Prognose IWF erwartet deutsches BIP-Minus von 5,6 Prozent

Deutschlands Wirtschaft schrumpft laut IWF-Prognose dieses Jahr um 5,6 Prozent. Stärker als in vielen anderen Länder Europas. Die Bundesregierung hält das für plausibel

Der Chef der IWF-Kapitalmarktabteilung, José Viñals, kann keine guten Nachrichten überbringen

Der IWF sieht die globale Konjunktur in der tiefsten Rezession seit der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre. In diesem Jahr dürfte die wirtschaftliche Gesamtleistung der Welt um 1,3 Prozent nachgeben. Das wäre das erste Minus seit Jahrzehnten, wie der Fonds in seinem am Mittwoch veröffentlichen Weltwirtschaftsausblick voraussagt. Am morgigen Donnerstag wollen die großen deutschen Wirtschaftsinstitute ebenfalls ihre Prognosen offiziell bekannt geben – es soll sich um ein Minus von 6,0 Prozent handeln

In Deutschland falle der Rückgang mit 5,6 Prozent deutlich stärker aus als im europäischen Durchschnitt, so der IWF-Bericht. Auch die USA werde mit 2,8 Prozent tief im Minus landen. Damit ist der Fonds deutlich pessimistischer als noch im März, als er ein Minus von lediglich 0,5 bis 1,0 Prozent für die weltweite Wirtschaft und für die USA ein Schrumpfen von 2,6 Prozent vorhergesagt hatte.

Für die Industrieländer insgesamt errechnete der Fonds einen Rückgang von 3,8 Prozent, für die Euro-Zone ein Minus von 4,2 Prozent im laufenden Jahr. Der Welthandel werde um elf Prozent einbrechen. Im kommenden Jahr wird es dem IWF zufolge für die Weltwirtschaft mit einem Plus von 1,9 Prozent wieder besser aussehen.

Die Bundesregierung hält das vom Internationalen Währungsfonds (IWF) vorausgesagte drastische Schrumpfen der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr für begründet. Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen sagte am Mittwoch in Berlin, aus Sicht der Regierung sei die IWF-Erwartung eines Minus von 5,6 Prozent in diesem Jahr "nicht unplausibel". Auch die Forschungsinstitute lägen mit ihrer Vorhersage in einem ähnlichen Rahmen. Was die Regierung in ihrer Prognose annimmt, die am 29. April vorgelegt werden soll, ließ Asmussen offen.

Das überdurchschnittliche Schrumpfen der deutschen Wirtschaft führt der IWF auf die extreme Abhängigkeit von Exporten und auf die Struktur der deutschen Exporte zurück. Das bedeutet, dass Deutschland von einem Aufschwung der Weltwirtschaft besonders profitiere, vom Abschwung aber auch besonders hart getroffen werde, sagte Asmussen.

 
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