CIA & Folter Obama rechtfertigt Veröffentlichung von Foltermemos
Volle Unterstützung für den Geheimdienst: Nach der Amnestie für Folter-Agenten hat der US-Präsident vor CIA-Mitarbeitern gesprochen. Er wurde begeistert empfangen

© SAUL LOEB/AFP/Getty Images
Standing Ovations für den Präsidenten: Barack Obama am Montag vor Mitarbeitern des CIA in der Zentrale in Langley.
Nach der Veröffentlichung geheimer Dokumente zum simulierten Ertränken von Gefangenen durch die CIA hat US-Präsident Barack Obama dem Geheimdienst den Rücken gestärkt. "Wir leben in gefährlichen Zeiten", sagte Obama am Montagabend bei einem Besuch in der CIA-Zentrale. "Ich brauche Euch jetzt mehr als jemals zuvor", richtete er sich an die rund 1000 anwesenden Mitarbeiter. Sie dürften sich nicht durch die öffentliche Debatte über "Fehler" verunsichern lassen.
Obama hatte gegen den Willen der CIA interne Papiere über umstrittene Verhörmethoden veröffentlicht, die unter Baracks Vorgänger George W. Bush angewendet wurden, darunter das sogenannte Waterboarding. Obama hat diese Praxis verboten, gleichzeitig aber eine Bestrafung der Folterer ausgeschlossen. Dies hatte ihm harsche Kritik von Menschenrechtsgruppen eingebracht.
Die CIA-Mitarbeiter bedachten Obamas Äußerungen mit begeistertem Applaus. CIA-Direktor Leon Panetta sicherte Obama die volle Loyalität und Unterstützung seiner Behörde zu. Gleichzeitig versprach er, dass umstrittene Verhörmethoden nicht mehr angewandt würden.
Der frühere US-Vize-Präsident Dick Cheney forderte die CIA unterdessen auf, Dokumente über den "Erfolg" ihrer Verhörmethoden publik zu machen. In einem Fox-News-Interview sagte er, er sei befremdet, dass Obama nicht ebenfalls Memos habe veröffentlichen lassen, die die Effektivität der Verhörmethoden zeigten. Die CIA wollte die Cheney-Äußerungen nicht kommentieren.
Nach einem Bericht des Justizministeriums wurden zum Beispiel zwei Al-Kaida-Häftlinge insgesamt 266-mal dem Waterboarding unterzogen. Die Methode, bei der der Gefolterte glaubt zu ertrinken, wurde zum Sinnbild für US-Exzesse in der Bekämpfung des internationalen Terrorismus nach den Anschlägen vom 11. September 2001.
- Datum 21.04.2009 - 13:08 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren