Kohlendioxid in der Umwelt Saure Meere bedrohen Muscheln und KorallenSeite 2/2
In der vergangenen Woche erschien im Magazin Science eine Studie, in der vor einer weiteren lauernden Gefahr gewarnt wurde. Die fortschreitende Versauerung der Meere könnte dazu führen, dass sich die sogenannten Todeszonen weiter ausdehnen, schrieben Peter Brewer und Edward Peltzer vom "Monterey Bay Aquarium Research Institute". In einer Meerestiefe zwischen 300 und 1000 Metern sei das Risiko dafür am größten. Dort herrscht vielerorts ein Mangel an Sauerstoff, der sich vermutlich durch die weltweite Erwärmung verschärfen wird.
Das Problem war der Fachwelt bereits bekannt, Brewer und Peltzer zeigten jedoch anhand neuer Berechnungen, dass sich die Versauerung durch Kohlendioxid auch auf diese Todeszonen auszuwirken droht. Demnach sei mit einer noch stärkeren Zunahme dieser Zonen zu rechnen als bisher angenommen.
Weil man nun in Wien unter den Forschern auf das globale Problem der Versauerung aufmerksam machen wollte, wurde die Tagung der European Geosciences Union für 25 Minuten zur Filmbühne. In der Mittagspause konnten sich Konferenzteilnehmer den Beginn des Dokumentarfilms A Sea Change: Imagine a World Without Fish zu dem Thema ansehen. Darin werden neben Forschern auch Menschen interviewt, die in Zukunft möglicherweise unter den Auswirkungen der Versauerung direkt zu leiden haben werden, etwa in fischreichen Regionen in Alaska.
In diesen Wochen läuft der 90-minütige Film auf mehreren Festivals. Im Laufe des Jahres soll er in die Kinos und möglicherweise auch ins Fernsehen kommen. Anschaulich werden in dem Dokumentarfilm die potenziellen Folgen der ozeanischen Versauerung geschildert. Ob es tatsächlich so dramatisch kommt, gilt allerdings unter Forschern als noch offene Frage. "Im optimistischsten Fall werden nur die kalkbildenden Lebewesen betroffen sein", sagte Bijma.
Was den pessimistischen Fall angeht, erwähnen er und Reichart dann aber eine Periode aus der Erdgeschichte vor 55 Millionen Jahren. Während des Übergangs vom Paläozän zum Eozän stieg der Gehalt an Kohlendioxid in der Luft enorm an – in der Folge kam es zu einem Massenaussterben in den Meeren.
- Datum 19.05.2009 - 19:06 Uhr
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- Serie Umwelt
- Quelle ZEIT ONLINE, 28.4.2009 - 11:13 Uhr
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