Wie von vielen Ländern befürchtet, nutzte Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadineschad die UN-Konferenz gegen Rassismus am Montag für verbale Übergriffe auf Israel. Die "völlig rassistische Regierung" Israels beherrsche palästinensische Gebiete, es gebe einen "barbarischen Rassismus". Eine ganze Nation sei heimatlos geworden. "Zionisten" und ihre Verbündeten hätten den Krieg in Irak geplant, der Zionismus sei der "personifizierte Rassismus".

Ungeachtet lautstarker Proteste fuhr Ahmadineschad fort und machte mit seinen Attacken auch vor den europäischen Ländern nicht halt: Die Europäer hätten den Ersten und Zweiten Weltkrieg verursacht und als "Kompensation für ihren Rassismus ein rassistisches Regime nach Palästina gebracht", welches sie zusammen mit den USA seit 60 Jahren unterstützten, so der iranische Staatschef.

Bereits nach den ersten Worten der Rede verließen die Vertreter der Europäischen Union unter Protest den Sitzungssaal. Mehrmals versuchten Demonstranten, die Rede Ahmadineschads zu unterbrechen. 

Der Auftakt der Anti-Rassismus-Konferenz in Genf war vom Boykott einiger westlicher Länder überschattet worden. Sowohl die USA und Israel als auch die Niederlande, Italien, Polen und Luxemburg hatten keine Delegierten entsandt. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte in letzter Minute am späten Sonntagabend die Teilnahme Deutschlands abgesagt. Grund war die Befürchtung, dass die Konferenz zu einem Podium für anti-israelische Erklärungen werden könnte.

In seiner Eröffnungsrede bedauerte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Absagen. "Wir träumen davon, in eine neue Richtung zu gehen, jedoch bleiben zu viele von uns in der Vergangenheit verstrickt", sagte Ban. Zugleich verurteilte er die Rede Ahmadineschads. "Das ist das Gegenteil dessen, was diese Konferenz erreichen will."