Wahlkampfpoker Grüner Koalitions-Hick-Hack
Die Grünen-Spitze hätte sich gern auf eine Koalition mit der FDP festgelegt. Die Basis protestierte heftig. Die Lösung: Die Grünen legen sich erstmal nicht fest
Es sollte weitsichtig wirken, eben gar nicht sponti-haft. Jürgen Trittin und Renate Künast, die Spitzenkandidaten der Grünen, wollten ihrer Partei eine zermürbende Debatte im Wahlkampf-Sommer darüber ersparen, mit wem sie koalieren würden. Deshalb sendete das Spitzenduo frühzeitig ein Signal aus: Einzig eine Ampel-Koalition mit SPD und FDP komme als realistische Machtoption in Frage.
Für Trittin und Künast war das das Ergebnis eines negativen Ausschlussverfahrens: Rot-Grün pur erschien ihnen angesichts der Umfragen illusorisch. Mit der Union werde man nicht ernsthaft über Schwarz-Grün verhandeln wollen, mit der Linkspartei nicht über ein rot-grün-rotes Bündnis. Also, so die strategische Schlussfolgerung, müsste man wohl in den gelben Westerwelle-Apfel beißen. Je früher, desto besser. Dann fühlt sich hinterher wenigstens kein Wähler betrogen.
Deshalb sagte Künast im März: "Ich bin überzeugt: Wir werden mit einer Wahlaussage zugunsten einer Ampel in den Wahlkampf gehen." Trittin nannte die Ampel "die einzige funktionierende Option". Allerdings wusste er damals schon, dass "eine solche Koalition keinen Grünen begeistert".
Das war noch untertrieben. Was folgte, war ein Aufschrei der Basis. Die Grüne Jugend drohte vor ihrem Bundeskongress an diesem Wochenende sogar damit, das Wahlkämpfen in diesen Jahr ganz sein zu lassen, wenn man wirklich mit der FDP koalieren wolle. Auch manche Landesverbände, darunter der mitgliederstärkste in Nordrhein-Westfalen, hatten einen Wahlkampf-Boykott angekündigt für diesen Fall. Bei beiden Gruppen hieß es: Tatsächlich stünde die Linkspartei den Grünen näher als die FDP.
So ruderte die Grünen-Führung an diesem Wochenende zurück. Anders als ursprünglich geplant, taucht in dem fünfseitigen Leitantrag, den sie am Montag für den Parteitag Anfang Mai vorstellte, keine eindeutige Präferenz für eine Koalitionsaussage auf. Die konkreteste koalitionspolitische Aussage steht auf Seite vier: "Wir stehen als Mehrheitsbeschaffer für Schwarz-Gelb nicht zur Verfügung", steht da. "Der Antrag schließt Jamaika somit aus", erklärte Trittin später auf der Pressekonferenz, auch wenn es so explizit gar nicht dasteht.
So weit, so gut. Das war aber nicht die Ausgangsfrage. Was ist mit der von Trittin und Künast noch vor wenigen Tagen so staatsmännisch beworbenen Ampel? In dem Leitantrag taucht das Wort kein einziges Mal auf. Explizit ausgeschlossen wird sie allerdings auch nicht.
- Datum 13.05.2009 - 11:34 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Festlegen ? Um Himmels willen. Die Erben Fischers würden mit jeder anderen Partei ins Bett gehen- wenn nur entsprechende Posten für einzelne Köpfe als Lohn winken.
...nicht erst nach Lektuere dieses Artikels ist offenkundig, dass Trittin, Kuenast, Kuhn & Co. eine ueble Ansammlung chamaeleonesker Charaktermasken sind, die im Laufe ihrer politischen Genesis an jeder Kreuzung Ueberzeugungen wechseln, wie andere Leute ihre Unterwaesche.
Als willfaehrige Buettel der Schroeder-AG, als Idealpartner - nicht nur - der Hamburger CDU & zu guter letzt jetzt auch noch von Westerwelle & Co. geht es dieser Mischpoke letztlich nur um Pfruende & Macht.
Diese Typen verursachen nur noch Brechreiz...
in Wirtschaft und Politik. Wer wählt diese Opportunisten? Gibt es so viele Grundschullehrerinnen? J. F. ist doch weg vom Fenster!
...natuerlich haben Sie insofern recht, als dass die Gruenen in der Schulpolitik zunaechst ihre Vorstellungen durchzusetzen scheinen.
(Was tatsaechlich daraus wird, muessen wir abwarten...)
Meine - sicher etwas fundamentalistaisch erscheinende - Generalkritik an der Fuehrungsriege der Realos beruht aber auf anderen Wahrnehmungen.
Im Vordergrund stehen hierbei die politischen Werdegaenge der sog. gruenen "Eliten".
Wie denn etwa: Juergen Trittin, Ex-KBW-Aktivist
Andrea Fischer, Ex-KP-Mitschwimmerin
Joschka Fischer, Master of streetfightism
Reinhard Buetikofer, Ex-Kpd/ML-Aktivist
um nur einige zu nennen.
Was mich stoert, ist der hemmungslose Drang nach oben bei gleichzeitiger Preisgabe - nahezu - aller sozialen Prinzipien.
Nennen Sie mir doch bitte auch nur einen namhaften Politiker/-in der Gruenen, der/ die jemals dauerhaft soziale Politik gestaltet hat.
Sie kennen ihn/ sie nicht ?
Kein Wunder - es gibt ihn/ sie auch gar nicht.
& eben das ist es - was nicht nur ich - zum kotzen finde...
Dass auch manche Grüne Politiker dem allg. Machtgeklüngel zumindest teilweise erlegen sind, läßt sich wohl nicht vermeiden. Aber wenn ich die ganzen linken und rechten Einfallspinsel und Extremisten so höre, dann denke ich mir, es gibt doch keine Alternative. Es ist leicht zu kritisieren, aber in einer Demokratie gibt es nun einfach einmal viele Meinungen.
Hallo,
kann mir vielleicht mal jemand erklären, was die Grünen (und auch die SPD) offiziell immer gegen die Linke Partei hat?
Haben sie nur Angst, dass sie Stimmen an die Linken verlieren, wenn sie akzeptiert wird oder steckt da noch mehr dahinter?
Inhaltlich scheint es doch einigermaßen zu passen, zumindest besser als mit CDU/FDP.
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