Geiseldrama vor Somalia Lebenszeichen von Kapitän Phillips

Amerikanische Soldaten hätten den 53-Jährigen am Sonntag gesichtet, teilte die Reederei mit. Die Verhandlungen über Philips' Freilassung gehen weiter

Die Maersk Alabama während ihrer Einfahrt in den Hafen von Mombasa

Die Maersk Alabama während ihrer Einfahrt in den Hafen von Mombasa

Weitere Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben. Unterdessen hat sich der Nervenkrieg um den entführten Kapitän hat sich weiter zugespitzt. Am Morgen des Ostersonntags donnerten laut dem US-Sender CNN zwei US-Hubschrauber im Tiefflug über die Piratenhochburg Haradhere an der Küste im Nordosten Somalias. Die Einwohner seien in Panik geflohen. Sie hätten geglaubt, die Hubschrauber planten einen Luftangriff. Die Fischer seien aus Angst nicht aufs Meer gefahren, berichtete CNN unter Berufung auf somalische Journalisten.

Das Rettungsboot, auf dem vier somalische Seeräuber den 53-jährigen Kapitän Richard Phillips seit Mittwoch gefangen halten, trieb unterdessen auf die somalische Küste zu. Sollte Phillips an Land verschleppt werden, sinken die Chancen auf eine schnelle Lösung, denn im unzugänglichen Hinterland der Region mit vielen Bergdörfern und Höhlen gibt es zahllose Schlupfwinkel. Vertreter der US-Marine hatten CNN zufolge betont, Phillips dürfe  keinesfalls an Land verschleppt werden.

Anzeige

Stammesälteste nahmen erneut Verhandlungen über die Freilassung des Amerikaners auf. Der britische Sender BBC berichtete, die Clanvertreter seien in Booten zum Rettungsschiff aufgebrochen. Stammesälteste, die in der somalischen Gesellschaft hohes Ansehen genießen, hatten bereits zuvor erfolgreich zwischen Piraten und Reedern vermittelt. Die Seeräuber hatten am Samstag zwei zur Hilfe geeilte US-Kriegsschiffe gewarnt, ein gewaltsamer Befreiungsversuch werde katastrophale Folgen haben.

In der Umgebung von Haradhere soll sich auch der Anfang April gekaperte Frachter "Hansa Stavanger" mit fünf deutschen Seeleuten an Bord befinden. "Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes bemüht sich weiterhin intensiv um eine Lösung des Falles", sagte die zuständige Sprecherin in Berlin dazu am Sonntag.

Einem Bericht der New York Times zufolge hatte eine Gruppe von Stammesältesten zunächst Gespräche über die mögliche Freilassung von Phillips abgebrochen, da amerikanische Unterhändler auf der Festnahme der Seeräuber beharrten. Wenige Stunden zuvor hatte sich kurz nach Sonnenaufgang ein kleines Boot der Marine den Piraten und ihrer Geisel genähert. Die Seeräuber feuerten dem Bericht zufolge Warnschüsse. Daraufhin seien die Soldaten zum Kriegsschiff "USS Bainbridge" zurückgekehrt, ohne das Feuer zu erwidern.

Leser-Kommentare
    • Rellem
    • 12.04.2009 um 16:07 Uhr

    Hallo
    Da jetzt die "Stammesältesten" sich des Falles angenommen haben, kann alles nur gut werden.
    Es irritiert mich auch nicht im geringsten das es sich um die "Stammesältesten" von genau den Stämmen handelt die auch die Piraten stellen, was kann da schon schiefgehen?
    Gruss
    Rene

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service