Russland: Milde Zeiten im Energiestreit mit Europa?
Ein neuer, globaler Handelsvertrag über alle fossilen und nuklearen Energiearten - Russlands Präsident Medwedjew hat Europa pünktlich zum Gipfel in Bulgarien in Zugzwang gebracht.

© SERGEI SUPINSKY/AFP/Getty Images
Russlands Gaslieferungen in die Ukraine gaben immer wieder Anlass zu Streit: Eine russische Kompressorstation in Sudja an der Grenze zur Ukraine
Eine Krise lässt die andere vergessen. Über den Turbulenzen der Weltfinanzen 2009 ist die Schreckstarre Anfang 2007 in fast eiszeitliche Ferne gerückt. Schon vergessen? Damals drehte Wladimir Putin mitten im Winter den Ukrainern kurzerhand den Gashahn zu, und die Angst ging in den Hauptstädten westlich des Kremls um. Spätestens in diesem Augenblick beugte sich die Europäische Union sorgenzerfurcht über ihre künftige Energiepolitik.
Anfang der Woche weilte Putins Amtsnachfolger Dmitrij Medwedjew auf Staatsbesuch beim finnischen Nachbarn und gab kund, er habe allen Partnern und Kunden seinen Vorschlag eines neuen, globalen Handelsvertrags über alle fossilen und nuklearen Energiearten zugeleitet. Adressaten – und hier liegt der erste, geschickte Zug dieser neuen Energiepolitik – sind zum einen die Clubs der G-20- und der G-8-Staaten, aber auch Russlands Verbündete und Nachbarn. Der neue Vertrag soll den alten Energiechartavertrag ablösen, der in den frühen neunziger Jahren die Investitions- und Arbeitsbedingungen westlicher Konzerne in der soeben zerfallenen, also geschwächten Ex-Sowjetunion regelte. Russland hat später die Charta nicht ratifiziert, weil Moskau nicht ohne Grund darin einen unfairen Vorteil für den Westen sah.
Medwedjews Vorschlag bringt – zweiter kluger Schachzug - wieder Bewegung in die lange starren Fronten: dort ein durch den Boom lange vor Selbstbewusstsein platzendes Russland, hier eine EU, die zwischen der (auch historisch gespeisten) Angst vor Moskau und einer eher kühlen Zweckpartnerschaft keine klare Linie fand. Bewegung auch pünktlich zum Energiegipfel, zu dem die Bulgaren am Freitag nach Sofia eingeladen haben, die EU-Partner wie Russen, Amerikaner oder Schwarzmeeranrainer.
Der russische Präsident – dritter Schachzug – hatte sich für seine finnische Frühlingsofferte kurz zuvor im Treffen mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliev bestens präpariert. Aliev sprach in Moskau frohgemut von Russland als Transitroute fürs hauseigene Erdgas, wofür eine alternde Pipeline aufgemöbelt werden solle. Damit wäre wiederum das Projekt der europäischen Nabucco-Pipeline aus der kaspischen Region über die Türkei nach EU-Europa wohl endgültig Makulatur – zur Freude der Russen, die diese Um-Leitung fernab ihres Hoheitsgebietes nie goutiert haben.





Ein für dieses Thema zwar zu kurz geratener, aber trotzdem informativer, Artikel.
Nur eine kleine Anmerkung: Am Anfang des Artikels wird daran erinnert, dass die Gaslieferungen an Süd- und Süd-Ost-Europa von Russland für einige Tage unterbrochen wurde.
Allerdings solllte an der Stelle auch angemerkt werden, dass diese Handlung Russlands auf Grund von illegalen Gasabschöpfung seitens der Ukraine veranlasst wurden.
Simpel ausgedrückt: Die Russen wollen, dass die Ukrainer für das erhaltene Gas bezahlen...Wer kann es ihnen verdenken??!!
P.S. Hat der von NGOs aus den USA unterstützte Wiktor Juschtschenko diesen Konflikt eskalieren lassen, um eine anti-russische Stimmung in Europa hervorzurufen/ zu verstärken?
Klingt weit hergeholt, aber seit Saakaschwili ist mir da nichts mehr geheuer...
Und nebenbei: In Teilen der Tigerstaaten in Süd-Ost-Asien und in Teilen Südamerikas siehts genauso aus. Erst gehen sie an amerikanische Elite-Universitäten und dann wird ihr Wahlkampf von den USA aus unterstützt.
So werden sich hübsch nationale Führer domestiziert, die dann praktisch ihre Funktion als amerikanische Agenten wahrnehmen.
David D. Rockefeller konnte so die "Council of the Americas" ins Leben rufen(handverlesen) und scheinbar arbeitet George Soros mit daran, im östlichen Teil Europas das gleiche zu tun...
können jetzt verhandelt werden, die für beide Seiten vorteilhaft sind. Denn die Rohstoffpreise sind niedrig und durch die Bankenrettungen wird das Geld entwertet werden müssen. So hätten beide Seiten große Vorteile in langfristig sicheren Verträgen. Am besten Abrechnung im US-Dollar, um noch ein Schnäppchen zu machen, denn der wird auch 2-3 Euro längerfristig sinken.
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