Thailand Krise im Schatten der Krone

Thailand im Chaos, die politische Konstante ist König Bhumibol. Aber an seine Neutralität glaubt kaum einer. Allzu oft hat er die putschenden Militärs gewähren lassen

Er hat den Thron seit 1946 inne, das Volk ist mit ihm aufgewachsen. Er war immer schon da, unangefochten an der Staatsspitze, solange die Menschen denken können. War er nicht immer gut zu ihnen gewesen?

Seine Majestät Abduljadeh Bhumibol von Thailand, dienstältester Regent der Welt, musste in den vergangenen Tagen mit anschauen, wie Demonstranten in roten Hemden durch Bangkok zogen und den Rücktritt der königstreuen Regierung von Regierungschef Abhisit Vejjajiva forderten. Erst am Dienstag gaben sie auf. Zu groß war die Übermacht der Sicherheitskräfte. Zu groß die Gefahr, dass es weitere Tote geben würde. Die Anführer der Rothemden sollen vor Gericht gestellt werden, am Dienstag gleich sollten die Haftbefehle fertig sein.

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Rote Hemden im gelben Land. Das war die Farbpalette der Auseinandersetzung. Gelb ist die Farbe des Königs. In Thailand gehört zu jedem Wochentag eine Farbe, der Montag ist Gelb, und weil Bhumibol an einem Montag geboren wurde, ist Gelb die Farbe der Krone. Also badete Thailand 63 Thronjahre lang im Bhumibol-Gelb. Jeder hat etwas Gelbes: ein Polohemd, ein Armband, eine Fahne oder ein T-Shirt. Viele tragen es jeden Montag, an Feiertagen tragen alle Gelb.

Und dann forderten plötzlich 100.000 Menschen in Rot den Rücktritt einer gelben Regierung. Und auch die Roten versichern, königstreu zu sein. Denn der König ist der einzige, auf den sich alle in Thailand einigen können.

König Bhumibol – 81, Jurist, Politologe, Fotograf, Jazzsaxophonist – ist ein eleganter, schmächtiger Mann mit schmalem Gesicht und Segelohren. Seine Majestät spricht stets bedacht und tritt ernst auf. 1927 in den USA geboren als Abkömmling von Thailands königlicher Mahidol-Familie. Die Eltern brachten ihn für sechs Jahre nach Thailand und dann in die Schweiz, wo er Schule und Universität absolvierte.

Sein Bruder wurde als Kind zum König ernannt, doch der starb kurz vor seiner Krönung im Königspalast durch einen Pistolenschuss. Es wurde nie geklärt, wer schoss. "Als ich kam, war er tot", sagte Bhumibol, der an dem Tag auch im Palast war. Stunden später trat er, 18 Jahre jung, als König an die Stelle seines Bruders. Bhumibol, auch Rama IX. genannt, ist neunter Regent der Chakri-Dynastie, die den Thron seit dem 18. Jahrhundert besetzt.

Als Bhumibol in den fünfziger Jahren als junger König auftrat, war Thailands einst allmächtiges Königshaus am Boden. 1932 war die absolute Monarchie per Revolution nach einem unblutigen Staatsstreich durch eine konstitutionelle ersetzt worden. Das Militär hatte das Sagen, die Krone nur noch zeremonielle Bedeutung. Doch Bhumibol erwies sich als listiger Taktierer, er konnte die Krone wieder an Staatsfirmen beteiligen. Durch Inlandsreisen gewann er die Gunst des Volkes, meist arme Bauern. Als erster König Thailands stapfte Bhumibol in Gummistiefeln und mit hoch gekrempelten Ärmeln durch schlammige Reisfelder und über Hühnerfarmen. Er fotografierte, machte Notizen, entwarf Bewässerungssysteme, gab Saatgut und Futter. Bhumibol arbeitete hart, wollte, dass es den Menschen besser gehe. Dabei profilierte er sich enorm.

Leser-Kommentare
  1. http://kommentare.zeit.de...

    Was Sie schreiben ist widersprüchlich oder falsch. Der König kann nicht "die politische Konstante" sein, wenn "an seine Neutralität kaum einer glaubt".
    Und dann dieser Satz: "Allzu oft hat er die putschenden Militärs gewähren lassen." Ich und andere Leser wären Ihnen sicherlich dankbar, wenn Sie uns mitteilen würden, wann das der Fall war. Sonst müssten wir Ihre unbegründenten Behauptungen als Defamierung einer Persönlichkeit betrachten, die sich um ihr Land über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahrhundert verdient gemacht hat.

    In Erwartung Ihrer Antwort grüßt Sie Manfred Liebig

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    • rama6
    • 15.04.2009 um 12:57 Uhr

    (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/ ata)

    • rama6
    • 15.04.2009 um 12:57 Uhr

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    • rama6
    • 15.04.2009 um 12:57 Uhr

    (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/ ata)

    • rama6
    • 15.04.2009 um 13:13 Uhr

    Da Sie ja die Thaiverhältnisse nicht kennen,werde ich Ihnen auf die Sprünge helfen,mit Ihrer Behauptung der "DIFAMIERUNG"einer "HEILIGKEIT".

    Alle 19 Putschisten in Thailand wurden vom König für Gut erklärt.Ist das eine Anerkennung des Putsches?

    Der Oberste Machthaber in Thailand ist der König.

    Jede Regierung,egal ob Ziviel oder Putschisten bedürfen der Anerkennung des Königs,er kann Ja oder Nein sagen.Bei einem Nein würden die Putschisten zurück in ihre Kaserne gehen mit hohem Gesichtsverlust.

    Aber eine Heiligkeit hat schon am Tage des Putsches die Heerführer empfangen und keine Einwände erhoben,weil sie ihm krichend ihre Demut und unverletzlichkeit des Könighauses Garantierten.

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    http://kommentare.zeit.de...

    Lesen Sie bitte meinen Artikel "Thailand, die Politik und die Macht", dann verstehen Sie mehr von Thailand.

    Manfred Liebig
    Chiang Mai, Thailand

    Lieber Rama6,

    wer im Glashaus sitzt ... Manmanman!

    http://kommentare.zeit.de...

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    Manfred Liebig
    Chiang Mai, Thailand

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  2. http://kommentare.zeit.de...

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    Manfred Liebig
    Chiang Mai, Thailand

  3. Dieser Artikel ist eine einzige Unglaublichkeit! Es ist eine Absage an den deutschen Journalismus. Wenn derart tendentiöse wie unsäglich schlecht recherhierte Artikel gar in der Zeit ihren Raum finden, dann fragt man: Wie kann das passieren? Hat der "Kaufmann aus Chiang Mai" (wohl zu viel Operette gehört?) gar damit etwas zu tun.

    Es geht los mit dem ersten Satz:

    "Seine Majestät Abduljadeh Bhumibol von Thailand"

    Herrje! Kein Thai zu können ist verzeihlich, aber was Sie aus dem Königsnamen machen, das ist hinterhältige Satire.
    Irgendein "Abdul" hat Ihnen da gehörig den Blick verstellt. Der Herr heißt Phumiphon Adunjadet /phu-mi-phon a-dun-ja-det/. Wenn man keine Ahnung hat, sollte man sich informieren (es gibt Asien-Institute in Berlin, gar in Hamburg) oder es bei der offiziellen Umschrift belassen "Bhumibol Aduljadej". Letztere ist zwar komisch, da es sich um eine Transliteration anstatt um eine phonetische Umschrift handelt, doch nicht beleidigend.

    Nur das Buch von Handley (eine Auftragsarbeit für Thaksin) zu lesen, ansonsten aber von der Geschichte Thailands keine blasse Ahnung zu haben, das reicht nicht. Wieso aber lässt die ZEIT-Redaktion so etwas zu?

    Es ist alles so falsch, man weiß nicht, wo man beginnen sollte. Nur so viel: Thaksin ist Teil der politischen Kaste Bangkoks seit über zwanzig Jahren. Wesentliche Teile seines Polit-Konzeptes basieren auf der NS-Ideologie: "Neue Soziale Ordnung", "Führerkult" & sein "Propaganda-Stil".

    Hat er hier eingekauft?

  4. Lieber Rama6,

    wer im Glashaus sitzt ... Manmanman!

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