Kampf gegen Piraterie USA wollen Seeräubern ans Vermögen

Die USA wollen das Geld von Piraten aufspüren und einfrieren. Auch in Deutschland mehren sich Forderungen nach einer "härteren Gangart" gegen die Freibeuter

Nach der Rettung des gekidnappten US-Kapitäns: Das von den Piraten entführte Rettungsboot ist wieder in amerikanischer Hand

Die USA haben einen Aktionsplan zum Kampf gegen die ausufernde Piraterie am Horn von Afrika vorgelegt. Im Mittelpunkt steht dabei eine verstärkte internationale Zusammenarbeit, die Verbesserung der Lage in Somalia und höhere Sicherheitsstandards an Bord von Schiffen, wie US-Außenministerin Hillary Clinton erläuterte.

Teil des Plans sei auch, Vermögenswerte der Piraten "aufzuspüren und einzufrieren". Unter anderem sollten Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden, die den Piraten Boote und andere Ausrüstung verkauften. "Wir stellen fest, dass Piraten immer ausgefeiltere Ausrüstung und immer schnellere Boote kaufen." Die dafür nötigen Finanztransfers gelte es zu unterbrechen. Clinton berief eine Krisensitzung der von den USA geführten internationalen Kontaktgruppe ein, deren Mitglieder mit Kriegsschiffen vor der somalischen Küste patrouillieren.

Die bisherigen Schritte im Kampf gegen die Seeräuberei hält die Außenministerin für nicht ausreichend. "Diese Piraten sind Kriminelle, es sind bewaffnete Banden auf hoher See. Wer Angriffe plant, muss gestoppt werden. Wer sie ausgeführt hat, muss von der Justiz abgeurteilt werden", sagte sie.

An der in dieser Woche stattfindenden Geberkonferenz für Somalia werde auch ein Gesandter der US-Regierung teilnehmen, kündigte Clinton an. Er solle mit anderen Partnern Unterstützung für die somalische Regierung organisieren, damit diese zum Kampf gegen die Stützpunkte der Piraten beitrage. Außerdem wolle Washington versuchen, Treffen mit Vertretern der somalischen Übergangsregierung und der halbautonomen Region Puntland zu organisieren. Auch solle die somalische Regierung die Anreize für junge Männer vermindern, sich an den Piratenüberfällen zu beteiligen.

In den vergangenen Tagen hatten die somalischen Piraten ihre Feldzüge im Indischen Ozean verstärkt. Am Dienstag griffen sie erneut ein US-Schiff an, konnten aber mit Hilfe der US-Marine zurückgeschlagen werden. Erst am Wochenende hatte die US-Marine einen amerikanischen Kapitän aus den Händen von Piraten befreit. Scharfschützen erschossen dabei 3 Seeräuber im Alter zwischen 17 und 19 Jahren. Am Mittwoch hatte die französische Marine ein Mutterschiff der Piraten unter ihre Kontrolle gebracht und nahm elf Somalier fest.

Leser-Kommentare
  1. Die USA wollen jetzt afrikanischen Verbrechern ans Vermögen? Na, als erster Schritt eine prima Idee! Vielleicht gehen sie dann demnächst auch den Räubern aus der Wall Street und City of London an die zusammengeklauten Reichtümer?

  2. ...Idee, vielleicht stellt sich ja bei der Gelegenheit auch heraus wo die Hintermänner dieser Industrie sitzen. Damit ist das Thema dann möglicherweise ganz schnell wieder von der Tagesordnung.

    Was bisher von den "investigativen" Medien nie eruiert wurde: Wer hat den Nutzen von dieser Piratismus-Industrie. Daß ein paar wildgewordene Somalier das alleine auf die Beine stellen glaubt ja wohl ernsthaft keiner.

    Also: cui bono ?

  3. Es gibt eine in der Schifffahrt bekannte Zeitschrift (www. tradewinds.no), die meldet folgendes. Hiernach hätten GSG-9 zur Befreiung des deutschen Schiffes eingreifen können, das ist dann aber an dem Kompetenzgerangel deutscher Politiker gescheitert. Wenn dass wirklich so stimmt, wie es hier steht, wie wollen deutsche Poolitiker dann ein härteres Durchgreifen bewerkstelligen ?

    Quelle www. tradewinds.no, freier Artikel

    Raid bungled?

    German media reports are blaming a squabble among cabinet ministers for spoiling a possible commando raid to free hostages held by pirates.

    A German police commando team with specific training in boarding ships to free hostages was reportedly on its way to liberate the 1,550-teu Hansa Stavanger (built 1997) when a squabble broke out between Germany’s military and its police over who should run the show, according to news magazine Focus.

    The story is contradicted by other German media accounts.

    Somali gunmen seized the Leonhardt & Blumberg ship on 4 April with 24 crew aboard, including five Germans.

    In a telephone conference on the same evening, the foreign, justice, interior and defence ministries determined to use all means at their disposal to end the hostage crisis.

    Later, however, according to Focus, the German military laid claim to the situation as a navy matter, while conservative interior minister Wolfgang Schaeuble insisted that his ministry had responsibility for peacetime actions to free German hostages abroad. According to Focus, Schaeuble said the navy was obligated to lend assistance to the elite counterterrorism unit of his Bundespolizei, GSG-9, instead of using its own crisis commandos.

    Another German news magazine has a different account of the matter. According to Spiegel, the Bremer Vulkan-built 4,900-displacement tonne frigate Mecklenburg-Vorpommern (built 1995) had come in sight of the hijacked containership but was forced to turn back when the pirate gang threatened to murder crew members.

    Germany’s GSG-9/2 is the maritime unit of the counterterrorist squad GSG-9. Originally a border patrol unit as its German abbreviation indicates, GSG-9 was set up in the wake of the Black September hostage crisis at the 1972 Munich Olympics, when a botched police operation against Palestinian terrorists resulted in the death of a policeman, five of the eight terrorists and all nine hostages.

    [Bitte setzen Sie im Sinne des Urheberrechts künftig nach einigen zitierenden Zeilen einen Link zur entsprechenden Vollversion des Artikels/ Redaktion; svb]

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    ... das sagt doch alles. Wozu verweisen Sie auf einen norwegischen Bericht, der sich auf ein deutsches "Nachrichten"-Magazin beruft ?

    Markwort läßt grüßen...

    ... das sagt doch alles. Wozu verweisen Sie auf einen norwegischen Bericht, der sich auf ein deutsches "Nachrichten"-Magazin beruft ?

    Markwort läßt grüßen...

    • peto1
    • 16.04.2009 um 9:02 Uhr

    Wohl eher zurück klauen....Das ist doch keine lösung, Die Lösung währe Internationalen Fichern für einen bestimten zeitraum das Fischen vor somalia zu verbieten damit die Menschen dort die waffen hinlegen und wieder Fischen und damit der Kriminalität absagen.

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    • wll
    • 16.04.2009 um 10:51 Uhr

    ... dass die Piraterie so viel lukrativer als das schnöde Fischen ist. Noch dazu, wo das Risiko der Strafverfolgung zurzeit noch lächerlich gering ist. Es ist daher IMHO wenig wahrscheinlich, dass diese Herrschaften freiwillig von ihrem kriminellen Handeln lassen werden. Da kann dann auch noch so viel Fisch vor der Küste herumschwimmen.

    Angesichts der ganzen Ausrüstung (Schnellboote, Mutterschiffe, RPGs...) halte ich es auch für wenig plausibel, dass es sich dabei um verarmte Fischer handelt. So wie die ganze Logistik aufgezogen ist, scheint es mir dann doch wahrscheinlicher, dass die Banden von den lokalen Warlords als Quasi-Marine zum Geldverdienen unterhalten werden. Es mögen ja durchaus solche Fischer in den einschlägigen Banden als Handlanger für die "Drecksarbeit" mitmischen - das grosse Geld dürfte aber, wie meistens bei der organisierten Kriminalität, bei dem Bossen hängen bleiben. Mit den dort verdienten Millionen dürfte sich dann ganz kommod der Nachschub finanzieren lassen...

    • wll
    • 16.04.2009 um 10:51 Uhr

    ... dass die Piraterie so viel lukrativer als das schnöde Fischen ist. Noch dazu, wo das Risiko der Strafverfolgung zurzeit noch lächerlich gering ist. Es ist daher IMHO wenig wahrscheinlich, dass diese Herrschaften freiwillig von ihrem kriminellen Handeln lassen werden. Da kann dann auch noch so viel Fisch vor der Küste herumschwimmen.

    Angesichts der ganzen Ausrüstung (Schnellboote, Mutterschiffe, RPGs...) halte ich es auch für wenig plausibel, dass es sich dabei um verarmte Fischer handelt. So wie die ganze Logistik aufgezogen ist, scheint es mir dann doch wahrscheinlicher, dass die Banden von den lokalen Warlords als Quasi-Marine zum Geldverdienen unterhalten werden. Es mögen ja durchaus solche Fischer in den einschlägigen Banden als Handlanger für die "Drecksarbeit" mitmischen - das grosse Geld dürfte aber, wie meistens bei der organisierten Kriminalität, bei dem Bossen hängen bleiben. Mit den dort verdienten Millionen dürfte sich dann ganz kommod der Nachschub finanzieren lassen...

  4. ... das sagt doch alles. Wozu verweisen Sie auf einen norwegischen Bericht, der sich auf ein deutsches "Nachrichten"-Magazin beruft ?

    Markwort läßt grüßen...

  5. Ja, diese Kriminellen... Kurioserweise werden aber kaum die Piraten unter der Flagge von beispielsweise Belize, Honduras und Panama, die die Küsten Afrikas leerfischen, erwähnt. Die Besitzer solcher Billigflaggen-Kutter leben unbehelligt in Spanien, die EU importiert jährlich geschätzte 500 000 Tonnen illegal gefangenen Fisch im Wert von mehr als einer Milliarde Euro. Werden deren Vermögen eingefroren? Aber nein, das sind ja ehrenwerte Unternehmer. Afrikanische Küstenstaaten dürfen zwar prinzipiell 200 Seemeilen vor ihrer Küste ausschließlich selbst Fische fangen, nur kontrollieren können sie es eben nicht. Naja, dann soll der Neger halt hungern, das kann er ja.
    Und kennzeichnend für den Kapitalismus ist auch, dass zuerst Kriegsschiffe geschickt werden und dann erst überlegt, ob man vielleicht eventuell, als letzte Maßnahme, die ja schon fast anstößig ist, Konten einfriert - um Himmels willen, da geht es ja ums Geld, wo kämen wir denn da hin, wenn jetzt bei jeder kriminellen Handlung so was passierte? Womöglich müssten dann auch Wirtschafts- und Umweltkriminelle dergleichen befürchten. Und dann lohnte es sich ja nicht mehr - und Leistung muss sich schließlich lohnen, gell.

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    ...einen seriösen Hintergrund hätte, dann würden somalische (und andere) Fischer ortsfremde Fangflotten angreifen und kapern, und die Fracht an die hungernde Bevölkerung verteilen.

    Tatsache ist aber, daß vornehmlich hochwertige Fracht gekapert und gegen Lösegeld verhökert wird.

    Also: Realist bleiben

    ...einen seriösen Hintergrund hätte, dann würden somalische (und andere) Fischer ortsfremde Fangflotten angreifen und kapern, und die Fracht an die hungernde Bevölkerung verteilen.

    Tatsache ist aber, daß vornehmlich hochwertige Fracht gekapert und gegen Lösegeld verhökert wird.

    Also: Realist bleiben

  6. ...einen seriösen Hintergrund hätte, dann würden somalische (und andere) Fischer ortsfremde Fangflotten angreifen und kapern, und die Fracht an die hungernde Bevölkerung verteilen.

    Tatsache ist aber, daß vornehmlich hochwertige Fracht gekapert und gegen Lösegeld verhökert wird.

    Also: Realist bleiben

    Antwort auf "Piraten aller Länder"
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    • Chali
    • 16.04.2009 um 9:39 Uhr

    *amüsier*
    Also so ist das sicher nicht gedacht.

    Ich überlege gerade:
    Wenn es eine somalische Fangflotte gäbe - also: eine unter somalischer Flagge - ob die Fangflotten-Eigner dann ihre Fracht, überstrahlt von gütiger Menschenliebe - an die somalische Bevölkerung abgeben würde?

    JaJaJa! Sicher würden sie das!

    • Chali
    • 16.04.2009 um 9:39 Uhr

    *amüsier*
    Also so ist das sicher nicht gedacht.

    Ich überlege gerade:
    Wenn es eine somalische Fangflotte gäbe - also: eine unter somalischer Flagge - ob die Fangflotten-Eigner dann ihre Fracht, überstrahlt von gütiger Menschenliebe - an die somalische Bevölkerung abgeben würde?

    JaJaJa! Sicher würden sie das!

    • Chali
    • 16.04.2009 um 9:39 Uhr

    *amüsier*
    Also so ist das sicher nicht gedacht.

    Ich überlege gerade:
    Wenn es eine somalische Fangflotte gäbe - also: eine unter somalischer Flagge - ob die Fangflotten-Eigner dann ihre Fracht, überstrahlt von gütiger Menschenliebe - an die somalische Bevölkerung abgeben würde?

    JaJaJa! Sicher würden sie das!

    Antwort auf "Wenn Ihr Beitrag..."
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    keine somalische Fangflotte gibt (sicher keine Hochseefischerei europäischen Stils, klar - aber Fischerboote sind auch eine, wenn auch bescheidene, Fangflotte!)

    ist das dann eine Freikarte für alle Hochsee- Fischereiflotten der reichen Nationen, sich am somalischen Fischaufkommen in den Fischgründen vor der somalischen Küste zu bereichern? - Das ist auch Freibeuterei!

    Die Piraterie vor der Küste Somalias hat aber nichts mit der Armut der Fischer zu tun. Hier werden verarmte Menschen welcher Nationalität auch immer von Profiteuren mit Booten und Waffen ausgestattet und gegen Sold auf Kaperfahrt geschickt. Die Ausführenden werden sicher nichts von den Lösegeldern zu sehen bekommen, für sie bleiben Brosamen mit denen sie sich und ihre Familien etwas besser als der Durchschnitt durchs Leben bringen können. Ich sag mal so pi mal Daumen, 500 Dollar Anteil für den einfachen Waffenträger?
    Der Rest verschwindet in feisten Taschen satter Investoren in der umliegenden Region. Kommt mir jetzt nicht wieder mit Amerikanern oder Europäern.

    Piraten welcher Couleur auch immer, gehören verfolgt und abgeurteilt, und sei es in Kenia.
    Aber bitteschön auch die Wildfischer.

    Hier werden wieder arme Schlucker zu Kriminellen gemacht, die Profiteure kennt offen keiner. Trotzdem bleiben die Piraten Kriminelle, genauso wie die Wildfischer und ihre Bosse.

    keine somalische Fangflotte gibt (sicher keine Hochseefischerei europäischen Stils, klar - aber Fischerboote sind auch eine, wenn auch bescheidene, Fangflotte!)

    ist das dann eine Freikarte für alle Hochsee- Fischereiflotten der reichen Nationen, sich am somalischen Fischaufkommen in den Fischgründen vor der somalischen Küste zu bereichern? - Das ist auch Freibeuterei!

    Die Piraterie vor der Küste Somalias hat aber nichts mit der Armut der Fischer zu tun. Hier werden verarmte Menschen welcher Nationalität auch immer von Profiteuren mit Booten und Waffen ausgestattet und gegen Sold auf Kaperfahrt geschickt. Die Ausführenden werden sicher nichts von den Lösegeldern zu sehen bekommen, für sie bleiben Brosamen mit denen sie sich und ihre Familien etwas besser als der Durchschnitt durchs Leben bringen können. Ich sag mal so pi mal Daumen, 500 Dollar Anteil für den einfachen Waffenträger?
    Der Rest verschwindet in feisten Taschen satter Investoren in der umliegenden Region. Kommt mir jetzt nicht wieder mit Amerikanern oder Europäern.

    Piraten welcher Couleur auch immer, gehören verfolgt und abgeurteilt, und sei es in Kenia.
    Aber bitteschön auch die Wildfischer.

    Hier werden wieder arme Schlucker zu Kriminellen gemacht, die Profiteure kennt offen keiner. Trotzdem bleiben die Piraten Kriminelle, genauso wie die Wildfischer und ihre Bosse.

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