf. Sie führt nach Mexiko, wo seit 2007 mehr als 10.000 Menschen im Drogenkrieg gestorben sind, und am Wochenende zum fünften Gipfel der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Trinidad und Tobago.

Wie in Europa strebt Obama einen Wechsel der Tonlage im Vergleich zu seinem Vorgänger George W. Bush an. Er hat gerade die Sanktionen gegen Kuba gelockert. Und er wird Venezuelas Staatschef Hugo Chavez treffen, der für seine antiamerikanischen Tiraden berüchtigt ist. In der Sache bestehen jedoch weiter eine Reihe von Meinungsverschiedenheiten zwischen Obama und den Ländern Lateinamerikas. Auch psychologische Hürden erschweren die Annäherung.

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Der Besuch in Mexiko ist Obamas erster als Präsident dort, aber es ist bereits das dritte Treffen mit seinem Kollegen Felipe Calderon. Den nächsten Nachbarn im Süden hatte Obama als ersten Gast in Washington empfangen, noch vor der Vereidigung. Beim G-20-Gipfel in London sprachen sie ebenfalls über das Vorgehen gegen den Drogenschmuggel an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Sie benötigen keine Dolmetscher, Calderon spricht fließend Englisch, beide haben in Harvard studiert.

Beide stehen jedoch unter dem Druck ihrer nationalen Öffentlichkeiten, die die Schuld an der Eskalation des Drogenkriegs zumeist im anderen Land suchen. In den USA meinen viele, lateinamerikanische Staaten hätten den Drogenschmuggel jahrelang toleriert, weil sie als Transitländer von dem Milliardengeschäft profitierten. Umgekehrt sehen die Latinos die Hauptursache für die Drogenkartelle, deren Macht vielerorts die Autorität des Staats untergräbt, in der Nachfrage nach illegalen Drogen in den USA.

Der vor zwei Jahren gewählte Konservative Calderon hat den Drogenbanden den Krieg erklärt. Er muss die Armee in den Nordprovinzen einsetzen, weil die Polizei der Lage nicht mehr Herr wird. Ein Teil der Polizisten steht im Sold der Drogenbanden. Wer nicht kooperiert, wird umgebracht. Die USA haben ihrerseits die Sicherheitskräfte an der Grenze und die Kontrollen verschärft, um zu verhindern, dass die Banden sich in den USA, wo die Waffenfreiheit hochgehalten wird, mit Waffen eindecken. Sie liefern auch Ausrüstung, zum Beispiel Nachtsichtgeräte und Hubschrauber.

Leser-Kommentare
  1. Die USA bräuchten eine prinzipielle Abkehr von der Vorstellung, alles was ihnen nicht paßt, mit gesetzlicher und physischer Gewalt beseitigen zu können.

    Drogen? Militärische Einsätze!
    Kriminalität? Strengere Strafen, Todesstrafe!
    Teenage Pregnancies? Abstinenz und Zwangsinfantilisierung der Jugend!

    Ich bin überzeugt: Letztlich ist die den religiösen Amerikanern (und den Rechten bei uns) so verhaßte "liberale" Methode (Aufklärung, Nachsicht) effektiver als die konservative Vorstellung "mehr Gewalt hilft mehr".

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    Eine solche USA wäre keine USA mehr, weil manche Grundsätze (Konservatismus,schmaler Staat, Religion , cowboy-mentalität usw.) zum Gensatz dieses Landes gehören ( ich empfehle ihnen hierzu Toqueville). WAußerdem wenn sie das verlangen, könnten sie dann auch gleich sagen, dass die Deutschen ein Volk von Optimisten sind :-) .

    Eine solche USA wäre keine USA mehr, weil manche Grundsätze (Konservatismus,schmaler Staat, Religion , cowboy-mentalität usw.) zum Gensatz dieses Landes gehören ( ich empfehle ihnen hierzu Toqueville). WAußerdem wenn sie das verlangen, könnten sie dann auch gleich sagen, dass die Deutschen ein Volk von Optimisten sind :-) .

  2. 1. Amerika benötigt die Drogen ( Lösung der Problematik innerer sozialer Unruhen und gleichzeitiger Ablenkung vor dem Versagen in der Krisenzeit )
    2. Die Amerikaner wollen IHRE Waffen verkaufen, bevor die Russen in Südamerika ihre
    Waffen an den Mann bringen. ( Venezuela/Russland-Abkommen über die Modernisierung des Militärs und gemeinsame militärische Manöver im Golf von Mexiko ).
    3. Einführung der schrittweisen Aufhebung der Sanktionen gegen Kuba ( Kuba könnte ebenso ein Raketenabwehrprogramm stationieren, welches von den Russen aufgestellt würde, wie es einst Bush im Baltikum vorhatte; Auge um Auge, Zahn um Zahn
    4. Ach, noch eins... Es ging bei dem Treffen sicherlich auch darum, wie die Rolle des amerikanischen Militärs in Mexiko auszusehen hat. Nicht umsonst wird die Lage in Mexiko als destabilisierend für das eigene Land als auch in den Südstaaten der USA betrachtet ( instabil weil man Calderon vorwirft nicht rechtmäßig an die Macht gekommen zu sein, bzw. von der Bush-Administration hingesetzt worden zu sein, UND last but not least, die Finanzkrise dazu geführt hat, daß "Cash" aus Südamerika abgezogen wurde ( bedenkt man, daß 80% des Bankensektors in Mexiko von amerikanische Banken dominiert wird ).

  3. Eine solche USA wäre keine USA mehr, weil manche Grundsätze (Konservatismus,schmaler Staat, Religion , cowboy-mentalität usw.) zum Gensatz dieses Landes gehören ( ich empfehle ihnen hierzu Toqueville). WAußerdem wenn sie das verlangen, könnten sie dann auch gleich sagen, dass die Deutschen ein Volk von Optimisten sind :-) .

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