Wirtschaftskrise Conti-Mitarbeiter randalieren im Werk Clairoix

Verwüstete Büros, zersplitterte Fensterscheiben und ein zerstörter Pavillon: Wütend protestierten 500 Beschäftigte des Automobilzulieferers gegen ihre drohende Entlassung

Im Streit um die geplante Schließung des Continental-Reifenwerks im nordfranzösischen Clairoix haben aufgebrachte Arbeiter in der Anlage randaliert. In einem Empfangsgebäude der Fabrik warfen sie Scheiben ein und zerstörten die Einrichtung. Anschließend machten sie sich über den Begrüßungspavillon des Werks her.

Zuvor hatten sie schon ein öffentliches Gebäude im nahe gelegenen Compiègne gestürmt, wo sie vom Gerichtsurteil zur Zukunft des Standorts erfuhren. Die Gewerkschaften hatten noch versucht, die Schließung des Werks mit 1120 Arbeitsplätzen zu verhindern, und darauf verwiesen, dass Conti sich nicht an frühere Absprachen gehalten habe. Schlussendlich konnte sich der Konzern aus Hannover durchsetzen. Er rechnet nicht mit einer Erholung der Reifennachfrage.

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Am Mittwochabend wollen etwa 1000 französische Conti-Beschäftigte in die niedersächsische Landeshauptstadt reisen, um dort während der Hauptversammlung gemeinsam mit deutschen Beschäftigten gegen die geplanten Schließungen zu protestieren. "Continental stürzt unsere Familien ins Elend. Wir sind jetzt keine Schafe mehr, sondern Löwen", warnte Gewerkschafter Xavier Mathieu. Auch in Hannover soll ein Werk geschlossen werden.

Angesichts von Massenentlassungen und Werksschließungen nutzen wütende Arbeiter in Frankreich seit Anfang März immer radikalere Protestmethoden. Bereits mehrfach wurden Manager über Nacht in ihren Büros festgehalten. Betroffen waren Topmanager von Firmen wie Sony, Caterpillar, Scapa und 3M. Alle sagten nach den Geiselnahmen schließlich höhere Abfindungen zu.

Am Dienstagabend endete die siebte Geiselnahme von Führungskräften. Zwei Manager des Autozulieferers Molex im südfranzösischen Villemur-sur-Tarn waren 25 Stunden lang von Beschäftigten festgehalten worden. Sie kamen unter der Auflage frei, umgehend Verhandlungen aufzunehmen. Die Gewerkschafter fordern unter anderem höhere Abfindungen von der US-amerikanischen Leitung des Unternehmens. Das Molex-Werk in der Nähe von Toulouse soll im Sommer geschlossen werden, weil es unrentabel ist. Die rund 300 Mitarbeiter zweifeln dies an.

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist schon erstaunlich, mit welchen Mitteln sich die Franzosen gegen die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise wehren ("wir werden von Schafen zu Löwen!"). Und was passiert in Deutschland? Die Gewerkschaften und Herr ACKERMANN (einer der Mitverursacher der Finanzkrise) sprechen zwar von der Möglichkeit, dass es auch in Deutschland Unruhen geben könnte - sehen aber keine Gefahr. Dafür sind die Deutschen einfach zu autoritätsgläubig ("Frau Dr. Merkel und Herr Steinbrück werden's schon richten") und sind von allzugrosser Angst vor der Zukunft erfüllt. Am meisten bedauere ich unsere Jugendlichen, die von den Erwachsenen weder MUT noch ZIVILCOURAGE gelernt haben und die nur negative Vorbilder (Pooth, Bohlen, Becker usw.) kennen.

    Herzliche Grüsse aus Hildesheim!

    Klaus Metzger
    www.twitter.com/klmmetzger

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    • lef
    • 22.04.2009 um 14:14 Uhr

    Zertrümmern des Arbeitsplatzes? Noch dümmer geht`s nimmer!
    Sie haben offenbar am "Aufbau Ost" teilgenommen! Oder ist Ihr Nomen Omen?

    Aber zumindest spart die Firma dann die Abrisskosten....

    • lef
    • 22.04.2009 um 14:14 Uhr

    Zertrümmern des Arbeitsplatzes? Noch dümmer geht`s nimmer!
    Sie haben offenbar am "Aufbau Ost" teilgenommen! Oder ist Ihr Nomen Omen?

    Aber zumindest spart die Firma dann die Abrisskosten....

  2. Ich möchte meine internationale Solidarität mit den französischen Arbeitern bekunden. ur allen Formen des Widerstandes gehört vor allem Mut, Ausdauer und Wille!!!
    Ciao Bella
    Trizmachine

    • lef
    • 22.04.2009 um 14:14 Uhr

    Zertrümmern des Arbeitsplatzes? Noch dümmer geht`s nimmer!
    Sie haben offenbar am "Aufbau Ost" teilgenommen! Oder ist Ihr Nomen Omen?

    Aber zumindest spart die Firma dann die Abrisskosten....

  3. Also waere ich Unternehmer wuesste ich wo ich ganz bestimmt kein Werk aufbauen wuerde......
    Das wird denen noch leid tun, wenn sie auslaendische Investoren suchen.

  4. als brave Schafe füttern wir mit unseren Steuern eine Bad-Bank !

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