Rauchen Auch kalter Qualm ist giftig

Noch Stunden nach der Zigarette gefährdet Rauchen die Gesundheit - denn die Schadstoffe lagern sich an Wänden und im Teppich ab

Tabakqualm ist giftig. Er enthält mehr als 90 krebserregende Stoffe, die auch nach dem Rauchen noch lange in Raum und Kleidern hängen

Tabakqualm ist giftig. Er enthält mehr als 90 krebserregende Stoffe, die auch nach dem Rauchen noch lange in Raum und Kleidern hängen

Dass Raucher nicht allein ihre eigene Gesundheit, sondern auch die der "passiv rauchenden" Nichtraucher in ihrer unmittelbaren Umgebung gefährden, ist vielfach nachgewiesen worden. Mit Rauchverboten in öffentlichen Räumen und Gaststätten wurde in zahlreichen Ländern die Konsequenz daraus gezogen. Doch weder gute Einsichten noch strenge Verbote werden aus unserer Erde jedoch plötzlich einen Planeten der Nichtraucher machen. Allein in Deutschland gehen jeden Tag über 260 Millionen Zigaretten in Rauch auf.

Grund genug, weiter über Kampagnen nachzudenken, die helfen, Raucher zu Exrauchern zu machen und Nichtraucher – vor allem Kinder – vor den Giften zu schützen, die im blauen Dunst enthalten sind. Aus den USA kommen nun zwei Berichte, die – jeder auf seine Art – zum erneuten Nachdenken über die geeigneten Methoden anregen.

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Das Wissenschaftsmagazins "New Scientist" berichtet vom Fall des Gesundheitsforschers Michael Siegel von der Universität Boston. Siegel gilt als einer der profiliertesten Unterstützer verschiedener US-Nichtraucher-Kampagnen und hat mehrere Untersuchungen zu den Gefahren des Passivrauchens veröffentlicht. Nun ist er aber in der eigenen Szene in Ungnade gefallen. Der Grund: Siegel äußert öffentlich Skepsis an Rauchverboten im Freien und in Privatwohnungen, wie sie Kalifornien teilweise schon gelten.

"Als strikter Verfechter des Rauchverbots am Arbeitsplatz fühle ich mich wie ein Läufer, der seinen Marathon beendet hat und nun sieht, dass alle anderen noch rennen", kommentiert er seine Einstellung zu weiter gehenden Restriktionen gegen Raucher.

Über das Ziel hinaus laufen Siegels Ansicht nach einige Aktivisten auch in der Interpretation wissenschaftlicher Untersuchungsergebnisse. So zeigte eine Studie im Journal der American Medical Association im Jahr 2001, dass bereits nach halbstündigem Passivrauchen die Fähigkeit der Blutgefäße zur Erweiterung messbar abnimmt. In zahlreichen amerikanischen Informationsschriften ist daraus, wie der "New Scientist" berichtet, eine weit drastischere Aussage geworden: Schon nach 30 Minuten unfreiwilligen Mitrauchens steige das Risiko für Herzanfälle. Für Siegel ist das ein klarer Hinweis darauf, dass viele seiner Kollegen die ungeklärten Fragen zum Passivrauchen nicht offen diskutieren, sondern ihrer Meinung unterordnen wollen.

Zu Beginn des neuen Jahres – der Zeit der guten Vorsätze – machte in den US-Medien eine Studie des Kinderarztes Jonathan Winickoff vom Massachusetts General Hospital in Boston Furore. Mit dem Beitrag, der in der Januarausgabe der Fachzeitschrift "Pediatrics" erschien, wurde zugleich ein neuer Begriff in die Debatte um das Passivrauchen (englisch: second hand smoking) eingeführt, das "third hand smoking". Dabei handelt es sich um die langfristige Wirkung des Tabakrauchs, auch Stunden nachdem die letzte Zigarette ausgedrückt wurde.

Leser-Kommentare
  1. 1. ...

    ... und wie lange hat man dafür gebraucht?
    Und wie lange wird man brauchen bis man zugibt das Gentechnik scheisse ist?

  2. Rauchverboten im Freien und in Privatwohnungen, wie sie Kalifornien teilweise schon gelten

    Na gehts denn noch.
    Ich selbst habe noch nie in meinem Leben eine Zigarette geraucht, aber in den eigenen Vier waenden soll man jeden gefaellligst in Ruhe lassen.

    Rauchen ist schlecht und macht krank, jeder weiss das jetzt.

    Und wenn sich immer noch welche finden die das tun wollen dann ist das deren gutes Recht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Artikel 13
    (1) Die Wohnung ist unverletzlich."

    Ich rauche zwar selber, finde aber kalten Rauchgeruch ekelig.
    Wer jedoch in seiner Wohnung rauchen möchte darf dies auch, sofern keine regelnden Verträge bestehen.

    "Artikel 13
    (1) Die Wohnung ist unverletzlich."

    Ich rauche zwar selber, finde aber kalten Rauchgeruch ekelig.
    Wer jedoch in seiner Wohnung rauchen möchte darf dies auch, sofern keine regelnden Verträge bestehen.

  3. Die vielen schönen Studienergebnisse der "Wissenschaft" geben eher Auskunft über die Pathologie der US-Psyche als über die realen Gefahren. Eine Gesellschaft, die gerade dabei ist, an Junk-Food und Bewegungsmangel zugrunde zu gehen, macht sich Sorgen um krebserzeugende Partikel in der Tapete!

  4. "Artikel 13
    (1) Die Wohnung ist unverletzlich."

    Ich rauche zwar selber, finde aber kalten Rauchgeruch ekelig.
    Wer jedoch in seiner Wohnung rauchen möchte darf dies auch, sofern keine regelnden Verträge bestehen.

    Antwort auf "Gehts noch..."
  5. Wenn ich es also richtig verstanden habe, dann haben diese "Wissenschaftler" eine Umfrage gemacht. Sie haben also Leuten Fragen vorgelegt. Was waren das für Fragen, wie wurden die Leute ausgewählt. Darüber schweigt sich der Artikel höflich aus.

    Wenn schon Tabakrauch höchsten unter der Rubrik Restrisiko einzuordnen ist, was ist dann das hier? Substanzen in Tapeten und Teppichen? Dafür braucht man keinen Tabak, es gibt schon genug bedenkliche Stoffe in grösseren Mengen.

    Was wollen uns die Autoren also sagen? Raucher sollen ausgegrenzt werden! Das steckt dahinter.

    Wissenschaft sieht anders aus, das hier ist Paranoia und Fanatismus.

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