Sicherheit Schäuble will Waffen per Fingerabdruck sichern

Für den Innenminister ist die Sache klar: Es sollen nur noch "Berechtigte" an ihre Waffen kommen. Um das zu erreichen, gäbe es "interessante technische Möglichkeiten"

Um Amokläufe wie in Winnenden oder Schießereien wie im Landshuter Landgericht zu verhindern, will Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) Waffenschränke und die Waffen selbst mit einer biometrischen Sicherung versehen. Dabei müssten die Behältnisse, Pistolen und Gewehre so gesichert werden, dass "nur noch Berechtigte" an sie herankämen, sagte er der Rheinischen Post.

Bis zur nächsten Innenministerkonferenz Anfang Juni wolle man die Ergebnisse vorliegen haben. Sollten dafür Gesetze geändert werden müssen, werde dies noch in dieser Wahlperiode geschehen. "Hier gibt es interessante technische Möglichkeiten, die genutzt werden sollten".

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Sein Ressort rede bereits intensiv mit Sportschützen und Jägern über diese Fragen. Außerdem liefen mit den Bundesländern seit längerem Gespräche über die Einrichtung eines zentralen Waffenregisters.

Von dem Vorschlag, Waffen und Munition zentral in Vereinshäusern zu lagern, hält der CDU-Politiker nichts. Wenn sich jemand aus solchen Arsenalen bediene, könnten die Folgen viel schlimmer sein.

Biometrische Sicherungen sind heute in vielen Bereichen gang und gäbe. Laptops etwa erkennen über einen nur wenige Millimeter großen eingebauten Scanner den Fingerabdruck ihres Besitzers und gewähren Fremden keinen Zugriff auf das System. Seit November 2007 sind auch auf deutschen Pässen zwei Fingerabdrücke gespeichert, um sie eindeutig ihren Besitzern zuordnen zu können und Missbrauch zu vermeiden. Als Zugangskontrolle in Atomkraftwerken wird auch die Gesichtserkennung genutzt.

Grünen-Chefin Claudia Roth will dagegen die Schützenvereine und Sportverbände mehr in die Pflicht nehmen. "Sportschützen können ihren Sport auch mit Luftgewehren oder anderen Waffen ausüben, die weniger gefährlich sind." Die Gesellschaft müsse nicht tolerieren, "dass Waffenfetischisten riesige private Waffenarsenale auftürmen".

Auch Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) und Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sprachen sich dafür aus, gefährliche Waffen für Sportschützen nur noch eingeschränkt zu erlauben. Mäurer will Anfang Juni mit seinen Länderkollegen über eine Kaliberbegrenzung für den Schießsport oder eine Beschränkung auf Luftpistolen und Kleinkaliberwaffen beraten.

 
Leser-Kommentare
  1. Für den Innenminister ist die Sache klar: Es sollen nur noch Berechtigte an ihre Waffen kommen.

    Das ist doch wirklich eine grandiose Idee, dann können nur noch "Berechtigte" andere Menschen abknallen...

  2. Oder Unberechtigte hacken den Berechtigten die Finger ab...

    Übrigens: Gerade die in Notebooks eingesetzten Scanner sind so leicht auszuhebeln, dass diese Scanner in größeren Firmen als Authentifizierungsmittel nicht zugelassen sind.

    Dieser Innenminister liegt mittlerweile bei mindestens 9 von 10 Vorschlägen "daneben" - egal was man als Maßstab heranzieht (Moral, Datenschutz, Vernunft, Volkes Meinung, Sinnhaftigkeit...).
    Zum Glück findet er kaum Gehör in den eigenen Reihen.

  3. haben natürlich üüüüüüberhaupt nichts damit zu tun, daß man die dazu nötigen Fingerabdrücke der "Berechtigten" erstmal in bundesweit verfügbaren Datenbanken speichern müsste, und natüüüüürlich würde unser oberster Verfassungsminister Schäuble, der bekannt dafür ist, die Grundrechte mit Zähnen und Klauen zu verteidigen (zumindet, wenn er seine Finger nicht an dubiosen Geldkoffern hat, von deren Existenz er nachher nichts mehr weiß), strengstens dafür sorgen, daß diese Fingerabdrücke nuuuur dafür verwendet werden, um den Waffenzugang zu kontrollieren.

    Natüüüürlich, wie könnte ich nur auf etwas anderes kommen?

    Ich bin dafür, in der CDU-Bundesgeschäftsstelle die Fingerabdrücke der Parteispender aufzunehmen, damit wirklich nur mehr Berechtigte spenden und die sich dann darauf verlassen können, nicht länger von Ehrenworterklärungen durch Ex-Kanzler abhängig zu sein. Das wäre mal ein begrüßenswerter technischer Fortschritt!

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