Bologna-Prozess Europas Studenten wollen modernere Unis
Einen leichteren Zugang zu Universitäten, bessere Vorbereitung auf die Arbeitswelt und mehr Möglichkeiten zum Auslandsstudium wünschen sich Studenten in Europa laut einer Umfrage

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Ein kostenloses Studium und modernere Unis wollen europäische Studenten
Vor zehn Jahren wurde der Bologna-Prozess in Gang gesetzt, und im Jahr 2009 sehen Studenten an europäischen Hochschulen viele Verbesserungsmöglichkeiten in der Qualität ihrer Ausbildung. Für eine Eurometer-Umfrage wurden Studenten an fast 15.000 Hochschulen in der EU, Kroatien, Island, Norwegen und der Türkei befragt. "Die Universitäten müssen moderner werden", sagte EU-Bildungskommissar Ján Figel bei der Vorstellung der Studie in Brüssel.
Eine der größten Sorgen der Studenten ist ihr Berufseinstieg. 97 Prozent der befragten Studenten wünschen sich, dass die Uni sie mit Kenntnissen und Fertigkeiten ausstattet, die sie brauchen, um auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein. Eine große Mehrheit (90 Prozent) forderte, dass Studiengänge auch Fähigkeiten wie Kommunikation und Teamwork vermitteln sollen sowie mehr Praktika in Unternehmen als Teil des Studiums.
Unzufrieden sind die Studenten auch mit dem in vielen Ländern immer noch schwierigen Zugang zum Studium. Fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) forderten generell eine kostenlose Ausbildung an Hochschulen. Auch mit den bestehenden Möglichkeiten zum Auslandsstudium sind viele unzufrieden. Ein Drittel der Befragten gab an, im Ausland studieren zu wollen. Die größte Schwierigkeit ist dabei die Finanzierung. 61 Prozent gaben an, dies sei ein großes oder sehr großes Hindernis.
Über die Fortschritte im Bologna-Prozess diskutieren vom 28. bis zum 29. April im belgischen Leuven und Louvain-la-Neuve die zuständigen Minister aus 46 Ländern. 1999 einigten sich 29 europäische Staaten im italienischen Bologna unter anderem auf die Umstellung der Diplom- und Magister-Studiengänge auf Bachelor- und Master-Struktur. Bei dem Treffen soll zudem eine neue Agenda bis 2020 festgelegt werden. Ziel soll es unter anderem sein, den Studenten einen Auslandsaufenthalt zu vereinfachen.
In Deutschland machen nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Master- und Bachelorstudiengänge derzeit rund 75 Prozent des gesamten Studienangebots aus. Bis 2010 soll die Umstellung auf das gestufte System abgeschlossen sein.
- Datum 23.04.2009 - 13:20 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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