Fallende Preise Sind Inflationswarnungen Panikmache? Keinesfalls!
Die Preise fallen und bestärken jene, die die Inflationswarnungen des Finanzministers für absurd halten. Spätestens im Sommer werden sie eines Besseren belehrt werden

© Win McNamee/Getty Images
Ben Bernanke, der Chef der amerikanischen Notenbank Fed
Die Deflation hat an die Tür geklopft. Um 0,4 Prozent sind die Konsumentenpreise in den USA im März im Vergleich zum Vorjahr gefallen – so schnell wie zuletzt im Jahr 1955. Nur in sieben Monaten während der vergangenen 70 Jahre sanken die Preise stärker.
Ist es nicht absurd, dass der deutsche Finanzminister in einem solchen Moment vor Inflation warnt? Schließlich haben wir es derzeit nicht nur mit einem Rückgang der Inflationsraten zu tun, sondern sogar mit sinkenden Preisen. Ist es nicht offensichtlich, dass wir uns eher um Deflation als um Inflation sorgen müssen?
Genau hier liegt das Problem: Die Marktteilnehmer und Wirtschaftspolitiker laufen Gefahr, über das Offensichtliche die Gefahren zu übersehen, die hinter der nächsten Ecke lauern. Kurzfristig mögen die Deflationswarnungen richtig sein. Behält Milton Friedman mit seiner Aussage Recht, Inflation sei immer ein monetäres Problem, kann die Deflation bald schon in eine lange Phase steigender Preise umschlagen.
Warum? Nahezu alle wichtigen Notenbanken (außer der EZB) betreiben mittlerweile eine Politik des quantitative easing. Das bedeutet, dass sie nicht nur über die Zinsen die Märkte steuern, sondern direkt Staatsanleihen, faule Kredite und Aktien Not leidender Unternehmen aufkaufen. Die riskanten Papiere liegen nun in den Bilanzen der Notenbanken. Bereits vor Wochen haben wir an dieser Stelle die US-Zentralbank Fed deshalb als real-existierende Bad Bank der USA bezeichnet.
Die Zentralbanken spülen auf diese Weise mehr Liquidität in die Märkte als zu Zeiten von Alan Greenspan. Kein Problem, behaupten jene, die die nun aufkeimende Inflationsdebatte für absurd halten. Die Liquidität diene den Banken in der Krise lediglich als Sicherheitspolster. Geht es wieder aufwärts, bleibe den Notenbanken genug Zeit, auf die Bremse zu treten und die Liquidität so schnell wie sie geschaffen wurde, wieder abzuziehen.
Was für ein gewaltiger Trugschluss. Zwar ist es technisch betrachtet leicht, das Geld wieder einzusammeln: Die Notenbank erhöht die Zinsen und verkauft die Staatsanleihen in ihren Tresoren. Dafür erhält sie Geld, das sie dann einbehält. Das alles funktioniert in der Realität aber nur, wenn das Verkaufen der Papiere genauso leicht über die Bühne geht wie das Kaufen.
- Datum 07.05.2009 - 08:49 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Auf keinen Fall die Feuerwehr rufen!
Der Wasserschaden kann immens sein!
Nee, sie brauchen keine Angst vor Wasserschaden im brennenden Haus zu haben, denn hierzulande sind die [wirtschaftspolitischen] Feuerwehrleute überwiegend wasserscheu!
Nee, sie brauchen keine Angst vor Wasserschaden im brennenden Haus zu haben, denn hierzulande sind die [wirtschaftspolitischen] Feuerwehrleute überwiegend wasserscheu!
Fakt ist doch, dass die Nachfrage das Angebot stark übersteigen muss, wenn die Inflation in Gang kommen soll. Davon kann derzeit aber nicht die Rede sein. Ob der kommende Herbst ein Umdenken bei den Konsumenten befördert, ist reine Spekulation.
Fakt ist aber auch, dass derzeit das Angebot größer als die Nachfrage ist. Eine Menge Anbieter liefern sie Preiskämpfe. Diese Situation spricht eher dafür, dass wir in bestimmten Sektoren einen Angebotsüberhang haben. Für die Autoindustrie und die Computerherstellung ist das auch sofort einsichtig. Es ist eher so, dass das große Angebot in den alten Volkswirtschaften auf gesättigte Märkte stößt, auf denen meist nur der Ersatzbedarf an Gebrauchsgütern gedeckt wird.
Das Geld, was an den Finanzmärkten verbrannt ist, kann auch nicht mehr nachfragewirksam werden. Die Diamantenschleifer singen derzeit in Indien ein trauriges Lied.
Was hier läuft, ist eine rein politische Kampagne ohne großen Sachbezug. Hier in der Community wurde auch von Teilnehmern mit Inflation für den Herbst gedroht. Die Frage ist warum, glaubt man so etwas ???
Ich habe eher Angst davor, dass Kapazitäten abgebaut werden, Entlassung anstehen und damit dann auch die Nachfrage nach Gütern noch mehr absinkt. Erst nach dem Kapazitätsabbau könnte ein Nachfrageüberhang entstehen und dann käme die Inflation ingang. Bis dahin aber, haben wir Deflation.
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Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.
@Fakt ist doch, dass die Nachfrage das Angebot stark übersteigen muss, wenn die Inflation in Gang kommen soll. Davon kann derzeit aber nicht die Rede sein. Ob der kommende Herbst ein Umdenken bei den Konsumenten befördert, ist reine Spekulation.
Angesichts der wegbrechenden Aufträge der deutschen Industrie und der weltweiten Konjunkturkrise ist Inflation derzeit die kleinste Gefahr. Unternehmen erhöhen die Preise, wenn sie an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt sind. Die im Zweitrundeneffekt dann steigenden Löhne führen dann ihrerseits zu einer Aufschaukelung der Inflation. Von beiden Dingen kann derzeit nicht im entferntesten die Rede sein. Im Gegenteil liegt derzeit ein Drittel des Produktionspotentials in Deutschland brach. Bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage sehen sich die Gewerkschaften derzeit nicht annähernd in der Lage und angesichts der deflationären Tendenzen auch nicht genötigt, für Lohn- und Gehaltssteigerungen zu sorgen.
Es könnten Zeiten kommen, da man sich nach Preissteigerungen sehnen wird.
"Fakt ist doch, dass die Nachfrage das Angebot stark übersteigen muss, wenn die Inflation in Gang kommen soll. Davon kann derzeit aber nicht die Rede sein. Ob der kommende Herbst ein Umdenken bei den Konsumenten befördert, ist reine Spekulation."
Hyperinflation kommt immer dann, wenn die Marktteilnehmer nicht mehr an den "Wert" des Geldes glauben. Automatisch sind dann die Regeln von "Angebot und Nachfrage" ausser Kraft gesetzt.
@Fakt ist doch, dass die Nachfrage das Angebot stark übersteigen muss, wenn die Inflation in Gang kommen soll. Davon kann derzeit aber nicht die Rede sein. Ob der kommende Herbst ein Umdenken bei den Konsumenten befördert, ist reine Spekulation.
Angesichts der wegbrechenden Aufträge der deutschen Industrie und der weltweiten Konjunkturkrise ist Inflation derzeit die kleinste Gefahr. Unternehmen erhöhen die Preise, wenn sie an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt sind. Die im Zweitrundeneffekt dann steigenden Löhne führen dann ihrerseits zu einer Aufschaukelung der Inflation. Von beiden Dingen kann derzeit nicht im entferntesten die Rede sein. Im Gegenteil liegt derzeit ein Drittel des Produktionspotentials in Deutschland brach. Bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage sehen sich die Gewerkschaften derzeit nicht annähernd in der Lage und angesichts der deflationären Tendenzen auch nicht genötigt, für Lohn- und Gehaltssteigerungen zu sorgen.
Es könnten Zeiten kommen, da man sich nach Preissteigerungen sehnen wird.
"Fakt ist doch, dass die Nachfrage das Angebot stark übersteigen muss, wenn die Inflation in Gang kommen soll. Davon kann derzeit aber nicht die Rede sein. Ob der kommende Herbst ein Umdenken bei den Konsumenten befördert, ist reine Spekulation."
Hyperinflation kommt immer dann, wenn die Marktteilnehmer nicht mehr an den "Wert" des Geldes glauben. Automatisch sind dann die Regeln von "Angebot und Nachfrage" ausser Kraft gesetzt.
Und dennoch ist das derzeitige Handeln ohne Alternativen.
Und vor allem gibt es so und so eine Inflation. Dies hat gleich zwei weitere Gründe die ich nur kurz anschneiden möchte:
I
Es gab in viele Industriestaaten aber auch in exportorientierten Schwellenländern massive Übertreibungen. Von Spanien bis Kalifornien hat man weit weit über seine Verhältnisse gelebt, sprich, die gesamte Volkswirtschaft vom Konsument bis zum Unternehmer hat mehr Geld ausgegeben als das Land erwirtschaftet hat. Auf Jahre und massiv. Zu dem Zweck wurde massiv Liquidität in Umlauf gebracht die nicht annähernd irgend einem Gegenwert in Gütern oder Dienstleistungen zum Gegenstück hat. Da kann kein Staat der Welt etwas dafür oder dagegen tun, zu allen Zeiten und in jedem "System" hat dies immer und gnadenlos zu Inflation geführt. So wird die Liquidität selbst wieder aus dem System entzogen, bzw. die einzelne Geldeinheit solang immer weniger wer bis Geldeinheiten und Werte wieder in einem einigermaßen ausgeglichenen Verhältnis stehen. Inflation ist nicht nur unvermeidbar, sie ist auch die einzige Lösung diese Blasen aufzulösen ohne an anderer Stelle neue Blasen zu produzieren.
II
Die derzeitige Krise ist eine rein psychologische, in der Industrie. Die Weltwirtschaft wie auch die Weltbevölkerung expandierten am oberen Ende aber noch in gesundem Tempo. Dennoch bricht aus Besorgnis und weil kein Unternehmen mehr Kapital binden will (Lagerung von Vorprodukten oder Erzeugnissen zB) ein Teil der "Realwirtschaft" ein. So schlimm wie die effekthascherischen Überschriften in der Presse suggerieren ist es natürlich nicht, der "freie Fall" der gern melodramatisch kolportiert wird ist großer Schmarn. Inflationstreibend wird es wenn die Marktteilnehmer bemerken dass dies ein großer Schmarn ist, Hysterie und Angst vorbei sind und der nächste Aufwärtszyklus beginnt. Bis dahin werden nicht alle Firmen, also "Anbieter" auf dem Markt, überlebt haben. Wenn dann die Nachfrage stärker ansteigt als das vorhandene Angebot der "Anbieter" diese Nachfrage bedienen kann haben wir eine klassische Inflation wie aus dem Lehrbuch.
Conclusio: ist der Geldwert schon ruiniert zentralbankt es sich ungeniert.
I
Es gab in viele Industriestaaten aber auch in exportorientierten Schwellenländern massive Übertreibungen. Von Spanien bis Kalifornien hat man weit weit über seine Verhältnisse gelebt, sprich, die gesamte Volkswirtschaft vom Konsument bis zum Unternehmer hat mehr Geld ausgegeben als das Land erwirtschaftet hat.
Deutschland etwa auch? Oder ist es nicht viel mehr so, daß wir jahrelang unter unseren Verhältnissen gelebt haben, da durch den politisch erzeugten Druck auf die Entwicklung von Löhnen und Gehältern durch die Agenda 2010 sowie durch die Schaffung eines großen Niedriglohnsektors der einheimische Binnenmarkt geschwächt wurde. Durch dieses Lohndumping wurde ein immer stärkerer Außenhandelsüberschuß erzeugt, der allerdings durch den immer größeren Anteil der Unternehmensgewinne am Sozialprodukt weder zu mehr Konsum noch zu mehr Investitionen geführt hat, weil die dadurch erzeugte mangelnde Nachfrage zur Reduzierung der Gewinnerwartungen und somit der Investitionen geführt hatte, sondern der als Kredit an Länder mit einem großen Haushalts- und Handelsdefiziten wie die USA weitergeleitet wurde. Somit wurden die dortigen Konsumenten dazu gebracht, ihren Konsum nicht durch Einkommen, sondern durch Kredite zu finanzieren. Die infolge der Deregulierung der Finanzmärkte und der Außerkraftsetzung der Börsenaufsicht kreierten hochspekulativen Finanzmodelle und Wertpapieren, welche als Gegenwert für den Konsum geboten wurden, liegen heute in Billionenhöhe als toxischer, d.h. uneinbringbare und somit wertloser finanzieller Sondermüll in den Bilanzen europäischer Banken und Unternehmen. Um das einmal anders auszudrücken: Von finanziellen Standpunkt aus betrachtet, hätten wir große Teile des Außenhandelsüberschusses auch gleich an die USA verschenken können. Die mangelnde Kreditvergabe der Banken ist nicht nur auf die instabil gewordenen Märkte zurückzuführen, welche eine vernünftige und realistische Gewinneinschätzung der Unternehmen praktisch unmöglich gemacht hat, sondern darauf, daß die Banken durch die amerikanischen Giftmüllpapiere massive Verluste erlitten haben und im großen Umfang pleite sind, aber durch die Änderung der Bilanzierungsvorschriften die Möglichkeit haben, diese Verluste nicht in ihren Bilanzen ausweisen zu müssen. Aber noch nicht realisierte Verluste bleiben Verluste. Somit müssen wir zur Kenntnis nehmen, daß das einheimische Bankensystem, ähnlich wie das amerikanische, in großem Umfang pleite ist. Somit sind große Teile der hiesigen Wirtschaft inzwischen mit negativem Eigenkapital unterwegs.
II
Die derzeitige Krise ist eine rein psychologische, in der Industrie.
Ach ja? Sozusagen die berühmten 50 %? Die Frage ist: Was ist mit den anderen 50 %? Die Industrieproduktion ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 %, die Auftragseingänge um 30, 40, 50 und mehr Prozent eingebrochen. Wir haben es inzwischen mit einer handfestenKrise der Realwirtschaft zu tun, die sich zur Depression auszuweiten droht. Woher der notwendige und vor allem baldige Anstieg der Nachfrage kommen soll, der die Unternehmen wieder zu einer Auslastung ihrer Kapazitäten und zur Beendigung der Kurzarbeit bewegen könnte, müßte mir erst mal einer zeigen. Von den USA wird jedenfalls auf absehbare Zeit kein massiver Nachfrageschub zu erwarten sein, denn auf Grund der Überschuldung werden Arbeitslosigkeit und sinkende Realeinkommen die Konsumenten zum Sparen anhalten. Von China ebenfalls nicht, denn das Land wird versuchen, seine Außenhandelsüberschüsse mit allen Mitteln zu verteidigen, da man dort bei einem Wachstum unter 8 % bereits politische Unruhen auf Grund der Arbeitslosigkeit der einheimische Wanderarbeiter befürchtet, die durch ein kaum vorhandenes Sozialsystem dann vor dem Nichts stehen. Darum wird man dort durch immer stärkeres Lohndumping versuchen, die Konkurrenzfähigkeit der eigenen Produkte auf den Weltmärkten zu erhalten.
Alles in allem dürften steigende Preise für die nächste Zeit eher zu den Luxusproblemen gehören.
I
Es gab in viele Industriestaaten aber auch in exportorientierten Schwellenländern massive Übertreibungen. Von Spanien bis Kalifornien hat man weit weit über seine Verhältnisse gelebt, sprich, die gesamte Volkswirtschaft vom Konsument bis zum Unternehmer hat mehr Geld ausgegeben als das Land erwirtschaftet hat.
Deutschland etwa auch? Oder ist es nicht viel mehr so, daß wir jahrelang unter unseren Verhältnissen gelebt haben, da durch den politisch erzeugten Druck auf die Entwicklung von Löhnen und Gehältern durch die Agenda 2010 sowie durch die Schaffung eines großen Niedriglohnsektors der einheimische Binnenmarkt geschwächt wurde. Durch dieses Lohndumping wurde ein immer stärkerer Außenhandelsüberschuß erzeugt, der allerdings durch den immer größeren Anteil der Unternehmensgewinne am Sozialprodukt weder zu mehr Konsum noch zu mehr Investitionen geführt hat, weil die dadurch erzeugte mangelnde Nachfrage zur Reduzierung der Gewinnerwartungen und somit der Investitionen geführt hatte, sondern der als Kredit an Länder mit einem großen Haushalts- und Handelsdefiziten wie die USA weitergeleitet wurde. Somit wurden die dortigen Konsumenten dazu gebracht, ihren Konsum nicht durch Einkommen, sondern durch Kredite zu finanzieren. Die infolge der Deregulierung der Finanzmärkte und der Außerkraftsetzung der Börsenaufsicht kreierten hochspekulativen Finanzmodelle und Wertpapieren, welche als Gegenwert für den Konsum geboten wurden, liegen heute in Billionenhöhe als toxischer, d.h. uneinbringbare und somit wertloser finanzieller Sondermüll in den Bilanzen europäischer Banken und Unternehmen. Um das einmal anders auszudrücken: Von finanziellen Standpunkt aus betrachtet, hätten wir große Teile des Außenhandelsüberschusses auch gleich an die USA verschenken können. Die mangelnde Kreditvergabe der Banken ist nicht nur auf die instabil gewordenen Märkte zurückzuführen, welche eine vernünftige und realistische Gewinneinschätzung der Unternehmen praktisch unmöglich gemacht hat, sondern darauf, daß die Banken durch die amerikanischen Giftmüllpapiere massive Verluste erlitten haben und im großen Umfang pleite sind, aber durch die Änderung der Bilanzierungsvorschriften die Möglichkeit haben, diese Verluste nicht in ihren Bilanzen ausweisen zu müssen. Aber noch nicht realisierte Verluste bleiben Verluste. Somit müssen wir zur Kenntnis nehmen, daß das einheimische Bankensystem, ähnlich wie das amerikanische, in großem Umfang pleite ist. Somit sind große Teile der hiesigen Wirtschaft inzwischen mit negativem Eigenkapital unterwegs.
II
Die derzeitige Krise ist eine rein psychologische, in der Industrie.
Ach ja? Sozusagen die berühmten 50 %? Die Frage ist: Was ist mit den anderen 50 %? Die Industrieproduktion ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 %, die Auftragseingänge um 30, 40, 50 und mehr Prozent eingebrochen. Wir haben es inzwischen mit einer handfestenKrise der Realwirtschaft zu tun, die sich zur Depression auszuweiten droht. Woher der notwendige und vor allem baldige Anstieg der Nachfrage kommen soll, der die Unternehmen wieder zu einer Auslastung ihrer Kapazitäten und zur Beendigung der Kurzarbeit bewegen könnte, müßte mir erst mal einer zeigen. Von den USA wird jedenfalls auf absehbare Zeit kein massiver Nachfrageschub zu erwarten sein, denn auf Grund der Überschuldung werden Arbeitslosigkeit und sinkende Realeinkommen die Konsumenten zum Sparen anhalten. Von China ebenfalls nicht, denn das Land wird versuchen, seine Außenhandelsüberschüsse mit allen Mitteln zu verteidigen, da man dort bei einem Wachstum unter 8 % bereits politische Unruhen auf Grund der Arbeitslosigkeit der einheimische Wanderarbeiter befürchtet, die durch ein kaum vorhandenes Sozialsystem dann vor dem Nichts stehen. Darum wird man dort durch immer stärkeres Lohndumping versuchen, die Konkurrenzfähigkeit der eigenen Produkte auf den Weltmärkten zu erhalten.
Alles in allem dürften steigende Preise für die nächste Zeit eher zu den Luxusproblemen gehören.
Bei der gegenwärtigen Arbeitslosigkeit ist vorläufig an Inflation überhaupt nicht zu denken. Wer da glaubt, dass wir im Sommer schon wieder Vollbeschäftigung haben werden, irrt sich gewaltig.
kommt nicht einfach so, sondern wird staatlich zugelassen bzw. gefördert. Und welche Möglichkeit haben denn die Volkswirtschaften der (demokratischen) Industriestaaten, die gigantischen Geldsummen, die den Banken als "Krisenpakete" zugeschanzt wurden, jemals auch nur ansatzweise zu tilgen, ausser sich immer weiter zu verschulden, und ihren Bürgern erklären zu müssen, das sie "den Gürtel enger schnallen" müssen, ohne eine Politik der kontrollierten Inflation zu fahren ?
Aber dann sollte man auch nicht dauernd um den heißen Brei herumreden und vor Inflation "warnen" wenn man sie eigentlich braucht und will. Das wäre die beste Konsumbelebung schlechthin, dann gibt jeder sein Geld aus, solange es noch etwas wert ist.
Aber dann sollte man auch nicht dauernd um den heißen Brei herumreden und vor Inflation "warnen" wenn man sie eigentlich braucht und will. Das wäre die beste Konsumbelebung schlechthin, dann gibt jeder sein Geld aus, solange es noch etwas wert ist.
Aber dann sollte man auch nicht dauernd um den heißen Brei herumreden und vor Inflation "warnen" wenn man sie eigentlich braucht und will. Das wäre die beste Konsumbelebung schlechthin, dann gibt jeder sein Geld aus, solange es noch etwas wert ist.
Ganz einfach, wenn wirklich eine Inflation kommt, dann wird man zwar sehr schnell sein Geld ausgeben müssen (wenn man welches übrig hat), aber man bekommt sehr bald nichts mehr dafür, bzw. muß es für blanke Notwendigkeiten ausgeben.
Wenn die Menschen allerdings nur Angst vor einer Inflation haben, aber keine kommt, dann können sie ihr Geld länger ausgeben... Von daher halte ich Inflationswarnungen für sehr nützlich. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass genau diese Angst dafür verantwortlich ist, dass die Konsumenten sich bisher nicht sehr zurückgehalten haben, was das Geldausgeben betrifft: Was man hat, das hat man.
Aber ernsthaft, eine wirkliche Inflation würde dieses Land ins Chaos stürzen. Es gibt mehr als genug Menschen, die schon jetzt kaum über die Runden kommen. Sobald die ALG2-Empfänger und Geringverdiener ihre Miete oder ihre Lebensmittel nicht mehr bezahlen können, stehen hier die Panzer an den Straßenkreuzungen und vor den Villenvierteln. Bekanntlich gehen ja Deutsche nicht auf die Straße und demonstrieren: Sie halten die Klappe und machen alles mit, solange es irgendwie geht, bis es nicht mehr geht.
Ganz einfach, wenn wirklich eine Inflation kommt, dann wird man zwar sehr schnell sein Geld ausgeben müssen (wenn man welches übrig hat), aber man bekommt sehr bald nichts mehr dafür, bzw. muß es für blanke Notwendigkeiten ausgeben.
Wenn die Menschen allerdings nur Angst vor einer Inflation haben, aber keine kommt, dann können sie ihr Geld länger ausgeben... Von daher halte ich Inflationswarnungen für sehr nützlich. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass genau diese Angst dafür verantwortlich ist, dass die Konsumenten sich bisher nicht sehr zurückgehalten haben, was das Geldausgeben betrifft: Was man hat, das hat man.
Aber ernsthaft, eine wirkliche Inflation würde dieses Land ins Chaos stürzen. Es gibt mehr als genug Menschen, die schon jetzt kaum über die Runden kommen. Sobald die ALG2-Empfänger und Geringverdiener ihre Miete oder ihre Lebensmittel nicht mehr bezahlen können, stehen hier die Panzer an den Straßenkreuzungen und vor den Villenvierteln. Bekanntlich gehen ja Deutsche nicht auf die Straße und demonstrieren: Sie halten die Klappe und machen alles mit, solange es irgendwie geht, bis es nicht mehr geht.
Seltsam, seltsam. Es scheint in der Volkswirtschaftslehre genauso abzulaufen, wie in der Philosophie: Sie ist eine Hydra mit tausend Köpfen, von denen jeder etwas anderes verkündet (so nach Schopenhauer zitiert). Nur in der Philosophie, die das spektakuläre zum Thema hat, ist diese Situation verständlich, sie ist ein Ausdruck von Suchverhalten. Aber im Fall der Volkswirtschaftslehre kann es doch anders sein. Sie verfügt über Berge von empirischen Daten, Erfahrungen über Aufschwünge wie über das "Platzen von Blasen" und methodisches Wissen, das in kausalanalytischen Modellen zur Untersuchung von wahrscheinlichen Entwicklungen verwendet werden kann. Gleichwohl, der eine sagt - mit ein paar hingeworfenen Verlautbarungen - dieses, ein anderer das genaue Gegenteil. Und niemand kümmert sich darum, seine Meinung so weit zu begründen, dass sie nachvollziehbar wird. Und wie ungenau formuliert wird: So zum Beispiel: Die "FED kauft Staatsanleihen". Doch wohl nicht die eigenen, dieses Geld hat sie ja schon eingesammelt, also muss es sich um Staatsanleihen anderer (zahlungsunfähiger) Staaten, die von Banken im eigenen Land bedient wurden, handeln. Oder wieso wird immer nur über das Verhalten der FED spekuliert - und zwar so, dass die eigene Meinung bzw. Spekulation damit unterfüttert wird - wo wir doch in der EURO Zone leben, deren Notenbanken sich doch wohl an ihren eigenen Problemlagen orientieren. Was für den FED Bereich gelten mag, muss ja nicht automatisch auf andere Regionen zutreffen, jedenfalls muss man etwas über die Übertragbarkeit sagen. Wie kann eine beginnende Deflation innerhalb weniger Monate ("bis zum Sommer" - so der Verfasser) in eine möglicherweise galoppierende Inflation umkippen? Das ist doch schon rein quantitativ völlig unwahrscheinlich, jede Entwicklung im sozialen und wirtschaftlichen Bereich braucht Zeit, um zuerst einen Wendepunkt zu erreichen, um danach in die Gegenrichtung um zuschlagen. Nur Erdbeben verhalten sich (scheinbar) anders. Auch da lässt der Verfasser den Leser allein damit, sich einen Reim aus seinen Bemerkungen zu machen (auch dies ein Zitat von Schopenhauer).
Es ist oft notwendig - und besonders dann, wenn es sich um sehr wichtige Dinge handelt - genau zu formulieren und das Für und auch das Wider einer Auffassung zu erörtern. So viel dialektisches Denken sollten man doch verlangen dürfen. Statt dessen Sätze nach dem Motto "ich weiß es besser, brauche es aber nicht exakt zu begründen". Arme Volkswirtschaftslehre, sie scheint ein Teil des Problems zu sein und nicht ein Mittel, dieses zu durchschauen, um nach bestem Vermögen rationales Verhalten zu begründen.
Für beide Fälle gilt: Die Aktienmärkte werden einbrechen, die Preise anziehen, schneller als es viele erahnen. Spätestens im Sommer dürfte es soweit sein"<
D
ie Aktienkurse werden einbrechen, wenn die Gewinne sinken, das KGV also steigt, sie werden dann sinken, wenn dank hoher Zinsen das angelegte Geld sichereren und höheren Ertrag bringt als in Aktien angelegtes Geld.
In einer allgemeinen Inflation steigt übrigens auch der nominelle Wert eines Unternehmens. Warum sollten dann die Aktienkurse fallen?
Wie gesagt, die Kurse werden fallen, wenn die Zinsen steigen und die Gewinne sinken.
Ich sehe jedenfalls nicht den geringsten Grund, nachdem ich so lange meine Aktien gehalten habe, sie ausgerechnet jetzt zu verkaufen.
Aber vielleicht möchte Herr Mattern ja Aktien günstig einkaufen.
Dann sollte er heute tätig werden. Morgen könnte es schon wieder zu spät sein.
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