Das Online-Auktionshaus Ebay hat angekündigt, sich von Skype zu trennen. Bis Mitte 2010 will man den Telefondienst ausgliedern und an die Börse bringen. Anschließend will eBay nach und nach alle Anteile verkaufen.

Noch vor rund vier Jahren hatte das Auktionshaus sehr viel Geld bezahlt, um sich die Firma einzuverleiben, die Millionen Nutzer kostenlos über das Internet miteinander telefonieren lässt. Im Jahr 2005 hatte man den beiden skandinavischen Gründern 2,6 Milliarden Dollar gezahlt, ein Preis, der später aufgrund von Bonuszahlungen auf mehr als drei Milliarden Dollar gestiegen war.

Zwar haben sich die Nutzerzahlen seither auf 405 Millionen weltweit erhöht. Glücklich aber wurde eBay mit dem Kauf offensichtlich nie. Denn die Synergien, die sich eBay durch das Zusammengehen mit der Telefonfirma versprochen hatte, stellten sich nur bedingt ein. Auch die Geschäfte von Skype blieben hinter den Erwartungen zurück. eBay musste zuletzt Milliarden abschreiben.

Im vergangenen Jahr erzielte Skype einen Umsatz von 551 Millionen Dollar (416 Millionen Euro). Das war zwar 44 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil an den Gesamterlösen von eBay lag aber nur bei sechs Prozent. Über seine Gewinne und Verluste schwieg Sykpe bis zuletzt.

Für Marktbeobachter wie etwa den Autor des Blogs Techcrunch ist der Verkauf von Sykpe deshalb ein logischer Schritt. eBay besinne sich in der Krise wieder auf sein Kerngeschäft und tue, "was es tun sollte (und wohl schon lange vorher hätte tun sollen)".

Vor kurzem erst hatte die New York Times berichtet, die beiden Gründer Niklas Zennström und Janus Friis wollten ihre Firma zurückkaufen. Doch ihr gemeinsam mit Beteiligungsfirmen abgegebenes Milliardengebot sei eBay zu niedrig gewesen.

eBay scheint selbst mit der Wirtschaftskrise und dem Konkurrenten Amazon zu ringen und wollte nicht noch mehr Geld verlieren. Man wolle sich auf zwei Standbeine konzentrieren, erklärte eBay-Chef John Donahoe: das Internet-Marktplatzgeschäft und den Online-Bezahldienst PayPal.