Rassismus-Konferenz Mullahs und Menschenrechte

Noch bis Freitag tagt die Genfer Rassismus-Konferenz. Warum es trotzdem richtig ist, dass Amerika, Deutschland und andere das Treffen weiter boykottieren

Zweifelhafter Star der Menschenrechtskonferenz in Genf: Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad

Zweifelhafter Star der Menschenrechtskonferenz in Genf: Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad hält eine Hetzrede gegen die Juden und gegen Israel, und Frankreich sowie 22 weitere EU-Länder, die nicht wie Deutschland von vornherein auf das UN-Rassismus-Forum in Genf verzichtet haben, verlassen den Saal im Protest.

Zu Recht, war doch die Rede des Präsidenten Rassismus pur. Ihm ging es nicht um diese oder jene kritik- oder verdammenswürdige Politik Israels, sondern um die Wiederholung zweier moderner Versionen des klassischen Antisemitismus. Erstens sei der Holocaust Mythos und Erfindung zum Zweck der Instrumentalisierung, und zweitens sei der Zionismus ein weltumspannender Krake von unwiderstehlicher Macht. Früher hieß Zionismus "Weltjudentum".

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Bleiben wir aber bei der Inszenierung von Auftritt und Abgang. Die Theatralik eines listigen Hasspredigers wie Ahmadineschad gebar die Theatralik seiner 23 EU-Kritiker. Kaum war die Rede vorbei, waren sie alle wieder im Saal. Dort werden sie bis Ende der Konferenz bleiben.

Es wäre besser, sie wären gar nicht erst nach Genf gegangen – so wie die USA, Deutschland, Australien, Polen, Tschechien, Holland, Italien. In allen Hauptstädten der Welt war es kein Geheimnis, was in Genf programmiert war: die lustvolle, rituelle Verurteilung Israels.

Leser-Kommentare
  1. dass egal in welchen Blatt ich etwas zu diesen Mann lese,im Bezug auf dieser Konferenz es absolute Hirnfrasen diverser Journalisten sind.
    Dieser Mann wird ja noch nicht mal Zitiert.

    http://www.badische-zeitu...

    Durchlesen dann urteilen....

    Ach ja, ich fand es absolut schwach von den Regierungen die nicht mit an dieser
    Antirassismus Konferenz teilnahmen/nehmen.Wie soll man denn dann Kritik üben?
    Mit nicht hingehen?Das ist genauso so dumm wie nicht zu einer Wahl zu gehen
    mit der Begründung "so übe ich Kritik". (wayne)

    Nein etwas mehr aktivität erwarte ich dann doch schon von den Volksvertreter.

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    Ich bin froh, dass es noch einige Wenige gibt, die realistisch urteilen.
    Ich persönlich finde es total feige und peinlich einer Konferenz fern zu bleiben und dann zusammengestotterten Berichten zu glauben und einzig und daraufhin zu urteilen, zu verurteilen.

    Den link zum Wortlaut der Rede des iranischen Präsidenten wollte ich auch gerade hier einstellen, aber er ist ja schon hier.... Deshalb einfach einen Auszug aus der Rede, über gerade das so viel gewettert und als Eklat bezeichnet wird

    "Anmerkungen zur Ahmadinedschad-Rede in Genf - Günter Schenk - "...Following World War II, they resorted to military aggression to make an entire nation homeless on the pretext of Jewish sufferings. And they sent migrants from Europe, the United States, and other parts of the world in order to establish a totally racist government in the occupied Palestine… [Delegates walk out in protest. Applause]... Dies sind die von Präsident Ahmadinedschad tatsächlich auf der Genfer Konferenz gesprochenen Worte. Wenn er sagt "on the " so ist daraus auf keinen Fall eine Holocaust-Leugnung herauszulesen. Anders wäre dies, wenn er gesagt hätte "on the pretext of (angeblicher) Jewish sufferings" könnte man dies, hat er aber nicht gesagt. Nur Böswillige (oder Ignorante) können nun sagen, A. hätte den europäischen Judenmord geleugnet."

    Ich bin froh, dass es noch einige Wenige gibt, die realistisch urteilen.
    Ich persönlich finde es total feige und peinlich einer Konferenz fern zu bleiben und dann zusammengestotterten Berichten zu glauben und einzig und daraufhin zu urteilen, zu verurteilen.

    Den link zum Wortlaut der Rede des iranischen Präsidenten wollte ich auch gerade hier einstellen, aber er ist ja schon hier.... Deshalb einfach einen Auszug aus der Rede, über gerade das so viel gewettert und als Eklat bezeichnet wird

    "Anmerkungen zur Ahmadinedschad-Rede in Genf - Günter Schenk - "...Following World War II, they resorted to military aggression to make an entire nation homeless on the pretext of Jewish sufferings. And they sent migrants from Europe, the United States, and other parts of the world in order to establish a totally racist government in the occupied Palestine… [Delegates walk out in protest. Applause]... Dies sind die von Präsident Ahmadinedschad tatsächlich auf der Genfer Konferenz gesprochenen Worte. Wenn er sagt "on the " so ist daraus auf keinen Fall eine Holocaust-Leugnung herauszulesen. Anders wäre dies, wenn er gesagt hätte "on the pretext of (angeblicher) Jewish sufferings" könnte man dies, hat er aber nicht gesagt. Nur Böswillige (oder Ignorante) können nun sagen, A. hätte den europäischen Judenmord geleugnet."

  2. (Die Redaktion /ft)

  3. Wenn die Welt prinzipiell aus Fahnenträgern von Apartheid- und Rassismusgegnern und Verfechtern der Grundwerte der Demokratie bestehen würde, dann bräuchte man einen solchen Gipfel prinzipiell nicht.

    Denn ich glaube, dass es auch nicht ein Land auf der Welt gibt, was keine Rassismusprobleme hat.

    Sich also einem internationalen Dialog prinzipiell zu verweigern, weil ein Land verurteilt wird, ist doch fadenscheinig.
    Solidarität kann man auch – und m.E. viel deutlicher – mit Präsenz vor Ort und seinem Widerspruch äußern, indem dort nachdrücklich für dessen Rechte eintritt und streitet.
    Im Gegenteil, man lässt die anderen rassistisch Verfolgten damit im Stich, denn diesen signalisiert man, Eure Probleme sind uns weniger wichtig.

    „Es wäre besser, sie wären gar nicht erst nach Genf gegangen – so wie die USA, Deutschland, Australien, Polen, Tschechien, Holland, Italien.“

    Was wäre denn passiert, wenn Niemand mehr zu einer Abrüstungskonferenz gegangen wäre?

    Will man damit suggerieren, diese Konferenzen sind eh nichts wert, unnötig oder werden sowieso woanders entschieden? Hinter verschlossenen Türen?
    Dann Bedarfs auch nicht solch eines theatralischen Geschreis.

    „Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern
    Gewinn.“

    Joseph Joubert, 1754 – 1824 französischer Moralist und Essayist

    • df
    • 22.04.2009 um 13:05 Uhr

    oder ob hier wieder mal sinnlos viel Papier für die Akten produziert wurde sei mal dahin gestellt! Aber wenn man wechselseitig die Teilnahme an solchen Konferenzen boykotiert, weil einem die Reden nicht gefallen, dann ist die UNO sehr schnell am Ende.
    Konferenzen boykottieren können auch die anderen Staaten, weil ihnen das was die USA …sagen nicht gefällt. Zudem wenn ständig von Seiten der USA ein Veto eingelegt wird, sobald Israel kritisiert wird, dann ist es kein Wunder wenn diese Kritik in anderer Stelle wieder auftritt. Vetos haben in einer UNO gleichberechtigter Staaten nichts zu suchen!

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    Hallo df, die Länder wie Deutschland, Italien und USA sind nicht wegen einer Rede ferngeblieben, sondern weil die Veranstaltung in vielen Punkten missbraucht wurde. So war z.B. geplant, jegliche Kritik am Islam und seiner Gesetzgebung (Scharia) weltweit als Rassismus zu brandmarken und zu verbieten.
    http://www.youtube.com/wa...

    Hallo df, die Länder wie Deutschland, Italien und USA sind nicht wegen einer Rede ferngeblieben, sondern weil die Veranstaltung in vielen Punkten missbraucht wurde. So war z.B. geplant, jegliche Kritik am Islam und seiner Gesetzgebung (Scharia) weltweit als Rassismus zu brandmarken und zu verbieten.
    http://www.youtube.com/wa...

  4. Es mag sein, daß eine solche Konferenz zu hinterfragen ist in Bezug darauf, wer sie initiiert hat.
    Aber es wirft doch die Frage auf, wie Repräsentanten der Regime, über deren zweifelhafte Einstellung zum Thema Rassismus und Menschenrechte eben keinerlei echter Zweifel herrscht, überhaupt in den UN-Menschenrechtsrat haben kommen können ? War das Turnus-gemäß oder durchs Los? Ein April-Scherz vielleicht ?
    Sie sind darin doch auch wahrscheinlich nicht erst seit wenigen Tagen vertreten, oder ? Das wäre der Punkt, wo man hätte aufbegehren und agieren sollen !
    Das jetzige Fernbleiben ist schlichtweg feige !!!
    Man hätte sich diesem Spinner stellen und ihn düpieren sollen - und wenn es nur gewesen wäre, daß alle anderen Konferenzteilnehmer während der Rede demonstrativ Zeitung gelesen hätten...!
    [...] (Bitte bleiben Sie sachlich und verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Die Redaktion /ft)
    Dieses Weglaufen wird doch im Duktus der Presse Irans als ein Sieg Ahmadineschads gewertet: "Seht her Brüder, da laufen die feigen Hunde! Sie haben den machtvollen Worten unseres Präsidenten nichts entgegenzusetzen !"
    Die Fernseh-Bilder eines ganzen Saales voll desinteressierter, teilnahmsloser Eben-nicht-Zuhörer hätte die Einschätzung Ahmadineschads durch 'den Westen' schon wesentlich deutlicher gemacht!
    So aber hat man eine Chance vertan, sich die Haus- und Meinungshoheit eines internationalen Zusammentreffens zu einem so immens wichtigen Thema zurückzuholen!

    Ein Kasperle-Theater besteht eben nicht nur aus Kaspern - dazu gehören auch immer die Seppeln !
    Und weglaufen ist niemals mutig !

  5. Wenn man einen Beitrag wegen Dopplelposting entfernt (Kommentar 2 hier ) sollte man aber wenigstens EINEN davon stehen lassen, oder wie jetzt??

    [Anmerkung: Der betreffende Kommentar wurde vom User globalworx bereits in einem anderen Thread gepostet. Entfernt wird dann die später gepostete Version. Die Redaktion /ft]

    • Anonym
    • 22.04.2009 um 13:21 Uhr

    Ich habe es schon an anderer Stelle im ZEIT-ONLINE FORUM geschrieben:
    KEINE TOLERANZ GEGENÜBER INTOLERANTEN!
    und
    WER ANDEREN DAS LEBENSRECHT ABERKENNT VERDIENT KEINE AUFWERTUNG INDEM IHM AUF KONFERENZEN EIN PODIUM FÜR VOLKSVERHETZUNG GEBOTEN WIRD!

    Die Menschenrechtssituation eines Landes läßt sich, wie unter dem Brennglas besichtigen, greift man einen besonders neuralgischen Punkt heraus: Den Umgang mit den div. gesellschaftlichen Minderheiten eines jeden Landen; er ist jeweils symptomatisch für den Zustand einer Gesellschaft.

    Ich habe in diesem Zusammenhang einige Online-Artikel verfasst (u.a. "Vereinte Nationen kämpfen für schwule Männer und lesbische Frauen" 05.01.2009 ZEIT-ONLINE FORUM http://kommentare.zeit.de... und "Menschenrechte sind unveräußerlich und universell" 26.01.2009 ZEIT-ONLINE FORUM http://kommentare.zeit.de...).

    In beiden Artikeln wird deutlich, wie sehr Israel die Menschenrechte seiner Minderheiten schützt (http://www.hagalil.com/01...) und wie, im Gegensatz dazu, Iran diese brutal mißachtet (http://glbt-news.israel-l...)

    Knüppel, offen schwul, kämpferisch und ... kein bißchen leise :-)

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    Werter Knüppel,
    Sie haben sich ja in den letzten Wochen oft als Kritiker religiöser Weltanschauungen hervorgetan. Das ist durchaus zu repektieren, obwohl meine persönliche Auffassung ist, dass aufgrund unserer christlichen Ethik eben auch der Grundsatz bedingungslosem Respektes gegenüber sexuellen Minderheiten und überhaupt allen Menschen möglich ist, auch wenn die Politik der Autoritäten der Kirchen oft anderes suggeriert. Sie sehen das wahrscheinlich anders. Aber genau deshalb frage ich mich, weshalb Sie im Fall Israel einer Politik das Wort reden, die aufgrund ihres religiösen Verständnisses von Volkszugehörigkeit, Brauchtum und Territorium zwar ihre eigenen Minderheiten schützt, aber nach aussen keine Hemmschwelle kennt, sogar davon überzeugt ist im Auftrag Gottes zu handeln. Lesen Sie das alte Testament, das sicherlich auch in Ihrem Bücherregal steht, dort finden sie es schwarz auf weiss.
    Keine Toleranz gegenüber Intoleranten! Machen Sie ernst mit diesem Satz. Es gibt keine hartnäckigere Intoleranz als diejenige, sich aus religiösen Gründen sicher zu sein, allein aufgrund der Abstammung zum von Gott auserwählten Volk zu gehören. Die Politik Israels offenbart leider sehr deutlich, dass sie auf dieser Grundlage gemacht wird.
    Religion sollte eine persönliche Angelegenheit sein und hat in dieser Unmittelbarkeit in der Politik nichts zu suchen, weder im Iran, noch in Israel, noch in den USA, noch sonstwo.

    Werter Knüppel,
    Sie haben sich ja in den letzten Wochen oft als Kritiker religiöser Weltanschauungen hervorgetan. Das ist durchaus zu repektieren, obwohl meine persönliche Auffassung ist, dass aufgrund unserer christlichen Ethik eben auch der Grundsatz bedingungslosem Respektes gegenüber sexuellen Minderheiten und überhaupt allen Menschen möglich ist, auch wenn die Politik der Autoritäten der Kirchen oft anderes suggeriert. Sie sehen das wahrscheinlich anders. Aber genau deshalb frage ich mich, weshalb Sie im Fall Israel einer Politik das Wort reden, die aufgrund ihres religiösen Verständnisses von Volkszugehörigkeit, Brauchtum und Territorium zwar ihre eigenen Minderheiten schützt, aber nach aussen keine Hemmschwelle kennt, sogar davon überzeugt ist im Auftrag Gottes zu handeln. Lesen Sie das alte Testament, das sicherlich auch in Ihrem Bücherregal steht, dort finden sie es schwarz auf weiss.
    Keine Toleranz gegenüber Intoleranten! Machen Sie ernst mit diesem Satz. Es gibt keine hartnäckigere Intoleranz als diejenige, sich aus religiösen Gründen sicher zu sein, allein aufgrund der Abstammung zum von Gott auserwählten Volk zu gehören. Die Politik Israels offenbart leider sehr deutlich, dass sie auf dieser Grundlage gemacht wird.
    Religion sollte eine persönliche Angelegenheit sein und hat in dieser Unmittelbarkeit in der Politik nichts zu suchen, weder im Iran, noch in Israel, noch in den USA, noch sonstwo.

  6. Die Vehemenz, mit der der Westen Ahmadinejad ablehnt deckt sich mit der Vehemenz, mit der man die israelische Politik in jeder Hinsicht absegnet und toleriert.
    Unrecht erzeugt Unrecht. Vielleicht sollte man darüber einmal nachdenken. Das Nahostproblem ist sehr vielschichtig und es gibt Opfer und Täter auf beiden Seiten. Wenn man dieses Problem lösen will, darf man nicht einseitig handeln. Genau das tut aber der Westen gegenüber Israel. Die Konsequenz aus diesem Verhalten ist der offene Hass auf der arabischen seite und ein Mann wie Ahmadinejad hat leichtes Spiel.

    Können wir uns hier im Westen vorstellen, dass unser blinder Rückhalt für Israel im arabischen Lager genauso absurd wahrgenommen wird, wie unsere Wahrnehmung des iranischen Präsidenten Ahmadinejad??

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