Geisel-Drama Seeräuber auf Konfrontationskurs zum Militär

Nervenkrieg um den entführten amerikanischen Schiffskapitän Richard Phillips: Im Indischen Ozean droht eine Eskalation zwischen Piraten und militärischer Streitmacht

Der US-Zerstörer USS Bainbridge ist umfangreich ausgerüstet

Der US-Zerstörer USS Bainbridge ist umfangreich ausgerüstet

Seeräuber nahmen am Samstag mit gekaperten Schiffen Kurs auf das zwischen Kriegsschiffen im Indischen Ozean treibende Rettungsboot, auf dem vier ihrer Kollegen den 53-jährigen Kapitän der Maersk Alabama als Geisel gefangen halten. Im ersten Anlauf blieb dies zwar ohne Erfolg, die Freibeuter kehrten desorientiert zurück. 

Doch die neue Strategie der Piraten, fern der somalischen Küste und angesichts der internationalen Marinestreitmacht nicht mehr im Golf von Aden zuzuschlagen, hat sich nun gegen die Seeräuber selbst gewendet. Denn mit dem Zerstörer USS Bainbridge und der Fregatte USS Halyburton sind bereits zwei Kriegsschiffe vor Ort, ein drittes wurde am Samstag binnen 24 Stunden erwartet. Dagegen müssen die Piratenschiffe von der somalischen Küste 500 Kilometer zurücklegen und die Marineschiffe aus Deutschland, Frankreich, Indien und anderen Staaten passieren.

Die Tatsache, dass sie nicht ihre eigenen, sondern gekaperte Schiffe einsetzen, lässt vermuten, dass sie die gefangenen Schiffsbesatzungen notfalls als menschliche Schutzschilde einsetzen wollen. Immerhin, einige der somalischen Piraten scheinen das eigene Leben doch höher anzusetzen als Berufsehre unter Freibeutern oder Clanbruderschaft.

So nahmen die Piraten mit der vor einer Woche gekaperten Hansa Stavanger, auf der sich unter anderem fünf Deutsche befinden, Medienberichten zufolge wieder Kurs auf Eyl, eine der bekanntesten Piratenhochburgen in der halbautonomen Region Puntland. Sie sollen durch die militärische Übermacht abgeschreckt worden sein.

Inzwischen dürfte sich bei den Piraten auch die Neuigkeit von der gewaltsamen Befreiung der gekaperten Jacht Tanit durch französische Truppen am Freitag herumgesprochen haben. Bei der Aktion kamen nicht nur zwei der Seeräuber, sondern auch ein französischer Familienvater ums Leben.

Mit Phillips, der bereits einen Fluchtversuch unternommen hatte, haben die Piraten eine besonders wertvolle Geisel  - amerikanischen Medienberichten zufolge fordern sie zwei Millionen Dollar (1,5 Millionen Euro) Lösegeld. Mit dem Überfall auf die Maersk Alabama kaperten die Seeräuber zum ersten Mal ein amerikanisches Schiff.

Leser-Kommentare
    • resh
    • 11.04.2009 um 23:28 Uhr

    um dieser unendlichen schreckensgeschichte ein ende zu setzen.
    u.a. muß die weltgemeinschaft gemeinsam gengen diesen piraten vorgehen.

  1. Ich frage mich, warum Reedereien für diese Passage nicht gut ausgebildete, gut bewaffnete Legionäre an Bord nehmen, so etwas wie Bodyguards für Schiffe. Mit 10 Profis müsste so ein Schiff zu verteidigen sein.

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    ist entschieden teurer,plus es kann auch sein dass so ein Schiff in gewisse Haefen nicht einlaufen darf.Ganz sicherlich ist es unverstaendlich dass Schiffe die in den gefaehrdeten Regionen fahren keine Leute an Bord haben weil es dort so gefaehrlich geworden ist aber es waere bessser wenn diese Aktionen gegen diese Gangster viel haerter gefuehrt wird.Denn die gehen viel wenigre zaghaft und haben nicht diese Kompetenzenkriege,die allem im Weg stehen.

    ist entschieden teurer,plus es kann auch sein dass so ein Schiff in gewisse Haefen nicht einlaufen darf.Ganz sicherlich ist es unverstaendlich dass Schiffe die in den gefaehrdeten Regionen fahren keine Leute an Bord haben weil es dort so gefaehrlich geworden ist aber es waere bessser wenn diese Aktionen gegen diese Gangster viel haerter gefuehrt wird.Denn die gehen viel wenigre zaghaft und haben nicht diese Kompetenzenkriege,die allem im Weg stehen.

  2. Unsere (wohlhabende) Weltgemeinschaft erschafft sich ihre Feinde selbst.

    Die komplette Region ist destabilisiert: Würde man den Menschen wirklich Helfen, würde sich auch etwas verändern. Natürlich ist diese Bereicherung moralisch (!) in keinster Weise vertretbar, aber die Somalis agieren ihren Umständen entsprechend. Hier findet geradezu eine groteske Anpassung statt - in Anbetracht der Situation und der Geschichte wird dieses Handeln nachvollziehbar.

    Aber letztendlich, den das aufbegehren der Piraten gegen internationales Militär ist ein Kampf wie David gegen Goliath, wird dies auch enden. Bleibt aber sehr zu bedauern, dass es erst so weit kommen mußte und Opfer gefordert hat!

  3. ist entschieden teurer,plus es kann auch sein dass so ein Schiff in gewisse Haefen nicht einlaufen darf.Ganz sicherlich ist es unverstaendlich dass Schiffe die in den gefaehrdeten Regionen fahren keine Leute an Bord haben weil es dort so gefaehrlich geworden ist aber es waere bessser wenn diese Aktionen gegen diese Gangster viel haerter gefuehrt wird.Denn die gehen viel wenigre zaghaft und haben nicht diese Kompetenzenkriege,die allem im Weg stehen.

    Antwort auf "Schadensbegrenzung"

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