Ost-West-Konflikt Neue Eiszeit zwischen Nato und RusslandSeite 2/2

Ein Nato-Sprecher hatte vergangene Woche noch erklärt, dass das Bündnis an den Manövern festhalten werde. Der russische Präsident Dmitrij Medwedjew warnte am vergangenen Freitag vor "Muskelspielen" in dem Konfliktgebiet, weil dies die Wiederannäherung zwischen Russland und der Nato nach dem August-Krieg im Südkaukasus behindere.

Die Nato wies bislang vergeblich darauf hin, dass die Manöver bereits vor dem Krieg vereinbart worden seien. Bei den Übungen handele es sich nicht um eine Zusammenarbeit zwischen der Nato und Georgien, sondern um Übungen der Nato mit der Organisation Partnerschaft für den Frieden. Für eine Entspannung sorgte diese Erklärung nicht.

Medwedjew warnte erneut den Westen davor, einen eigenen Raketenschirm aufzubauen. Russland sei weiterhin bereit, sich am Aufbau einer globalen Raketenabwehr zu beteiligen, sagte der Präsident. Ein Alleingang der USA, die in Polen und Tschechien eine Abwehranlage aufbauen wollen, gefährde das militärische Gleichgewicht in Europa.

Russlands Präsident wies auch darauf hin, dass sein Land in den vergangenen Jahren in der Ostsee-Enklave Kaliningrad um das frühere Königsberg die Zahl seiner Truppen und die Einheiten schwerer Kampftechnik mehrfach reduziert habe. Deshalb erwarte Moskau im Gegenzug auch entsprechende Schritte von der Nato.

Im Nato-Hauptquartier in Brüssel sorgte die russische Drohung für große Verärgerung – das drang aber offiziell nicht nach draußen. Diplomaten kritisieren Moskau für die Doppelzüngigkeit, schließlich hat die russische Armee selbst vor Kurzem eigene Manöver in den beiden abtrünnigen georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien veranstaltet. Eine weitere Provokation kommt aus Abchasien und Südossetien. Beide international nicht anerkannte Staaten kündigten eigene Militärübungen an.

 
Leser-Kommentare
  1. worum geht's in dem manöver und warum veranstaltet die nato das in georgien, dessen regierung sich in der letzten zeit nicht wirklich als 'partner für den frieden' qualifiziert hat? der krieg wäre jedenfalls ein guter anlass gewesen, die ganze sache einfach abzublasen. ohne dabei gesicht zu verlieren.

    wenn diese fakten auf dem tisch sind, können wir ggf. darüber diskutieren, ob und inwieweit das verhalten der russen gerechtfertigt ist oder nicht.

    so ist es irgendwie...albern, und läuft auf eine reine, total undifferenzierte wertedebatte zwischen betonköpfen hinaus.

  2. Gorbatschow ist im Mai 1990 nach Washington gereist. Es ging um den ebenso zentralen wie heiklen Punkt, ob die UdSSR zustimmt, daß ein wiedervereinigtes Deutschland Mitglied der Nato bleibt.

    Bush sen. versprach: Die Nato geht keinen Zoll weiter nach Osten.

    Zumindest alle Deutschen sollten sich an die Wahrheit erinnern und nicht aus blinder NATO-Bündnistreue lügen!

    Russland und die Nato
    Um 1000 Kilometer näher

    VON ROLF HOCHHUTH
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

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    .... welch eine schockierende Hochhut -Analyse mit einer Übersicht über 70 Jahre!

    .... welch eine schockierende Hochhut -Analyse mit einer Übersicht über 70 Jahre!

  3. die russisch-westliche seifenoper, folge nummero 128. in der die guten immer noch gut sind und die bösen immer noch richtig schön böse.

    außerdem: glückwunsch zu der originellen überschrift.

  4. .... welch eine schockierende Hochhut -Analyse mit einer Übersicht über 70 Jahre!

  5. ...und da Wundert man sich über die "Eiszeit"?

    Nun nach dem der offensichtlich in vielen Belangen unfähige Hr. S. aus Georgien mit einer Handverlesenen NATO Uebung den Rücken gekrault bekommt...

    Den zahllosen Oppositionellen in Georgien kommt das vor wie eine Faust in's Gesicht. In dem Land wird seit einiger Zeit heftigst gegen Hr. S. demonstriert und man liest beinahe nicht's darüber in den freien westlichen Medien. Noch liest man etwas darüber mit welch gewalttätigen Mitteln sich der nette Hr. S dagegen wehrt. Aber die Methoden sind ja Land auf Land ab üblich um nicht regierungstreue zur Räson zu bringen...

    Ich bin nach wie vor der Ansicht das ein Russlandfreundlicher Kurs der EU mehr bringt als der gegenwärtige auf Agression basierende. Wie etwa der Hr. O. von der anderen Seite des Atlantik viele neue Worte in seiner Rethorik verwendet aber eigentlich nicht viel an der Politik ändert...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  6. "Bei den Übungen handele es sich nicht um eine Zusammenarbeit zwischen der Nato und Georgien, sondern um Übungen der Nato mit der Organisation Partnerschaft für den Frieden. Für eine Entspannung sorgte diese Erklärung nicht."
    kein Wunder.

    die eigentliche Frage ist:"Wie weit kann ich gehen, wann fühlt er sich angegriffen. Kindergarten.

  7. Ich hab NTV gesehen lief ein geiler Film! Voll Gruselig, in der Hauptrolle das bitter böse Russland mit seinen buckligen Assistenten Med. Die Handlung: Phantom saugt aus ahnungslosen Umliegenden Militärischen Fahrzeugen jegliches Öl aus den Treibstoff Filtern, Special Agent der Nato Bantz J. Craddock hat nur 24 Stunden Zeit bevor er die 271 Folge von Inspektor Columbo verpasst. Wird Special Agent Craddok das Rätsel um Väterchen Russland, lösen`? ...wird Columbo sich endlich die Haare waschen?.. und wird es Graf Vladimir Putin gelingen den geklauten Treibstoff aus Georgischen Nato Panzern an Steinbrück zu verticken?

    Was, wäre, wenn könnte? Ist es wieder soweit das wir die Russen fürchten`?

  8. Soviel offiziell seitens der NATO verlautet, wurde der diesjährige Ort der Manöver schon lange vor der Georgienkrise ausgehandelt. Irgendwo müssen sie schließlich stattfinden. Das paranoide Russland versucht nur wieder seine übliche Quertreiberei, denn es protestiert oder droht bekanntlich überall, egal ob es sich um Irak, Iran, Syrien, Afghanistan, Kasakhstan, Ukraine, Israel oder sonst etwas handelt. Dabei veranstaltet es selbst vor den Küsten von Venezuela und Japan seine U-Boot-Manöver.

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    titelte Helmut Schmidt bereits vor 10 Jahren in der ZEIT.
    http://www.zeit.de/1999/1...

    Er warnte damals: "Viele Russen empfinden die Ostverschiebung der Grenze des Nato-Territoriums als Demütigung. Es wird deshalb eine der wichtigsten zukünftigen Aufgaben sein, ein gutes Nachbarschaftsverhältnis zu Rußland herzustellen."

    In den letzten 10 Jahren hat sich die NATO endgültig als Instrument US-amerikanischer Hegemonie demaskiert, um, so Schmidt, "die eigene Wertordnung und den American way of life auf die ganze Welt zu übertragen". In der heutigen Zeit, vor der Finanzapokalypse, dämmert es den meisten Bürgern Europas, welcher Wert und welche Ordnung gemeint sind.

    Schmidt hat bereits vor 10 Jahren klar erkannt: "Man rechnete in Washington für die nächsten 15 Jahre mit gewaltigen militärischen Investitionen der drei neuen Nato-Mitgliedsstaaten: 60 bis über 100 Milliarden US-Dollar." So schafft man sich Vasallen und profitiert gleichzeitig.

    Diplomatisch verklausuliert bezeichnete Schmidt 1999 die NATO-Doktrin als "illusionäre Vorstellung von der Weltmacht Amerika, die als globaler Friedensrichter und Friedensmacher mit Hilfe der Nato die Welt in Ordnung hält", letztes Jahr schrieb er in der ZEIT statt von Illusion, offen von "westlicher Propaganda".
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    titelte Helmut Schmidt bereits vor 10 Jahren in der ZEIT.
    http://www.zeit.de/1999/1...

    Er warnte damals: "Viele Russen empfinden die Ostverschiebung der Grenze des Nato-Territoriums als Demütigung. Es wird deshalb eine der wichtigsten zukünftigen Aufgaben sein, ein gutes Nachbarschaftsverhältnis zu Rußland herzustellen."

    In den letzten 10 Jahren hat sich die NATO endgültig als Instrument US-amerikanischer Hegemonie demaskiert, um, so Schmidt, "die eigene Wertordnung und den American way of life auf die ganze Welt zu übertragen". In der heutigen Zeit, vor der Finanzapokalypse, dämmert es den meisten Bürgern Europas, welcher Wert und welche Ordnung gemeint sind.

    Schmidt hat bereits vor 10 Jahren klar erkannt: "Man rechnete in Washington für die nächsten 15 Jahre mit gewaltigen militärischen Investitionen der drei neuen Nato-Mitgliedsstaaten: 60 bis über 100 Milliarden US-Dollar." So schafft man sich Vasallen und profitiert gleichzeitig.

    Diplomatisch verklausuliert bezeichnete Schmidt 1999 die NATO-Doktrin als "illusionäre Vorstellung von der Weltmacht Amerika, die als globaler Friedensrichter und Friedensmacher mit Hilfe der Nato die Welt in Ordnung hält", letztes Jahr schrieb er in der ZEIT statt von Illusion, offen von "westlicher Propaganda".
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

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