Amerika Obama will Kuba aus der Isolation holen

Offerten in alle Richtungen: US-Präsident Obama hat auf dem Gipfeltreffen der amerikanischen Staaten angekündigt, eine "neue Partnerschaft" mit den Ländern Lateinamerikas anzustreben – auch mit Kuba

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Obama: "Neue Partnerschaft" mit den südlichen Nachbarn

Als das Gipfeltreffen der Organisation der amerikanischen Staaten (OAS) am Freitagabend in Port of Spain (Trinidad) eröffnet wurde, war ein lateinamerikanisches Land nicht dabei: Kuba. Das kommunistische Land ist der einzige Staat des Kontinents, der bei dem Gipfel ausgeschlossen ist. Wenn es nach dem Willen von US-Präsident Barack Obama geht, soll sich dies ändern: Er will eine "neue Partnerschaft" und einen Neuanfang auch mit dem Karibikstaat. Zu Beginn des Gipfels traten verschiedene Redner für eine Aufhebung des vor fast einem halben Jahrhundert gegen Kuba verhängten US-Embargos ein.

An diesem Samstag kommen die Staatschefs zu verschiedenen Runden über Armut, Sicherheit und die Wirtschaftskrise zusammen. Am Sonntag wollen sie ein Abschlussdokument verabschieden, mit dem eine neue Ära der Kooperation eingeläutet werden soll.

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Die Staaten der Bolivarianischen Alternative für die Amerikas (Alba) unter der Führung des venezolanischen Präsidenten und US-Kritikers Hugo Chávez wollen dagegen allerdings ihr Veto einlegen. Vor Beginn der Tagung war Obama auf Chávez zugegangen und hatte ihm freundlich die Hand gereicht.

Obama betonte, dass es "eine längere Reise" brauchen werde, um Jahrzehnte des Misstrauens zwischen den USA und Kuba zu überwinden. Aber er habe den Willen zur Annäherung, nachdem die frühere Politik Washingtons gescheitert sei, die Freiheit der Kubaner zu stärken.

Obama verwies darauf, dass er bereits Reiseerleichterungen für Exilkubaner in ihre Heimat und andere Lockerungen in der Kuba-Politik angeordnet habe. Kubas Präsident Raúl Castro hatte am selben Tag bei einem Besuch in Venezuela zum ersten Mal angeboten, mit Washington auch über Menschenrechte und Pressefreiheit sprechen zu wollen.

Darauf ging Obama ein, als er sagte, die USA seien daran interessiert, mit Kuba über eine ganze Reihe von Themen zu sprechen, sowohl über Menschenrechte, Redefreiheit und demokratische Reformen als auch auch über Drogenhandel, Einwanderung und wirtschaftliche Fragen. "Aber ich will ganz klar sein: Ich bin nicht interessiert an Gesprächen nur um der Gespräche selbst willen." Aber er glaube daran, dass in den bilateralen Beziehungen eine neue Richtung möglich sei.

Leser-Kommentare
  1. Unter den lateinamerikanischen Staaten ist nicht Kuba isoliert, sondern eher die USA. Insofern ist diese hier angepriesene Großtat des barmherzigen Messias Obama journalistische Schönschreiberei.
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

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    Das mag ja in gewisser Hinsicht zutreffen, wenn man die Veränderung der politischen Landschaft in den letzten Jahren betrachtet. Man denke an Chavez, Morales etc... Und auf der anderen Seite natürlich Bush! Aber was die wirtschaftliche und militärische Seite anbetrifft, spielen die USA für ihre Nachbarn "south of the border" noch immer eine überragende Rolle. US-amerikanische Konzerne und US-amerikansiches Kapital sind in Lateinamerika immer noch von großer Bedeutung. Die Bedeutung von Kuba ist auf diesen Gebieten dagegen vernachlässigbar gering, sieht man mal von dem symbolischen "Export" kubanischer Ärzte ab.

    • u.t.
    • 19.04.2009 um 10:28 Uhr

    Mir fallen schon gleich mal zwei entscheidende und zuletzt recht erfolgreiche Länder ein, die sicher nicht auf der Chavez-Castro-Morales-Welle, sondern eher entgegengesetzt laufen: Brasilien und Chile. Beides gemäßigt linke Regierungen.

    GWB konnte ja kaum noch von jemandem gemocht werden, aber es gibt einige 'natürliche' Allianzen für die USA in Lateinamerika (eben einer wie Lula), und einige (eben Kuba, Venezuela), an die sich eine intelligente Diplomatie der USA annähern kann.

    Ansonsten stimme ich @Autopoietiker zu.

    Das mag ja in gewisser Hinsicht zutreffen, wenn man die Veränderung der politischen Landschaft in den letzten Jahren betrachtet. Man denke an Chavez, Morales etc... Und auf der anderen Seite natürlich Bush! Aber was die wirtschaftliche und militärische Seite anbetrifft, spielen die USA für ihre Nachbarn "south of the border" noch immer eine überragende Rolle. US-amerikanische Konzerne und US-amerikansiches Kapital sind in Lateinamerika immer noch von großer Bedeutung. Die Bedeutung von Kuba ist auf diesen Gebieten dagegen vernachlässigbar gering, sieht man mal von dem symbolischen "Export" kubanischer Ärzte ab.

    • u.t.
    • 19.04.2009 um 10:28 Uhr

    Mir fallen schon gleich mal zwei entscheidende und zuletzt recht erfolgreiche Länder ein, die sicher nicht auf der Chavez-Castro-Morales-Welle, sondern eher entgegengesetzt laufen: Brasilien und Chile. Beides gemäßigt linke Regierungen.

    GWB konnte ja kaum noch von jemandem gemocht werden, aber es gibt einige 'natürliche' Allianzen für die USA in Lateinamerika (eben einer wie Lula), und einige (eben Kuba, Venezuela), an die sich eine intelligente Diplomatie der USA annähern kann.

    Ansonsten stimme ich @Autopoietiker zu.

  2. Das mag ja in gewisser Hinsicht zutreffen, wenn man die Veränderung der politischen Landschaft in den letzten Jahren betrachtet. Man denke an Chavez, Morales etc... Und auf der anderen Seite natürlich Bush! Aber was die wirtschaftliche und militärische Seite anbetrifft, spielen die USA für ihre Nachbarn "south of the border" noch immer eine überragende Rolle. US-amerikanische Konzerne und US-amerikansiches Kapital sind in Lateinamerika immer noch von großer Bedeutung. Die Bedeutung von Kuba ist auf diesen Gebieten dagegen vernachlässigbar gering, sieht man mal von dem symbolischen "Export" kubanischer Ärzte ab.

  3. Wollen die Kubaner das denn auch?

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    Wer sind denn die Kubaner? Die herrschende Funktionärskaste, die sich auf Kuba wie in jedem anderen "sozialistischen " Land gebildet hat? Oder sind es die einfachen Leute, die sich mehr persönliche Freiheit und Wohlstand erhoffen? Oder sind es die Intellektuellen, die sehr wohl die Gefahr eines plötzlichen Systemwechsels sehen, jedoch wissen, dass es langfristig keine Alternative zur Abkehr vom Fidelismus gibt?

    Wer sind denn die Kubaner? Die herrschende Funktionärskaste, die sich auf Kuba wie in jedem anderen "sozialistischen " Land gebildet hat? Oder sind es die einfachen Leute, die sich mehr persönliche Freiheit und Wohlstand erhoffen? Oder sind es die Intellektuellen, die sehr wohl die Gefahr eines plötzlichen Systemwechsels sehen, jedoch wissen, dass es langfristig keine Alternative zur Abkehr vom Fidelismus gibt?

  4. Wer sind denn die Kubaner? Die herrschende Funktionärskaste, die sich auf Kuba wie in jedem anderen "sozialistischen " Land gebildet hat? Oder sind es die einfachen Leute, die sich mehr persönliche Freiheit und Wohlstand erhoffen? Oder sind es die Intellektuellen, die sehr wohl die Gefahr eines plötzlichen Systemwechsels sehen, jedoch wissen, dass es langfristig keine Alternative zur Abkehr vom Fidelismus gibt?

    Antwort auf "Die Kubaner"
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    ich Ihnen, wenn Sie mir verraten, wer die Deutschen sind. OK?

    ich Ihnen, wenn Sie mir verraten, wer die Deutschen sind. OK?

  5. ich Ihnen, wenn Sie mir verraten, wer die Deutschen sind. OK?

  6. Kubas Dilemma sollte uns bekannt vorkommen: Das Feindbild hat sich gewandelt. Solange man Amerika für alle eigenen Unzulänglichkeiten verantwortlich machen konnte, funktionierte die kommunistische Diktatur der beiden Brüder Castro. Doch vor 8 Tagen traf die schwarze US-Abgeordnete Frau Lee in Havana ein, um eine Erleichterung der drahtlosen Geldsendungen und Telefonate anzubieten. An den USA kann dieses Problem also nicht mehr liegen. Ist jetzt alles in Butter? Nicht ganz, denn unser lieber Genosse Chavez aus Venezuela wird damit sein bisheriges kubanisches Telefonmonopol einbüßen.

    • u.t.
    • 19.04.2009 um 10:28 Uhr

    Mir fallen schon gleich mal zwei entscheidende und zuletzt recht erfolgreiche Länder ein, die sicher nicht auf der Chavez-Castro-Morales-Welle, sondern eher entgegengesetzt laufen: Brasilien und Chile. Beides gemäßigt linke Regierungen.

    GWB konnte ja kaum noch von jemandem gemocht werden, aber es gibt einige 'natürliche' Allianzen für die USA in Lateinamerika (eben einer wie Lula), und einige (eben Kuba, Venezuela), an die sich eine intelligente Diplomatie der USA annähern kann.

    Ansonsten stimme ich @Autopoietiker zu.

  7. Seien wir ehrlich. Obama hat im Wahlkampf den Mund ziemlich voll genommen. Jetzt ist er Präsident und muss Initiative zeigen. So sucht er sich Themen, die populär sind.

    Da wäre das Verbot von Atomwaffen. Es ist ein Märchen und ein gefährliches obendrei. Obama weiß das. Aber den Menschen gefällt es. Und da ist Kuba. Seit einem halben Jahrhundert ist es von den USA blockiert. Der Grund dafür lag m.E. weniger in seiner sozialistischen Regierung, als vielmehr darin, dass Kuba der westlichste Vorposten der UdSSR war. Jetzt, nach dem Ende der Sowjetunion hat sich diese Rolle Kubas erledigt. Man kann zu normalen Beziehungen zurückfinden. Es fragt sich nur, ob der Zeitpunkt der rchtige ist.

    Das Regime Castros nähert sich aus rein biologischen Gründen seinem Ende. Ob sein Bruder fähig ist, die Nachfolge anzutreten, erscheint fraglich. Es wäre also von Obama klug, das Ende der Blockade mit einem Systemwechsel auf Kuba, hin zu mehr Freiheit verbinden würde. Das wäre dann auch für die übrigen Staten in Latein-Amerika ein Signal!

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