Grüne Gentechnik Streit um Genmais entzweit CDU und CSU

Seit Landwirtschaftsministerin Aigner MON 810 verboten hat, wird sie aus der CDU hart attackiert. Forschen reiche nicht aus, heißt es dort - man müsse auch anbauen

Nachdem Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) ein Anbauverbot für Genmais verhängt hat, verschärft sich nun in der Union der Streit über den Umgang mit der Gentechnologie.

Mit Forschungsministerin Annette Schavan und dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff griffen zwei Vize-Vorsitzende der CDU die Ministerin der Schwesterpartei an. Schavan kündigte am Wochenende an, das Verbot nicht hinzunehmen. Wulff warf Aigner und CSU-Chef Horst Seehofer vor, nicht mehr hinter dem Koalitionsvertrag zu stehen. Aigner rechnet zudem mit rechtlichen Schritten des von ihrem Verbot betroffenen amerikanischen Konzerns Monsanto.

Anzeige

"Im Koalitionsvertrag haben wir uns verpflichtet, Forschung und Anwendung der grünen Gentechnik zu fördern", argumentierte Schavan. Es reiche nicht zu beteuern, "wir sind für die Forschung, die Anwendung wollen wir in unserem Land aber nicht haben".

Wulff sagte, er erwarte nach dem Verbot ein klares Signal der Bundesregierung, dass die den Einsatz der Gentechnik in Deutschland befürworte. "Horst Seehofer und Ilse Aigner stehen in dieser Frage nicht mehr zum Koalitionsvertrag", sagte Wulff.

Aigner bemühte sich darum, den Streit zu entschärfen. Sie beteuerte am Sonntag, sie sei nicht grundsätzlich gegen Gentechnik. "Ich werde nicht gegen die grüne Gentechnik zu Felde ziehen. Es kann immer nur Einzelfallentscheidungen geben." Sie kündigte an, auf den Vorschlag Schavans einzugehen, einen runden Tisch zur Gentechnik einzusetzen.

Zugleich verteidigte Aigner ihr Verbot der Maissorte. Vorrang müsse die Sicherheit von Mensch und Umwelt haben. "Es gibt neue Erkenntnisse, dass Genmais der Umwelt schaden kann", verteidigte die CSU-Politikerin ihre Entscheidung, die Aussaat einer gentechnisch manipulierten Maissorte zu verbieten.

Leser-Kommentare
  1. Monsanto ist ein Agrarunternehmen, das nachweislich durch seine rigorose und teilweise kriminelle Marktpolitik, weltweit agiert. Die wissenschaftlichen Tests und Ergebnisse die Monsanto sehr stark aus wirtschaftlichen Interesse einsetzt, sind nicht akzeptabel, da sie manipuliert sind und keine gesamtheitliche Betrachtung vorweisen. Es ist ist sicher auch nicht einfach für Politiker, wie Frau Schavan, von Herrn Wulff ganz zu schweigen, über ihren intellektuellen Tellerrand hinaus zu schauen. Es wäre naiv und unklug, wenn sie sich zu Unterstüzern dieses Konzerns machen. Über diesen ist umfangreich berichtet worden. Was ist denn grüne GenTechnologie, doch nicht, dass mit natürlichen, durchaus vorhandenen Mitteln, gegen Schädlingsbefall, ein gesundes Wachstum in der Landwirtschaft möglich ist. Zu erwähnen sind die überragenden Ergebnisse z.B. von EM Technolgie von Prof. Higa, die sich auf die natürlichen, außergewöhnlichen antibakteriziden Wirkungen der Mikroorganismen stützt und auch von deutschen Landwirten, hier in Bayern erfolgreich und vor allem schonend für den Ackerboden eingesetzt wird. Wenn man diese Betriebe und Landwirte befrägt, kann man nur staunen, dass dieses Wissen und die allesamt hervorragenden Resultate nicht global eingesetzt werden. Prof.Higa und EM werden massiv von den Agrarkonzernen bedroht und denunziert, da mit diesen Mitteln natürlich nicht dieses Geschäft und diese MachtManipulation möglich ist, da die Mikroorganismen in einer nachhaltigen Form wirken, indem sie den Ackerboden nachhaltig stärken und ohne weiteren Einsatz gesunden lassen. Damit kommen wir auf die unsäglichen Lobbyinteressen. Change, ein wirksames und durchdringendes CHANGE ist hier angesagt. Es geht hier und schon seit langem, um eine vernünftige und natürliche Agrarwirtschaft, die dem Menschen in seiner Nahrungsaufnahme Energie zuführt und nicht Krankheiten produziert. Die BioLogischen Lebensmittel bilden zum großen Teil eine wichtige Alternative dafür. Hier muss die Politik ansetzen und sich die nötigen und wichtigen umfassenden Informationen beschaffen. Wir benötigen keinen GenoZid durch Agrarkonzerne, sondern eine vernünftige und der Natur gerechte Agrarwirtschaft. Dazu gehört eine sehr viel bessere Aufklärung der landwirtschaftlichen Betriebe. Keine Lobbyadäquate. Der Landwirt muss wieder den Rang bekommen, zu dem er als Produzent für eine gesunde Ernährung beitragen kann. Dazu gehört Wissen. Die Argumentation von weltweiten Hungerkatastrophen, Arbeitsplätze etc. ist reines Angst produzieren. Gerade auch die Länder z.B. in Afrika und Asien wurden durch den Einfluss von den großen Agrarkonzernen ihres natürlichen Wissens und Handelns, dass regional immer verschieden sein kann, beraubt. Wenn man dann noch feststellt, dass sogar Tiere unter ein Patentrecht fallen, kann man sich nur entsetzt abwenden oder dagegen angehen. Die Agrarkonzerne haben Abhängigkeiten absichtlich produziert und versuchen es weiter. Staunend fragt man sich, wieviel eigentlich noch passieren muss, bis wir aufwachen. Die Natur benötigt nicht noch einen GAU, sie benötigt unsere behutsame Anteilnahme. Der Mensch hat das Recht auf eine intakte Natur, sie durch wirtschaftliche Interessen zu zerstören kann nicht hingenommen werden. Massentierhaltung etc. ist ein Menetekel gegen diese Natur, sie kann genau so wenig hingenommen werden, da sie ein Mord an Lebewesen ist. Die Poltik hat anscheinend nicht die Kraft diesen Argusstall auszumisten, der sich in den Industrieländern etabliert hat. Hier liegt ein großes Potential an Verantwortung für die Gesundheit der jeweiligen Gesellschaften. Nur wenn wirklich versucht wird hier anzusetzen, ist Poltik noch sinnvoll. Frau Aigner gebührt Dank für ihre Entscheidung! Manchmal gelingt es der CSU wirklich, noch vernünftige Politik zu kreieren.
    Fazit: Es gibt genügend und hervorragende Möglichkeiten den Ackerboden und mithin die Pflanzen zu schützen, mit erheblich weniger finanziellem Aufwand und zur Restrukturierung eines gesunden Ackerbaus, aber das scheint nicht das Wirken und Interesse der Agrarindustrie zu sein, sie zurückzudrängen ist eine wichtige Aufgabe, zum Wohle der Menschen.

  2. Dieser Artikel hebt drei Grundaussagen hervor

    1. Frau Aigner:
    Vorrang müsse die Sicherheit von Mensch und Umwelt haben. "Es gibt neue Erkenntnisse, dass Genmais der Umwelt schaden kann"

    2. Herr Wulff
    warf Aigner und CSU-Chef Horst Seehofer vor, nicht mehr hinter dem
    Koalitionsvertrag zu stehen.

    3. Frau Schavan
    "Im Koalitionsvertrag haben wir uns verpflichtet, Forschung und Anwendung der grünen Gentechnik zu fördern...wir sind für die Forschung, die Anwendung wollen wir in unserem Land aber nicht haben".

    Zu 1.
    Eine sehr konkrete und wichtige Aussage!
    Wenn es Erkenntnisse gibt, dass Gefahren für Menschen, also auch für dich, deine Kinder, Eltern und andere, also jeden von uns bestehen, dann sind sie unbedingt und gründlich zu prüfen!!!!

    Zu 2.
    Eine pauschale Aussage, die sich nicht mit der genannten konkreten Gefahr für ggf. Millionen von Menschen auseinandersetzen will.
    Ich bin mir sicher, dass die bedingungslose Durchsetzung von Maßnahmen, die nachweislich der Umwelt und damit auch der Gesundheit der Menschen schaden, nicht ausdrücklicher Inhalt des Koalitionsvertrages ist.

    Zu 3.
    Eine sehr polemische Argumentation, die bewusst den Begriff „grüne Gentechnik“ verwendet. Auch eine grüne Pflanze kann, wenn sie giftig ist, töten!
    Und ich bin mir auch sicher, dass Förderung von Forschung nie ein Garant für ein brauchbares Ergebnis sein kann. Und in diesem Fall liegen ja wohl offensichtlich sehr ernste Bedenken für Umwelt und damit die Gesundheit der Menschen vor!

    In diesem Sinne sollten also Herr Wulff und Herr Schavan ihre Aussagen prüfen!

    Und hier Infos sofort einzusehen

    "Monsanto Mit Gift und Genen"

    Trojanische Saaten : genManipulierte Nahrung - genManipulierter Mensch


    Saat der Zerstörung. Die dunkle Seite der Gen-Manipulation

    Alle in den öffentlichen Bibliotheken zu bekommen.

    [Anmerkung: Die gewünschte Korrektur wurde vorgenommen. Mit freundlichen Grüßen, die Redaktion/ew]

  3. Ich bitte Frau Schavan um Entschuldigung, ich meinte sie und ihre Aussagen, also muss es in meinem Kommentar statt "Herr" richtig "Frau" Schavan heissen.
    Vielleicht schafft es auch die Redaktion, die Korrektur vorzunehmen. Danke

    • Colon
    • 19.04.2009 um 18:06 Uhr

    Frau Schavan und Herr Wulff sagen unisono, es nütze nichts, nur zu forschen, man müsse auch anbauen. Aber, der Anbau "grüner" Gentechnik, hier der Anbau einer seit Jahren von Monsanto durchgesetzten und patentierten Maispflanze bringt nicht den erhofften Nutzen, ohne gleichzeitiges, hohes Schadensrisiko auf ganz unterschiedlichen Ebenen.

    Anders als im Artikel behauptet, gründen sich die Einwände der "Umweltschützer" auf ein ganzes Bündel von bisher schlecht untersuchten Risiken und auf die leider allzu bekannten, mittlerweile auch von "Nicht-Naturschützern" eingeräumten, Folgewirkungen des Anbaus in den USA und, vor allem, in den Schwellenländern.

    Frau Aigners Entscheidung hat keineswegs zum Ziel, die deutsche Pflanzenzuchtforschung, z.B. die der Helmholtz-Gesellschaft oder des entsprechenden Max-Planck Instituts aufzuhalten oder zu behindern.

    Wie differenziert hier Forscher über Ihre Bemühungen nachdenken und schreiben, das demonstrieren, allerdings in einem schon etwas älteren (2001), dafür aber sehr didaktischen und gut lesbaren Artikel Prof. Dr. Heinz Saedler und Dr. Wolfgang Schuchert, vom Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln.

    Vor allem zeigen die beiden Forscher auf, wo die Schwachstelle der bisherigen Bemühungen der Industrie liegt und wo der eigene Ort der Forschung liegen könnte
    ( http://www.mpiz-koeln.mpg... ).

    Tatsächlich lassen sich mit den molekularbiologischen Methoden der Pflanzengenetiker Entwicklungen voran treiben, die für die Zukunft einer guten und vor allem artenreichen und umweltverträglicheren Landwirtschaft zukunftsweisend sind. - Davon trägt aber das Bt-Mais „Angebot“ Mon-810 kaum etwas mit sich in die Praxis. Dafür aber eine Möglichkeit, relativ schnell, zusammen mit zwei anderen Anbietern, auf der ganzen Welt ein patentgeschütztes Nutzpflanzen-Monopol zu errichten.

    Was könnte in Zukunft nützen und verdiente mehr Förderung als bisher?:

    1. Fast alle Nutzpflanzen der heutigen Agrarproduktion haben durch konventionelle Vermehrung und Auswahl auf bestimmte Eigenschaften, auch einen Teil nützlicher Eigenschaften aus der Nachkommenschaften der Wildformen verloren. Wieder-Einkreuzungen alter, im Interesse der Standfestigkeit und der regionalen Anpassung erwünschter Eigenschaften, z.B. Selbstschutz der Pflanzen gegen Schädlinge, bessere Trockenheits- und Feuchteresistenz (die Zukunft fordert es, gerade beim Mais!), Pilzabwehr, erfordern auf klassischem Wege zu viel Zeit und Arbeitskraft, bis eine deutlich überlegene Sorte für den Anbau gezüchtet werden kann.

    Mit der Genanalyse und Genkartierung, der Möglichkeit Gene relativ sicher und genau aus einem Genom herausschneiden und in eine andere Pflanze mittels Überträgerorganismen (Bakterien, theoretisch sogar mit ehemaligen Schädlingen, die nun ihr Potential die Zellwände zu öffnen und in die Zelle zu gelangen, zur Verfügung stellen), Viren, kleinen DNA-Ringen (Plasmiden) oder mittlerweile mit mikrophysikalischen Methoden (z. B. auf der Oberfläche von inerten kleinsten Goldpartikeln werden die erwünschten Gene zum Transport aufgebracht und dann mit dieser biophysikalischen „Kanone“ in die Zielzelle gebracht), geht es deutlich schneller.

    Wie so etwas bei der Kartoffel aussehen könnte, beschreibt Inga Richter in ihrem
    Beitrag auf der Webseite der Max-Planck Gesellschaft, direkt vom Ort der Forschung am Max Planck Institut für Züchtungsforschung in Köln
    „Kartoffeln à la Gen-carte“ ( http://www.mpg.de/bilderB... )

    Deutsche Institute verfügen nicht nur über sehr gute Genlabors, die mit allen Arten der genetischen Eingriffsmöglichkeiten arbeiten können, sondern in der deutschen Forschungslandschaft hat sich, sicher auch traditionell bedingt, ein Bewusstsein dafür gehalten, wie wichtig es ist die Eigenarten und Eigenschaften von ehemals vorhandenen Nutzpflanzen so gut es geht in Samenbanken zu sichern und durch kontrollierte Wiederanzuchten lebensfähig zu erhalten.

    Das Kapital ruht also auch in der guten Ausstattung und ausreichender Forschungsförderung für die entsprechenden Einrichtungen, z.B. in Gatersleben
    ( http://www.ipk-gaterslebe... )

    2. Noch sind unsere Forschungseinrichtungen, dank staatlicher Förderung und Anbindung an Universitäten, nicht völlig stromlinienförmig an der Geschäftspolitik der großen Agrarkonzerne ausgerichtet, obwohl die wachsende Bedeutung der Drittmittelforschung klar erkennbar ist. Wenn das eintreten sollte, droht ein ähnlicher Stillstand bei der Kreativität, neue Lösungen zu suchen, wie es für den Bereich der Pharmaindustrie auf ZEIT/ZEIT-Online beschrieben wurden (Schmerzhaftes Scheitern, von Volker Stollorz ( http://www.zeit.de/zeit-w... ).

    Monsanto hat es geschafft ein relativ lange bekanntes Wirkprinzip, ein Toxin aus Bacillus türingiensis gegen den Maiszünsler, in eine patentierte und damit geschütze Maissorte einzubauen, Syngenta kann das auch (Bt-176).
    Aber wirklich innovativ und wirklich ein "Sprung" an Qualität und Quantität beim Körner- und Silo-, bzw. Futtermais sind diese Entwicklungen nicht.

    Allerdings verhindern die Patentierungen und die enge Verknüpfung von Forschung und Firmen, dass innovative Strategien, mehr Platz beanspruchen können.

    3. Die Entwicklung in der molekularen Gentik erlaubt es, Suchstrategien einzusetzen und Reihenversuche durchzuführen, für die früher Jahrzehnte und unzählige Vermehrungszyklen benötigt wurden. Aber, nach dem „Schrotflintenprinzip“ funktioniert der „Quantensprung“ genauso wenig, wie nach der Methode, immer in die selbe Kerbe zu hauen, bis plötzlich der völlig sichere transgene Mais vor uns aufwächst und die Welt vor dem Hunger rettet.

    Individualisierte und vor allem von den Bauern am Standort, zumindest in bestimmten „Biomen“, das sind relative stabile Landschafträume mit bekannten Böden, Faunen und Floren und den dazu gehörigen regionalen Klimabedingungen, selbst vermehrbare Nutzpflanzenzüchtungen dürften die verheißungsvolle Zukunft sein. Allerdings können dann Forscher und Firmen nur einmal Geld verdienen, wenn Ihnen nichts Neues mehr einfällt. Ein Recht auf den Pflanzenanbau vor Ort erlangen sie dann über ihre Patente nicht mehr! Das ist aber eine ganz andere Frage und hat mit dem Mon-810 Verbot und mit dieser Machart transgener Pflanzen nichts zu tun.

    Wer also die Stellungnahme der großen Forschungsgemeinschaften zum Mon- 810 Verbot genau liest, der begreift, die Forscher zittern nicht um den Bt-Mais, sondern um Ihre Leistungsfähigkeit und die öffentliche Anerkennung in der nächsten Zukunft ( http://www.mpg.de/pdf/all... ). - Die sollte doch aber von der politischen und wissenschaftlichen Risikobewertung für marktreife Konzernprodukte erst einmal klar getrennt werden.

    Weder sind Pflanzenzüchter und Genetiker dem Teufel verfallen, noch sind Kritiker, diese „Umweltschützer“, pauschal Deppen die von den Dingen nichts oder wenig wissen.

    Grüße
    Christoph Leusch

    • FA39MD
    • 19.04.2009 um 19:00 Uhr

    Ich finde es gut, wenn in unausgereifter Situation die Gen-Nahrung auf den Prüfstand kommt und bei kleinsten Zweifeln der Notaster gedrückt wird. Frau Aigner hat es getan und wird dafür gesteinigt. Warum: Einerseits macht Gen-Nahrung im Sinne wirtschaftlicher Erzeugung nur dann Sinn, wenn zweifelsfrei wissenschaftlich die Unbedenklichkeit für Mensch und Natur nachgewiesen ist - und das ist nicht der Fall - Punkt! Wissenschaftler haben zwar Pflicht, als Vorleister für politische Entscheidungen zu agieren - aber tragen die auch bei späteren Komplikationen die Verantwortung - Neun. Genauso Politiker. Die sind längst abgewählt, wenn nach Jahren neue Erkenntnisse des Irrwegs auftauchen. Keiner wird dann mehr zur Verantwortung gezogen.

    Gen-Technik steht aber nur aus einem Grund im Mittelpunkt um das High-Tech-Gehabe: Die tiefere Intension ist wirtschaftliche Macht über den Agrarsektor in Deutschland. In Amerika beklagen sich nun Bauern darüber, dass sie in aggressive Abhängigkeit von den Herstellern und Lieferanten geraten sind - Unumkehrbar durch Verträge. Das ist Ziel auch für Deutschland. Denn die Patente gehören amerikanischen Firmen und der Markt in Europa verspricht Milliarden Gewinne. Am Anfang erhält der Bauer noch Prämien und Rabatte für den Anbau, dann muss er das Saatgut kaufen, dass nicht zuchtfähig ist, dieses wird aber in Folgejahren teurer und die Preise werden an den Verbraucher abgewälzt. Den Gewinn machen nicht die Landwirte - sondern US-amerikanische Firmen. Gen-Technik ist eine Maschine zum Gelddrucken.
    Einmal nur eine Sorte entwickelt - und Geld spült sich jahrelang in die Kassen der Händler und Patentträger.

    Das geht aber nur, wenn man den Bauern per Gesetz eine Flexibilisierung - also eine Rückbesinnung untersagt oder schwer macht. Man müsste also davon ausgehen, dass Politiker wie Wulff gekaufte Interessenvertreter der US-Wirtschaft sind. Deutsche Wissenschaftler versuchen nun mit Probeanbau und Testreihen eventuelle spätere Klagegründe im Voraus aufzudecken, damit dem Lieferanten des Saatgutes kein juristisches Nachspiel entsteht, wenn es nach 10... oder mehr Jahren zu Umwelt- o. Gesundheitsschäden kommen sollte. Man kann davon ausgehen, dass diese Gen-Maschinerie längst auf Hochtouren arbeitet - das letzte Wort hat aber die Politik.
    Und hier ist die letzte Barriere gegen Hochmut, Wahnsinn und Profitgier zu Lasten der Gesundheit gefordert.
    Die CDU/CSU sollte sich schämen, leichtfertig unseren Lebensraum diesem Profitdenken auszuliefern - unter dem Deckmantel des Standortes Deutschland für Bio-HighTech. Das ist Unsinn, Verantwortung und Besonnenheit ist gerade in der Gen-Technik wichtig.

    Die Gegenargumente, der Einsatz von Chemie, um Naturprodukte vor Schädlingen zu schützen, mögen zwar richtig sein. Beweist aber, dass die wahre Bioforschung hier gar kein Interesse (weil kein Profit)hat - sie lieber den bequemen, unbekannten und nicht kalkulierbaren Weg gehen möchte. Das wird ja auch bezahlt und Forschungsgelder fließen dafür wie Honig...

    Nun das Hauptproblem für Wulff&Co:
    Ich möchte mir die Nahrungsart nicht vorschreiben lassen!
    Nicht von Euch Lobyisten!

  4. Nun ist es tatsächlich die CSU, der ich dankbar bin. Dankbar weil Frau Aigner genug Mumm hat und verhindert, dass Monsanto noch mehr höchst zweifelhafte Produkte in Umlauf bringt. Die Kritik einer Frau Schavan sollte niemanden ernsthaft irritieren, macht diese Dame doch den Eindruck, in ihrem Ressort mehr als nur ein wenig fehl am Platz zu sein.

    Es kann und darf doch nicht angehen, dass die Politik des "Wir liefern unsere Bürger schutzlos den Interessen irgendwelcher Konzerne aus." einfach so weiter fortgeführt wird.

  5. Wenn ich sowas lese :
    Union streitet über Genmais

    Berlin - Der Streit zwischen CDU und CSU über das Verbot von Genmais wird schärfer. Forschungsministerin Annette Schavan und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff warfen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) vor, mit dem Anbaustopp den Koalitionsvertrag zu verletzen - Schavan und Wulff sind stellvertretende CDU-Vorsitzende. "Das Verbot nehme ich nicht einfach hin", sagte Schavan. Aigner versicherte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: "Ich werde nicht gegen die grüne Gentechnik zu Felde ziehen." Im konkreten Fall sei das Verbot fachlich begründet gewesen. Schavan sagte dagegen dem Magazin Focus, Union und SPD hätten sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, Forschung und Anwendung der grünen Gentechnik zu fördern. Diese sichere Arbeitsplätze und helfe, "den Hunger in der Welt zu bekämpfen". AP

    ...bin ich der Ansicht, Frau Schavan sollte mit Ihrer gesammten Truppe für den Rest Ihres Lebens von Genmais ernährt weder, wenn Sie dann nicht mehr Schäden hat als jetzt schon, dann könnte man über Genmais-anbau in Deutschland ernsthaft nachdenken.
    Frau Aigner hat das einzig richtige gemacht.
    mfg

    • imame
    • 20.04.2009 um 22:01 Uhr

    jemals in Deutschland geforscht???
    Unsere Politiker sollten etwas genauer ihr Schulaufgaben machen und nicht diesem Riesenkonzern hinterher plappern.

    Für sie sollte zuerst die Gesundheit unserer Bevölkerung am Herzen liegen und nicht die Geldvermehrung eines dubiosen Konzerns.
    Frau Aigner verdient volle Bewunderung für ihre Weitsicht und jede Unterstützung, sollte je dieser Konzern Klage gegen sie führen.

    Niemand hat etwas gegen verantwortungsvolles Forschen, aber was Monsanto erforscht dient einzig und allein der Gewinnmaximierung. Zum Nachteil der Menschen und deren Ernährung.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service