Krimi Mordende FleischbergeSeite 2/2
Roger Smith inszeniert ein gnadenloses Jagen und Gejagtwerden rund um den Tafelberg. Die grellen Bilder, ihre Wucht und Härte, suchen in der derzeitigen internationalen Krimiszene zweifellos ihresgleichen. Es sind Bilder, in denen sich die Stimme jener zum Untergang Verurteilten artikuliert, die mit dem Ende der Apartheid auf ein besseres, sinnvolleres Leben gehofft hatten. Wie pervertiert und mit Blut besudelt dieser Traum allerdings inzwischen ist, das illustriert Smith` Roman mit geradezu schneidender Schärfe. Sein Roman entführt uns in eine zutiefst verstörende, scheinbar aller moralisch Werte beraubten Welt, in der nur jene zu überleben scheinen, die aufgehört haben, über den Wert eines Menschenleben nachzudenken, und die bereit sind zu morden für weniger als nichts.
Es ist eine Großaufnahme des Kriegsschauplatzes Kapstadt – bizarr und illusionslos und von jener besonderen Art, wie sie einst Robert Altman mit seinem Episodenfilm Short Cuts schuf. Mit der Formel Imitation of Life hatte Altman ehedem die Intention seines filmischen Patchwork-Gemäldes umschrieben; Roger Smith aber wollte offensichtlich mehr, nämlich das an die Grenze des Unerträglichen gesteigerte Bild eines Kampfes, der von niemandem zu gewinnen ist. So hat er am Ende ein südafrikanisches Sittengemälde geschaffen, das an den Nerven zerrt. So schmerzvoll und ernüchternd wie ein Schlag in die Magengrube.
- Datum 20.04.2009 - 16:37 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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