Das Unternehmen habe die Liquidität für weitere vier Monate gesichert, berichtete die Bild-Zeitung, die vor Wochen noch geschrieben hatte, der Bürgschaftsausschuss von Bund und Ländern befürchte schon für Mai oder Juni die Zahlungsunfähigkeit des Autobauers.

Diese drohende Finanzlücke sei geschlossen, hieß es unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Opel habe unter anderem wegen des guten Verkaufsstarts des Modells Insignia ein kleines Finanzpolster anlegen können. "Die Liquidität ist gesichert", zitierte Bild Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. "Wir haben Zeit, um Opel Europa zu bauen."

Durch die neue Liquidität wäre Opel auch bei einer Insolvenz seines Mutterkonzerns General Motors aus den USA zum 1. Juni nicht sofort in Zahlungsschwierigkeiten, berichtete das Blatt. Seit Tagen gibt es Spekulationen, dass sich der einst weltgrößte Autobauer GM auf seine Insolvenz vorbereite.

Opel mit seinen rund 25.000 Mitarbeitern in Deutschland sucht dringend einen Investor, um sich von GM lösen zu können. Die Trennung ist unverzichtbare Bedingung dafür, dass der deutsche Staat Opel mit Steuergeld durch die Krise helfen kann. Die Opel-Händler haben zudem beschlossen, bis zu einem Fünftel von Opel zu übernehmen, wenn sich die Gelegenheit böte. 

Zugleich entbrannte nun ein Streit über den Zuschlag für den Bau des neuen Astra. Anders als bisher zugesichert, soll das Werk in Bochum beim Modellwechsel 2010 nicht mit dem Astra, sondern dem Siebensitzer Zafira starten.

Das sei derzeitiger Planungsstand, sagte Bochums Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Zurzeit teile Opel die Fertigung gemäß der Devise auf: "Pro Werk nur eine Marke." Jetzt jedoch diskutiere die Führung, "ob Rüsselsheim den Astra produziert".