Fotografie

"Hausgemachte Wurst seit 1938"

Kleine Läden für Eisen- oder Backwaren, Schuhreparaturen oder Haustierbedarf prägen unser Viertel, unseren Stadtteil, unser Dorf. Das ist in der Megapolis New York nicht anders als in einer deutschen Kleinstadt. Die Fassaden der kleinen, von Familien oft seit Generationen betriebenen Geschäfte prägen das Gesicht eines Viertels, oft ohne dass wir uns ihrer bewusst werden. Der vertraute Anblick – abblätternde Farbe, handgemalte Sonderangebot-Plakate – steht dafür, dass Zuhausesein manchmal einfach nur heißt zu wissen, wo es den frischesten Fisch gibt. Schon immer gegeben hat. Aber New York will überall schicker werden – und wird damit teurer. Viele Shops müssen dichtmachen, weil das Haus, in dem die Ladentheke steht, verkauft oder abgerissen wird. Weil die Kunden ausbleiben. Oder weil sich keiner findet, der das Geschäft weiterführen will. Und selbst wenn der Laden bleibt, sehen viele Besitzer sich gezwungen, ihn aufzumöbeln und moderner aussehen zu lassen – so wie der ganze Stadtteil moderner geworden ist.

In allen fünf Bezirken von New York City haben James und Karla Murray die Fassaden kleiner Läden, die es ins neue Jahrtausend geschafft haben, mit der Kamera festgehalten. Höchste Zeit – fast ein Drittel der Läden, die sie fotografiert haben, ist schon verschwunden. Wir zeigen eine Auswahl der Aufnahmen aus dem Buch Store Front, The Disappearing Face of New York.

Schreiben Sie den ersten Kommentar!
    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service