Diskussion Eine DDR-Strophe für die Nationalhymne

Soll die Bundesrepublik zum 60. Geburtstag eine zweite Strophe für ihre Nationalhymne bekommen? Wäre der Text der DDR-Hymne geeignet? Diskutieren Sie mit

Die Forderung klingt gewagt: In der aktuellen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung schlägt Autor Heribert Prantl vor, zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik die Nationalhymne um eine zweite Strophe zu ergänzen. “Auferstanden aus Ruinen, und der Zukunft zugewandt", böte sich nach Prantls Meinung an. Es ist die erste Strophe der alten DDR-Hymne.

Der Text wurde in der DDR von 1973 an nicht mehr gesungen; die Worte “Deutschland, einig Vaterland“ waren dem Politbüro in Zeiten des Kalten Krieges zu heikel.

Sängen wir die Strophe zur Haydn-Melodie der Nationalhymne, wäre dies Prantl zufolge keine Verklärung der DDR: “Der bescheidene, optimistische, unideologische Text hat diesen Untergang nicht verdient“, schreibt er. Er sei eine Antwort auf die Hybris der ersten Deutschlandlied-Strophe “Deutschland, Deutschland, über alles“. Zudem gäbe es für eine Ergänzung des Liedes mit dem 20. Jahrestag des Mauerfalls auch einen aktuellen Anlass.

Was halten Sie von der Idee? Hier können Sie sich die Melodie der deutschen Nationalhymne anhören. Der Text lautet:

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand;
|: Blüh im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches Vaterland! :|

Die erste Strophe der ehemaligen DDR-Hymne lautet:

Auferstanden aus Ruinen
Und der Zukunft zugewandt,
Lass uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen,
Und wir zwingen sie vereint,
Denn es muss uns doch gelingen,
Dass die Sonne schön wie nie
|: Über Deutschland scheint. :|

Wie fänden Sie die neue Version zur alten Melodie? Haben Sie eine Idee für einen anderen Text? Sie können auch Ihre Karaoke-Version der Hymne aufzeichnen und einen MP3 als Dateianhang hochladen. Schreiben Sie einen Kommentar und diskutieren Sie mit in der Community von ZEIT ONLINE.

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Leser-Kommentare
  1. Der Wahlkampf hat begonnen, nicht war?;-)

    Wenn wir hier über dieses Thema diskutieren, helfen wir nur dem Verursacher dieser Frage kostenlos Werbung zu machen (Und nach dem Wahlkampf ist das Thema gestorben).

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    Wenn es den Ossies wirklich helfen würde oder sie dadurch etwas Satisaktion verspüren würden - warum nicht. Aber ich vermute, im Ernst - wenn nicht gerade eine solche Diskussion vom Zaune gebrochen wird - interessiert kaum jemanden der Text.

    Vielleicht ist ja bei der SÜDDEUTSCHEN keine Sommerflaute, sondern sie versuchen, im Osten mehr Zeitungen oder Abos abzusetzen. Also insofern vielleicht doch Absatz-Wahlkampf :-)

    M. Flöger

    Wenn es den Ossies wirklich helfen würde oder sie dadurch etwas Satisaktion verspüren würden - warum nicht. Aber ich vermute, im Ernst - wenn nicht gerade eine solche Diskussion vom Zaune gebrochen wird - interessiert kaum jemanden der Text.

    Vielleicht ist ja bei der SÜDDEUTSCHEN keine Sommerflaute, sondern sie versuchen, im Osten mehr Zeitungen oder Abos abzusetzen. Also insofern vielleicht doch Absatz-Wahlkampf :-)

    M. Flöger

  2. Sehr geehrter mein_beitrag,
    mir war nicht klar, dass Herr Prantl zur Wahl steht. Oder wer ist für Sie der "Verursacher" dieser Frage?
    Mit freundlichen Grüßen,

    Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    sehr geehrter Herr Kuhn,

    Sie haben Recht. Ich bin zu schnell über den Artikel geflogen. meine Schuld.

    Ich habe es mit Münte´s Verfassungsvorschlag in einen Topf geworfen.

    mfg,

    mB.

    sehr geehrter Herr Kuhn,

    Sie haben Recht. Ich bin zu schnell über den Artikel geflogen. meine Schuld.

    Ich habe es mit Münte´s Verfassungsvorschlag in einen Topf geworfen.

    mfg,

    mB.

  3. sehr geehrter Herr Kuhn,

    Sie haben Recht. Ich bin zu schnell über den Artikel geflogen. meine Schuld.

    Ich habe es mit Münte´s Verfassungsvorschlag in einen Topf geworfen.

    mfg,

    mB.

    Antwort auf "Verursacher"
  4. ...Tantiemen von Herrn Führer oder ist bei der Süddeutschen schon die Sommerflaute ausgebrochen ?

    Bislang hatte ich Herrn Prantl für einen einigermaßen seriösen Journalisten gehalten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Herr Pfarrer Führer sollte seinen wohlverdienten Ruhestand genießen und nicht mit lächerlichen absurden Ideen Reklame für sein Buch machen! Der Mann hat seine Verdienste. Diese wurden und werden anerkannt. Schnapsideen wie seine jetzigeramponieren nur sein Ansehen erheblich!

    Herr Pfarrer Führer sollte seinen wohlverdienten Ruhestand genießen und nicht mit lächerlichen absurden Ideen Reklame für sein Buch machen! Der Mann hat seine Verdienste. Diese wurden und werden anerkannt. Schnapsideen wie seine jetzigeramponieren nur sein Ansehen erheblich!

  5. Ich finde es längst überfällig, dass Deutschland zumindest eine weitere Strophe zur Hymne bekommt; und zwar aus der DDR-Hymne. Selbst ich als "alter" Wessi finde das notwendig. Besonders auch für das Zusammgehörigkeitsgefühl. Des Weiteren ist "Auferstanden aus Ruinen" ebenso passend für die West-Republik wie auch Gesamtdeutschland. Also ich kann Herrn Prantl. nur zustimmen: Die Hymne ver-gesamtdeutschen!

    • bediuk
    • 21.04.2009 um 12:55 Uhr

    So ganz spontan find ich die Idee richtig gut! Und der Text fügt sich auch ganz wunderbar in die Melodie. Allerdings würde mich doch die Herkunft und Entstehung des Textes "Auferstanden aus Ruinen..." interessieren; historisches lässt sich ja häufig doch nicht so leicht abschütteln.
    Ansonsten: warum nicht?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Soweit ich mich erinnere: Johannes R. Becher (eine Zeit lang auch Kulturminister der DDR), durchaus passabler Dichter und Schriftsteller. Und die Musik stammte von Eisler, dem, der mit Brecht ... Der Rest ist sicher leicht zu "googeln" :=)

    Theo Rem

    Soweit ich mich erinnere: Johannes R. Becher (eine Zeit lang auch Kulturminister der DDR), durchaus passabler Dichter und Schriftsteller. Und die Musik stammte von Eisler, dem, der mit Brecht ... Der Rest ist sicher leicht zu "googeln" :=)

    Theo Rem

  6. wie ich finde. Als symbolischer Akt gegen das Gefühl vieler DDR Bürger ein System übergestülpt bekommen zu haben, überfällig.

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    • 2M
    • 22.04.2009 um 19:40 Uhr

    Als ehemaliger DDR-Bürger lege ich überhaupt keinen Wert darauf,
    daß mit dieser Hymne die DDR aus Ruinen wieder aufersteht.

    • 2M
    • 22.04.2009 um 19:40 Uhr

    Als ehemaliger DDR-Bürger lege ich überhaupt keinen Wert darauf,
    daß mit dieser Hymne die DDR aus Ruinen wieder aufersteht.

  7. Diese Idee hörte ich schon vor etlichen Jahren im Bekanntenkreis und finde auch, dass es nötig ist. Den Text "Auferstanden aus Ruinen" finde ich tausendmal passender als das seichte Gedudel "Einigkeit und Recht und Freiheit". Aber es wird nicht passieren, da gehe ich jede Wette ein. Genau wie die "Kopfnoten" in den Zeugnissen muss erstmal die DDR Hymne weiter vergessen werden, um es nach X Jahren als neue Idee aus dem Hut zaubern zu können. Denn alles, was aus der DDR stammt, muss erstmal partout schlecht sein und darf unter keinen Umständen ins heutige Leben einfließen. Das denken doch eh alle.

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  • Serie 60 Jahre BRD
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  • Schlagworte Nationalhymne | DDR | Recht | Mauerfall
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