Proteste Randale und Demos gegen Rechtsextreme
Bei Protesten gegen Rechtsextremisten in mehreren deutschen Städten sind am Wochenende linke wie rechte Demonstranten zeitweilig festgenommen worden.
Nach einem Streit vor einem Jugendclub in Dessau-Roßlau nahm die Polizei am Sonntag zwei Rechtsradikale fest. Einer der Männer soll einem 27-jährigen Wachmann laut Polizei eine Bierflasche gegen den Kopf geschlagen haben. Der andere soll den überwiegend von alternativen Jugendlichen besuchten Club trotz Hausverbots betreten haben.
In Magdeburg griff am Samstag eine Gruppe Jugendlicher aus der linken Szene zwei mutmaßliche Rechtsradikale an und verletzte sie leicht.
Weitgehend friedlich demonstrierten rund 2000 Menschen am Samstag in Lüneburg gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen. Zu gewalttätigen Attacken kam es nach Angaben der Polizei aus den Reihen der rechten Szene. Deren Aufmarsch wurde vorzeitig aufgelöst. Linke Autonome hätten zudem versucht, eine Polizeikontrolle zu überlaufen. Insgesamt wurden 190 Strafverfahren eingeleitet.
In Rostock nahm die Polizei vorübergehend elf junge Linksautonome fest. Sie hatten am Freitagabend einen Laden angegriffen, der Kleidung für die rechte Szene vertreibt, auf Einsatzkräfte Steine geworfen sowie Mülltonnen und Sperrmüll angezündet. Die zehn Männer und eine Frau wurden am Samstag wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen sie wird wegen Verdachts des Landfriedensbruchs ermittelt.
In Berlin ging indes die Serie nächtlicher Ausschreitungen mit Attacken gegen Polizisten und Rettungskräfte weiter. In der Nacht zum Ostersonntag entzündeten nach Polizeiangaben Unbekannte im Stadtteil Friedrichshain ein Feuer und behinderten anschließend die Löscharbeiten der Feuerwehr.
Schon in der vergangenen Woche waren Gruppen teils vermummter Randalierer in der Stadt unterwegs. Sie warfen Steine und Brandflaschen gegen Häuser im Stadtteil Mitte und steckten mehrere Autos in Brand.
In der brandenburgischen Kleinstadt Baruth wurden rechtsextreme Schmierereien entdeckt. In der Nacht zum Samstag hatten die Täter unter anderem Hakenkreuze und SS-Runen auf Häuserwände, Verkehrszeichen, Stromkästen, Geh- und Radwege, Schaukästen und andere Scheiben gesprüht. Die genaue Schadenshöhe ließ sich zunächst nicht beziffern.
- Datum 14.04.2009 - 07:32 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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