Jürgen Klinsmann Der Feind vieler
Die Kritik an Bayern-Coach Klinsmann ist feindselig und von einem antiamerikanischen Ton begleitet. Die Frage nach seiner Eignung als Klubtrainer bleibt auf der Strecke.
Jürgen Klinsmann hat Recht: Deutsche Fußballvereine müssen sich was einfallen lassen, wenn sie wieder mal ein Champions-League-Finale erreichen wollen. Englische und spanische Klubs, zumindest die großen, spielen schneller und genauer. Und das liegt nicht nur am Geld. Klinsmann weiß das, und er spricht es aus. Damit macht man sich im konservativen Fußball-Milieu Feinde. Und Klinsmann hat viele davon. In allen Lagern.
Eine Frage bleibt unbeantwortet: Ob er seine Erkenntnisse auch umsetzen kann? Denn die Mühe, seine Facharbeit auf den Prüfstand zu stellen und konkrete Fragen zu seinem Trainingsstil zu stellen, macht sich so gut wie niemand. Auch über das Binnenverhältnis Vereinsführung/Trainer/Aufsichtsrat ist wenig bekannt. Stattdessen viel Meinung und Gemunkel.
Stattdessen auch persönliche und ätzende Kritik. Etwa in der FAZ, dort sind Klinsmanns Ankündigungen, mit denen er 2008 antrat, "Lehrsätze eines schlechten Unternehmensberaters", er selbst ein "angeblicher Visionär ohne klare Vorstellungen", ein "Investmentbanker"; die FR sagt ihm "vulgäres Managertum" nach. Diese Vokabeln sind Wirkungstreffer in dieser Zeit.
Auch vor der WM 2006 hatte sich ein antiamerikanischer Unterton in die Kampagne gegen den "Kalifornier" eingeschlichen, die von der Bild-Zeitung angeführt wurde. Heute sagt FCB-Aufsichtsrat Edmund Stoiber über Klinsmanns Arbeit: "Das ist sehr ernüchternd und sehr amerikanisch."
In diesem Klub der Mächtigen und Reichen scheint es viele zu geben, die was zu sagen haben. So soll sich der Aufsichtsrat gegen Jens Lehmann, den angeblichen Torwart-Kandidaten Klinsmanns, erfolgreich gewehrt haben. Während also die Expertenwelt die Modelle Arsenal, Manchester United, Wolfsburg und Hoffenheim preist, bei denen die Trainer alleine oder maßgeblich die sportliche Linie bestimmen, redet in München der Aufsichtsrat dem Trainer rein. Plus Uli Hoeneß, plus Karl-Heinz Rummenigge, plus Franz Beckenbauer.
Die Torwartfrage ist in Bayern ohnehin vorbelastet. Erstens befindet sich Bayern München im Jahr Eins nach Oliver Kahn. Wenn das mal kein Handicap für Klinsmann ist! Zweitens, so ist im Nachhinein zu hören, sei Klinsmann nie ein Michael-Rensing-Freund gewesen. Was angesichts dessen mangelnder Ausstrahlung und Strafraumbeherrschung für den Sachverstand des Trainers spricht. Doch er scheiterte wohl an Hoeneß, der Rensing jahrelang mit der Kahn-Nachfolge tröstete und nun bei ihm im Wort steht. Erst jüngst soll sich Klinsmann, laut SZ, durchgesetzt haben: "Jürgen, mach, was Du für richtig hältst!" Seitdem spielt Hans-Jörg Butt. Und erst jetzt, mit dem Rücken zur Wand, wird und kling Klinsmann offensiver.
- Datum 05.09.2009 - 09:48 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Anfängerfehler, aus denen Klinsmann lernt? Oder soll er generell ungeeignet sein? Immerhin ist er auch für Höhepunkte wie das 5:1 in Stuttgart (Pokal) und das 2:1 gegen Hoffenheim verantwortlich, das wohl intensivste Spiel der Bundesligageschichte. Doch die Urteile über Klinsmann, den 44-Jährigen, klingen endgültig.
Genau dies ist die entscheidende Frage: Ich halte ihn generell für ungeeignet. Die halbwegs erfolgreiche WM im eigenen Land kam nur deshalb zustande, weil Löw zur Seite stand und die Taktik rechtzeitig geändert wurde. Diesmal steht Löw nicht zur Seite, sondern ein unerfahrener Cotrainer, der zum einen Kommunikationsdefizite aufweist, zum anderen zu wenig zu trainieren hat, da Klinsmann kaum taktische Anweisungen gibt. Wenn man den Spielern glaubt, besteht der größte Trainingsanteil in Fitnesübungen und Motivationssprüchen. Der schwache Kader kommt problemverschärfend hinzu. Wenn man dann noch als Trainer den falschen Mann aufstellt (Lell) und dessen Überforderung hinnimmt ohne Gegegnreaktion, dann kommen solche Spiele raus wie gegen Barcelona. Klinsmann wird in der folgenden Saison nicht mehr Trainer beim FCB sein können, denn Rummenigge hat sich innerlich bereits festgelet, als er nach dem Barcelonaspiel bemerkte: Udo Lattek hat geweint....
Als Trainer lernt man nur durch Niederlagen. Bisher hat Klinsmann viel zu wenig davon gehabt. Insofern kann ich die Verantwortlichen des FC Bayern verstehen, wenn sie das Lernen nicht im eigenen Verein fördern möchten.
Ein HSV und Werder Fan !
Und was wäre die Alternative zu Lell gewesen? Die einzige, die mir einfällt und halbwegs praktikable wäre, wäre Ze Roberto, was aber zu einer ziemlichen Schwächung des Mittelfelds geführt hätte...
Da Klinsmann also weder einen Weltklassekader noch wirklich Macht in diesem Verein hat, lässt sich seine Arbeit von außen wohl nur schwer einschätzen...
Technisch ist jeder Bundeligaspieler ein fertiger Fußballer. da kann kein Trainer mehr großartig etwas verbessern. Die Kunst des Tainers ist es jetzt, jeden Spieler so zu nehmen, wie er ist und durch endlose Turniersituationen zu stabilisieren.
Junge unerfahrene Trainer machen oft den Fehler, diesen jeder auf seine Art "perfekten" Spielern, seine eigene Technik und Spielanlage aufzudrücken. Dies ist tödlich! Diese Spieler werden schlechter, unzufrieden und verweigern sich letztendlich. Sie finden erst zur alten Form wieder, bei einem Trainer, der dies erkannt hat. Wenn viele Deutsche Fußballtrainer endlich einmal ihre Jungs so spielen lassen würden, wie sie möchten, sähe es hier besser aus.
Die meisten Trainer nützen niemandem, außer sich selber.
Wie können die Journalisten nur so einfältig sein, auf so einen Zampano wie klinsi hereinzufallen, als wenn hier alle anderen Trainer Idioten wären.
Herr Klinsmann sollte erst einmal eine Bezirksligamannschaft in die Oberliga führen, nur so wird er beweisen, dass er was kann. Mit teuer eingekauften Stars herum probieren kann jeder.
Wieso soll das eigentlich der Hoeneß nicht selber können, der sitzt doch schon ein ganzes Leben auf der Bank?!
Übrigens, ich war vor Jahren in Köln bei einem Tennisturnier dabei, als ein junger unbekannter Amerikaner, der ohne Trainer angereist war, plötzlich die ganzen Asse vom Platz fegte und die Zuschauer sich über seine scheinbar total verkorkste Technik amüsierten. der Nobody damals hieß: John McEnroe
Die "schlechte" Technik hat er heute noch.
@rondo
Sorry, ich meinte natürlich IHRE eigene Technik auf zu drücken.
Die Frage die sich stellt ist nicht, ob Klinsmann der richtige Trainer ist, sondern ob Rummenigge und Co. die Erwartungshaltung die sie geweckt haben, mit diesem Kader überhaupt machbar ist. Wenn man sich die ersten Spiele von Bayern ohne den verletzten Ribery nochmals vor Augen führt, wird doch schnell deutlich, wie stark der FCB von einem (!) Spieler abhängig war und ist. Dies kann nie und nimmer die Grundlage dazu sein international eine große Rolle zu spielen. Überspitzt, wer ist schon Lell, Oddo etc., normaler Bundesligadurchschnitt, wenn überhaupt, aber auch nicht mehr. Natürlich hat Klinsmann auch "Anfängerfehler" begangen. Aber wenn man sich die letzten 10 Jahre des FCB vor Augen hält, war doch kaum ein Trainer, in den Augen des Vorstands, fähig eine Mannschaft zu führen (Rehhagel, Hitzfeld (erst gefeiert, dann gefeuert, dann wieder eingestellt), Magath). Fußballerischer Sachverstand, von dem der Vorstand im Normalfall sicherlich genug haben müßte ist überlagert von Vorstellung, alleine der Name FCB steht für fußballerische Qualität. Das dem nicht so ist, wurde ihnen durch Barca mehr als deutlich vor Augen geführt. Aber auch den Journalisten muß man sicherlich ins Stammbuch schreiben, dass sie nicht unerheblich zu der Demontage von Klinsmann beigetragen haben. Alleine die Wiederholung des Satzes, dass K. jeden Spieler jeden Tag ein bischen besser machen will führt inhaltlich nicht weiter. In letzter Konsequenz sind in den letzten Jahren nicht die Trainer beim FCB gescheitert, sondern der Vorstand. Im Übrigen eine interessante Variante dazu ist Schalke 04, wenn auch auf einem anderen Niveau. Auch hier sind Erwartungshaltungen von den Verantwortlichen geweckt worden, die mit dem jeweiligen Kader nicht machbar waren. Es ist im Fußball wie im richtigen Leben: Erwartungshaltungen wecken ist die eine Sache, sie in die Realität umzusetzen ist eine andere Sache. So banal ist das Leben und allemal der Fußball!
@Die Zeit: "Diese Woche ist ein Trainer ein weiteres Mal gefeiert worden. Weil er ins Halbfinale der Champions League eingezogen ist, obwohl er gleichzeitig noch eine Nationalmannschaft trainiert. Im Jahr 1993, als er etwa im Alter von Klinsmann heute war, verlor dieser Trainer ein Uefa-Pokal-Spiel in Karlsruhe mit 0:7. Sein Name: Guus Hiddink"
1993 bis heute, das sind 16 Jahre. Soll der FC Bayern so lange warten, bis Klinsmann dann auch das bringt, was Hiddink bringt?
Auch noch sachlich und ganz objektiv abzumerken: das "Antiamerikanismus" geht nicht gegen Kinsmann (oder dessen Ehefrau oder dessen früheren Wohgnsicht), sondern gegen die Beschäftigung von 5 Fitnes- und Rehatrainern, die aus dem "Athletes Performance Center" von Marc Verstegen stammen und die großen Neuerungen des Trainmerlehrlins Klinsmann darstellen sollen. Es sind dies im einzelnen: Martin Vasques, Nick Theslof, Thomas Wilhelmi, Marcelo Martins und Carcy Norman (siehe webside des FC Bayern).
Diese Leute kosten dem FC Bayern viel Geld; daß sich diese Investition in einer Überlegenheit des FC Bayern gegenüber anderen Mannschaften niedergeschlagen hätte, ist nicht erkennbar und wird wohl zu Recht kritisiert. Die "Neuerungen" von Klinsmann haben nichts gebracht (wir reden nicht von den aufgestellten Buddhas, die wieder entfernt wurden) und daß jeder Spieler durch den Einsatz der US-Coaches jeden Tag besser wird, ist auch nicht erkennbar.
Es mag anerkannt werden, daß die Bayern-Spieler vielleicht eine bessere Konstitution haben als die anderen. Wenn sich das aber nicht im Tabellenplatz niederschlägt, dann stellt sich schon die Frage nach dem Warum. Die Antwort ist einfach: Klinsmann überkompensiert mit seinen Fehlleistungen woll alles was positiv ist. Klinsmanns Fehlleistungen sind
1. Taktische Defizite des Trainer Klinsmann. Er ist ein gelernter Stürmer, hat keinen Sinn für Verteidigung (deswegen meuterte bereits einmal die Nationalmannschaft bei der EU-Meisterschaft und deswegen gab es auch einmal eine Geheimsitzung der FCB-Mannschaft) und verspricht sich sein Seelenheil durch einen Sturmlauf nach vorne. Trifft er aber auf Mannschaften, die hinten gut gestaffelt sind, dann fängt er sich immer durch ein blödes Gegentor, vornehmlich gegen Mannschaft im Abstiegsbereich eine Niederlage ein.
2. Psychologische Defizite: Er vergrault alle Spieler, weil: er ist der Star und will es sein und bleiben. Und ist ein Trainerlehrling. So etwas merkt natürlich eine Mannschaft und respektiert ihn nicht mehr. Dann braucht er Disziplinierungsmaß- nahmen wie gegen seinen Kapitän Mark van Bommel. der drei Mal hintereinander das Spiel von außen ansehen durfte. Daß alle drei Spiele verloren gingen und Höneß/Rummenige interveniert haben, ist bekannt. Daß Klinsmann seitdem bei seinen Spielern unten durch ist, weniger, aber nachvollziehbar.
Das Kapitel Klinsmann wird auf jedenfall zum Ende der Saison beendet. Denn wenn der FC Bayern doch noch die Deutsche Meisterschaft schafft, dann nicht wegen, sondern trotz Klinsmann.
soll Klinsmann doch mal einen anderen Verein als den FC Bayern München trainieren!
Vorschlag: Der FC Bayern leiht den Trainer aus - kostenlos. (Es sind dauern Bundesligisten dabei, die nicht so gut in der Tabelle stehen, ihren Trainer in die Wüste zu schicken).
Ob sich da ein Verein melden und Klinsmann nehmen würde ?
Ein Gus Giddink, ein Arsenne Wenger, ein Alex Ferguson, ein Felix Magath, ein Lucien Favre, ein Ralf Rangnik..... alle gingen weg wie warme Semmeln, der FC Bayern bliebe aber auf seinem Trainer sitzen, wie auf warmen Bier.
FC Bayern hat einen besseren Trainer verdient, kann und wird ihn sich auch leisten. Klinsmanns Tage sind gezählt. Die Mannschaft akzeptiert ihn nicht.
Und daß das Management hieraus die Konsequenzen zieht, war beim FC Bayern auch immer der Fall. Aus diesem Grunde mußten bereits Otto Rehhagel und Felix Maggath gehen. 'Und die verstanden im Gegensatz zu Klinsmann etwas vom Geschäft eines Trainers.
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