Finanzkrise JP Morgan Chase überrascht mit Milliardengewinn

Nach Goldman Sachs hat nun die dritte große amerikanische Bank die Erwartungen der Bankenwelt übertroffen. Für den Gewinn sorgten ausgerechnet die Investmentbanker

Schwarze Zahlen in der Krise: JP Morgan Chase überrascht Anleger und Analysten

Nach Goldman Sachs und Wells Fargo verdient nun auch die amerikanische Großbank JP Morgan Chase besser als erwartet. Im ersten Quartal 2009 erwirtschaftete das Institut einen Überschuss von 2,1 Milliarden Dollar. Das waren zwar zehn Prozent weniger als noch im ersten Quartal des Vorjahres. Analysten aber hatten mit weniger guten Zahlen gerechnet. Die in der Branche wichtige Kernkapitalquote lag Ende März bei 11,3 Prozent - allerdings dank staatlicher Milliardenhilfen.

Damit zeigt sich die Großbank in der gegenwärtigen Finanzkrise robuster als andere Institute - unter anderem deshalb, weil sie weniger Immobilienkredite und Hypotheken in ihren Büchern hat. Bankchef Jamie Dimon sieht sein Institut deshalb auch dann "gut gerüstet", wenn sich die Krise verschärfen sollte.

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Allerdings hängt die Bank stärker als andere vom Privatkundengeschäft ab. Das aber leidet immer stärker unter der Rezession und der dadurch wachsenden Arbeitslosigkeit in den USA.  Auch musste JP Morgan im ersten Quartal Belastungen von zehn Milliarden Dollar durch faule Papiere und die Kreditvorsorge verkraften. Dies sei "extrem viel", sagte Dimon. Sollte sich die Wirtschaftslage weiter verschlechtern, könne man weitere Kosten nicht mehr ausschließen.

Ausgleichen konnte das Institut seine Verluste vor allem durch ein starkes Investmentbanking-Geschäft. Die Sparte machte mit 1,6 Milliarden Dollar erstmals wieder Gewinn. Noch vor einem Jahr hatte sie einen Verlust von 87 Millionen Dollar geschrieben. Die Risiken in dem Geschäftsbereich nähmen zunehmend ab, sagte Dimon.

Auch die Eingliederung der Sparkasse Washington Mutual laufe nach Plan, teilte das Institut mit. JP Morgan will durch den Zukauf 2,8 Milliarden Dollar sparen, den Großteil davon bis zum Ende des Jahres. Das Institut hatte die größte amerikanische Sparkasse im vergangenen Jahr gekauft, als diese in große Not geraten war. Zuvor hatte sie in einem Notverkauf bereits die Investmentbank Bear Stearns erworben.

Leser-Kommentare
  1. 1. Staatshilfen
    2. Verluste weitestgehend in 2008 gebucht
    3. neue Bilanzierungsregeln

    Eine Überraschung wäre es, wenn der Wert der Quartalsbilanzen den Papierwert übersteigen würde.

  2. 2. Wieso?

    Die Wirtschafts- und Finanzkrise geht aber auch an JP Morgan Chase nicht spurlos vorbei. Derzeit erhält die Bank Milliardenhilfen aus Washington.

    Wieso erhält eine Bank, die Milliardengewinne macht, Milliardenhilfen aus Washington?

  3. Zumindest sollte in Medien wie der Zeit ein kurzer Zusatz zum Zustandekommen der "Gewinne" vorhanden sein. Muß ja nicht direkt im Artikel sein. Ähnlich dem Verweis "Finanzkrise: Wo ist das ganze Geld geblieben?" wäre ja auch eine Möglichkeit. Die einfachsten Sachen müssen doch nicht unbedingt zuerst den Kommentatoren auffallen.

    Davon abgesehen, selbst nach Einschätzung allgemein anerkannter Fachleute haben gerade die amerikanischen Banken bereits seit Mitte der 90er Jahre schlicht und ergreifend gar keine Gewinne mehr gemacht. Sind all die schönen Zahlen reine Trugbilder. Was im vorliegenden Finanzsystem aber völlig normal ist.

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    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Antworten auf diese Frage werden tunlichst vermieden. Es gibt in dieser Krise Gewinner. Das sind nicht zuletzt die, die sagen, sie werden aus dieser Krise gestärkt hervorgehen.

    Aber die wirklichen Gewinner der Krise schweigen. Sie rühren an einem Tabu.

    Die Antworten auf diese Frage werden tunlichst vermieden. Es gibt in dieser Krise Gewinner. Das sind nicht zuletzt die, die sagen, sie werden aus dieser Krise gestärkt hervorgehen.

    Aber die wirklichen Gewinner der Krise schweigen. Sie rühren an einem Tabu.

  4. Die Antworten auf diese Frage werden tunlichst vermieden. Es gibt in dieser Krise Gewinner. Das sind nicht zuletzt die, die sagen, sie werden aus dieser Krise gestärkt hervorgehen.

    Aber die wirklichen Gewinner der Krise schweigen. Sie rühren an einem Tabu.

    Antwort auf "Gewinne? "
  5. Leider darf festgestellt werden, das investigativer Journalismus bei der ZEIT Redaktion für manche Berichte anscheinend nicht mehr angesagt ist. Wie kann man sonst diesen, ich erlaube mir hier den ususellen Ausdruck zu verwenden, Schwachsinn verbreiten!

    Also weshalb macht Goldman Sachs überaschend Gewinne? Der Trick liegt darin, dass die Berichtsperiode umgestellt wurde. Während das vierte Quartal im November endete, beginnt der neue Berichtszeitraum jetzt im Januar. Der Verlust vom Dezember wird hierbei nicht berücksichtigt. Des Weiteren müssen die faulen Wertpapiere nicht mehr zum aktuellen Marktpreis bilanziert werden und die gelockerten Bilanzregeln geben großzügigen Spielraum um Verluste weit in die Zukunft zu schieben.
    Wie war das doch gleich mit der geforderten Transparenz um wieder Vertrauen in die Finanzmärkte zu schaffen?

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