Finanzkrise Großbank UBS streicht tausende Stellen

Im ersten Quartal ist wieder ein Milliardenverlust bei der UBS entstanden. Nun zieht die Bank die Kostenbremse: Fast 9000 Arbeitsplätze sollen weg

Die Schweizer Großbank UBS streicht tausende Stellen weltweit; die Finanzkrise hat gigantische Verluste verursacht

Die Schweizer Großbank UBS streicht tausende Stellen weltweit; die Finanzkrise hat gigantische Verluste verursacht

Wie die größte Schweizer Bank vor ihrer Generalversammlung mitteilte, hat sie im ersten Quartal einen Verlust von knapp zwei Milliarden Franken (1,32 Milliarden Euro) erlitten.

Das Unternehmen will im laufenden Jahr rund 8700 Stellen streichen, wie es weiter hieß. Die Zahl der Beschäftigten weltweit würde damit von etwa 76.500 derzeit bis 2010 auf rund 67.500 sinken. Die UBS begründete die Pläne am Mittwoch mit "substantiellen" Sparmaßnahmen in allen Bereichen. Um ihre Größe den veränderten Marktbedingungen anzupassen, sehe die Bank bis Ende 2010 "Einsparungen von rund 3,5 bis vier Milliarden Franken gegenüber ihrer Kostenbasis von 2008“ vor. Man wolle sich zudem aus riskanten Geschäftsfeldern zurückziehen.

Allein in der Schweiz sollen 2500 Stellen wegfallen, voraussichtlich 1200 bis 1500 nach der Entlassung von Mitarbeitern. Die Großbank nutze zudem die natürliche Fluktuation. Es bestehe ein Sozialplan. Ein Banksprecher sagte, die UBS spare zuerst bei den Sachkosten. Zudem streiche man zunächst Lohnnebenleistungen, die über dem Branchendurchschnitt liegen.

Besonders wohlhabende Kunden hätten netto 23 Milliarden Franken aus der Bank abgezogen. Nach der gerichtlich erzwungenen Übergabe von Kundendaten an die US-Steuerbehörde habe der Geldabfluss noch zugenommen. Die Großbank hatte, um einen aufwändigen Prozess zu vermeiden, der US-Justiz Bankdaten ausgehändigt und damit erstmals das Bankgeheimnis gelockert. Bereits zwei Gerichtsverfahren begannen daraufhin. Am Dienstag bekannte sich ein Jacht-Unternehmer in Florida schuldig, falsche Angaben über sein UBS-Konto gemacht zu haben.

Im Februar musste die UBS für das vierte Quartal 2008 einen Rekordverlust bekanntgeben und hatte einen Stellenabbau im Investmentbanking angekündigt. Bis zu 10.000 UBS-Mitarbeiter würden ihren Job verlieren, hieß es damals.

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Die nun veröffentlichten Zahlen bewertete ein Aktienhändler als "eine Riesenenttäuschung“. Nach unerwartet guten Resultaten von Investmentbanken und dem von der Deutschen Bank verbreiteten Optimismus "hat man auch bei UBS ein mindestens ausgeglichenes Ergebnis erwartet“, ergänzte er. Doch das Kundenvertrauen in die Schweizer Bank sei weiterhin gestört.

 
Leser-Kommentare
  1. Wie war das nochmal.... bis zu 13 Mrd. Boni Zahlungen in den vergangenen Jahren?

    Ergibt pro 100'000 Sfr. Salär = vieviele Stellen?

    Ok, die Kalkulation ist etwas simpel ändert aber nicht's an der Tatsache das die Salärverhältnisse in den vergangenen Jahren aussordentlich in Schieflage geraten sind. Wie etwa ein unterer Angestellter der + 200 Jahre arbeiten müsste um das Jahressalär eines der oberen zu verdienen...

    Bevor nicht der Filz bestehend aus Grossaktionären und Verwaltungräten entwirrt wird und, ja tatsächlich, ein Teil der Unternehmeskontrolle in Quasidemokratische Verhältnisse überführt wird kann es Missmanagment in dieser Grössenordnung bald wieder geben...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

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    Dass die ausbezahlten Bonis und die nun folgende Entlassungen nicht logisch einhergehen, stimmt auch aus meiner Sicht auch.

    Nur wie stellen Sie sich die "quasidemokratische" Unternehmenskontrolle genauer vor?

    Grüße
    Messala
    -------------------------------------

    "Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist" (H. Ford)

    Dass die ausbezahlten Bonis und die nun folgende Entlassungen nicht logisch einhergehen, stimmt auch aus meiner Sicht auch.

    Nur wie stellen Sie sich die "quasidemokratische" Unternehmenskontrolle genauer vor?

    Grüße
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  2. Dass die ausbezahlten Bonis und die nun folgende Entlassungen nicht logisch einhergehen, stimmt auch aus meiner Sicht auch.

    Nur wie stellen Sie sich die "quasidemokratische" Unternehmenskontrolle genauer vor?

    Grüße
    Messala
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    "Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist" (H. Ford)

  3. Ganz einfach....

    In dem die Regeln des Handels- und Finanzsystems nicht mehr durch die WTO und den IMF "gemacht" werden sondern durch die UNO oder die nationalen Parlamente ohne das einer der beiden ein Mitspracherecht hat...

    Die WTO und der IMF sowie alle Derivate die aus diesen beiden Organisationen hervorgehen besitzen keinerlei demokratische Strukturen. Dies geht sogar so weit das nicht mal die nationale Parlamente ein irgendwie geartetes Mitspracherecht haben... nachdem die Verträge unterzeichnet wurden.

    Das böse Wort Protektionismus beinhaltet solche Möglichkeiten bzw. lässt diese zu... aber bei Anwendung drohen Handelsklagen oder das Kapital bleibt vor den Landesgrenzen stehen... was anders ausgesprochen als Armdrückerei beschrieben werden könnte...

    ;-)

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