Star Trek Vom Bub zum CaptainSeite 2/2
Abrams gilt weithin als erfolgreichster TV-Serienmacher der vergangenen zehn Jahre. Für Schöpfungen wie Lost und Alias ist er mit Auszeichnungen überhäuft worden. Er orientiert sich an Steven Spielberg und der Horror-Sci-Fi-Serie Twilight Zone. Meisterhaft versteht er es, sein Publikum ständig mit unvorhersehbaren Wendemanövern seiner Akteure zu überraschen. Dabei ist ihm kein Aufwand zu groß, um jede Phase ihrer dramatischen Charakterentwicklungen überzeugend auszuleuchten.
Zum Beispiel die des jungen Kirk. Abrams beschreibt ihn als"broken character". Er zeigt die Geburt des kleinen James Tiberius Kirk im Krieg, den Motorradfan Kirk, den Hitzkopf, den Rebellen, den Verlierer. Schnelle Schnitte, Heavy Metal Star Trek.
Trotzdem ist Kirk in erster Linie der funny guy. Humorvoll, clever und charmant kämpft er sich auf den Chefsessel der Enterprise. Aus Rivalität wird Freundschaft – Kirk und Spock entwickeln sich zum legendären Dreamteam.
"Ich wollte meine eigene Version drehen", erklärt Abrams, der eigentliche Star des Films. Ein Übermaß an Trekkie-Fetisch versucht er zu vermeiden. Er gönnt dem detailverliebten Zuschauer keine minutenlangen Kamerafahrten ums Raumschiff. Selbst der romulanische Planetenkiller Nero (Eric Bana) ist als rachelüsterner Bösewicht nur Teil der Entwicklungsgeschichte Kirks, der Abrams alles unterordnet.
Dennoch kommen Nostalgie-Liebhaber auf ihre Kosten. An ausgefeilten Uniformen und Phaser-Pistolen können sie sich genauso erfreuen wie die Actionfans an jeder Menge halsbrecherischer Szenen. "Dieser Film soll vor Energie überschäumen." Auch Abrams' Agenten-Blockbuster Mission Impossible 3und sein Monsterfilm Cloverfield waren voll mit Action.
Spektakuläre Bilder des metallbepackten Hangars der Enterprise verfehlen nicht ihre Wirkung auf die Trek-Stammkundschaft. Und der Tentakel des Schurkenschiffs zieht die Zuschauer dank ausgefeilter Spezialeffekte nahezu aus ihren Kinositzen. Der Aufwand hat sich gelohnt. Auch wenn der Film 150 Millionen Dollar gekostet hat.
- Datum 22.04.2009 - 11:47 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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