Islands Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir sagte am Montag, Kaupthing habe genügend Mittel, um die Spareinlagen der deutschen Kunden zurückzuzahlen. Aus regierungsnahen Kreisen hieß es am Montag, die Auszahlung sei nur noch eine Frage weniger Wochen. "Die Signale aus Island sind sehr ermutigend", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Lange Zeit war unklar, ob alles Geld zurückgezahlt werden kann.

Anfang Oktober hatte die deutsche Finanzaufsicht die Konten der deutschen Kaupthing-Tochter eingefroren. Die isländische Regierung musste Kauphting übernehmen, um einen Kollaps der größten Bank des Inselstaats zu verhindern. Insgesamt haben 30.800 deutsche Sparer bei Kaupthing etwa 308 Millionen Euro angelegt. Das Institut ist nicht Mitglied im Einlagensicherungsfonds deutscher Banken. Es war hierzulande mit aggressiven Zinsangeboten auf Kundenfang gegangen.

Finanzkreisen zufolge arbeiten auch deutsche Banken, bei denen Kaupthing und andere isländische Geldhäuser Schulden haben, mit Hochdruck daran, diese zurückzubekommen. Mehrere internationale Bankenkonsortien, darunter eines unter Führung der BayernLB, verhandelten derzeit in Island mit der Regierung und den Banken, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Noch sei aber unklar, welche Pläne die Regierung in Reykjavik verfolge. Eine Idee sei die Umwandlung der Schulden in Anteile an den Banken.

Die isländischen Institute haben gegenüber den deutschen Geldhäusern Schulden von rund 16 Milliarden Euro. Allein auf die BayernLB entfallen 1,5 Milliarden Euro. Zu den Gläubigern der isländischen Institute gehören unter anderem auch die WestLB, die Commerzbank, die DZ Bank und die HSH Nordbank. Die Kredite mussten in den Büchern der betroffenen Häuser kräftig abgeschrieben werden