Proteste
Thailand sieht Rot
Massenproteste in Bangkok: Vier Monate nach dem Machtwechsel in Thailand demonstrieren wieder Zehntausende - diesmal für den gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin
Thailand kommt nicht zur Ruhe: Dieses Mal demonstriert das andere politische Lager, wieder ist der Regierungssitz belagert: Am Mittwoch zogen Zehntausende von Menschen durch die Hauptstadt Bangkok und zum Regierungspalast. 10.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Es blieb friedlich. "Wir sind gekommen, um die Regierung zu stürzen", sagte Nattawut Saikuar, ein Anführer der Demonstranten. Sie fordern den Rücktritt des seit Dezember regierenden Premiers Abhisit Vejjajiva, die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen.
Premier Abhisit, dessen Auto am Dienstag von Demonstranten angegriffen worden war, lehnte einen Rücktritt ab und warnte vor Gewalt: "Manche Protestler wollen Chaos auf den Straßen herbeiführen. Die Regierung wird entschlossen gegen Provokateure vorgehen."
Thailands Armeechef wies Gerüchte zurück, nach denen die Streitkräfte auf anhaltende Unruhen mit einem weiteren Putsch reagieren könnten. "Egal wie sehr sich die Lage verschlimmert, wir werden nach dem Gesetz handeln und keine besondere Macht anstreben", sagte General Anupong Paojinda.
Nach Medienberichten haben sich weitere Demonstranten aus mehreren Landesteilen auf den Weg nach Bangkok gemacht. Der jüngste Protest begann Ende März mit etwa 3000 Teilnehmern am Regierungssitz. Nun werden bis Freitag bis zu 300.000 Menschen erwartet.
Die Protestbewegung, die wegen ihrer roter Kleidung "Rothemden" genannt wird, nennt sich "Vereinigte Front für Demokratie gegen Diktatur" (UDD) und besteht aus Anhängern von Thailands Expremier Thaksin Shinawatra. Dessen Partei hatte vor vier Monaten die Regierungsgewalt verloren. Damals war der Regierungssitz von Thaksin-Gegner belagert worden, die sich "Volksallianz für Demokratie" (PAD) nennen. Die PAD, deren Anhänger in Gelb auftreten, legten zudem durch Blockaden die beiden größten Flughäfen Bangkoks lahm.
Thailand steckt seit 2005 in einer tiefen Politkrise, das Land ist gespalten. Auf der einen Seite stehen die Anhänger Thaksins, die Landbevölkerung, welche die Mehrheit der Wähler stellt. Für dieses Lager agiert die UDD. Auf der anderen Seite stehen die städtische Mittelschicht, das Militär und das Königshaus. Für diese Achse agiert die PAD.
- Datum 14.4.2009 - 07:08 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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leben in Bangkok oder im Grossraum Bangkok. Viele fahren 3er-BMWs und machen auch mal einen Badeurlaub und auch sonst unterscheiden sie sich kaum von unsereinem in ihrer Lebensführung
Und genau da liegt die Bruchstelle des Schwellenlandes Thailand: Die städtische Elite in Bangkok lebt fast auf Erste-Welt - Niveau, der Rest des Landes ist Dritte Welt. Die stellen aber die Mehrheit und wählen gerne Parteien, die ihnen versprechen, dass sie auf Bangkoker Niveau leben können. Das würde nicht gehen, ohne den alten Eliten in den Arm zu fallen, sie ihrer Wichtigkeit und ihres Einflusses zu berauben.
Eine föderale Lösung wäre für das Land am besten - und seien es nur die zwei Bundesländer Gross-Bangkok und Rest-Thailand. Ohne ein ausgleichendes Moment wird die Demokratie den Thais um die Ohren fliegen.
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In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
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