Venezuela Flucht vor dem Allmächtigen
Ein Gegner weniger für Hugo Chávez: Venezuelas Oppositionschef Manuel Rosales hat in Peru politisches Asyl beantragt. Er kam einer drohenden Festnahme zuvor
Schlagzeilen machte Manuel Rosales zuletzt bei der Präsidentschaftswahl 2006. Damals trat er als Einheitskandidat der Opposition gegen Chávez an – und scheiterte. Ungeachtet dieses Misserfolgs wahrte der Bürgermeister der Ölmetropole Maracaibo in den Folgejahren seine Schlüsselrolle in der zersplitterten antichavistischen Bewegung. Er galt als einer ihrer wenigen Repräsentanten mit landesweiter Ausstrahlung.
Der peruanische Außenminister José Antonio García Belaúnde bestätigte am Dienstag, was vorab bereits als Gerücht die Runde machte. Rosales traf zwei Tage zuvor mit einem Touristenvisum in Lima ein. Dort beantragte er nach Angaben seines Anwaltes politisches Asyl. Die peruanische Regierung hat nun zwei Monate Bedenkzeit.
Mit seiner spektakulären Flucht aus Venezuela kommt der 56-jährige Führer der sozialdemokratischen Partei "Un Nuevo Tiempo" seiner drohenden Festnahme zuvor. Seit Dezember läuft gegen ihn in seiner Heimat ein Verfahren wegen mutmaßlicher Korruption. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in seiner Vermögenserklärung zwischen 2002 und 2004 die Herkunft von umgerechnet 60.000 Dollar nicht belegen zu können.
Rosales, der in dem betreffenden Zeitraum Gouverneur den nordwestlichen Bundesstaat Zulia war, bezeichnete die Vorwürfe als haltlos und den Prozess als politisch motiviert. "Wir wissen alle, dass Chávez die Anweisung dazu gegeben hat“, sagte er in einem Interview im März, damals noch in aller Öffentlichkeit. Der Versuch, ihn einzusperren, sei "Teil eines Kampfes eines Landes, in dem Demokratie und Freiheit nur noch Fassade sind".
Anfang April tauchte Rosales unter. Das Bürgermeisteramt übergab er an einen Vertrauten. Nur wenige Freunde wussten, wo er sich versteckte. Selbst seine Ehefrau kennt angeblich nicht seinen genauen Aufenthaltsort. Ihm sei kein fairer Prozess garantiert, sagte sein Parteifreund Omar Barboza. Wenn er sich der Justiz stelle, übergebe er sich Chávez.
Das Verfahren rollte dennoch an, ungeachtet der Abwesenheit des Beschuldigten. Rosales Verteidiger beklagten Unregelmäßigkeiten und Voreingenommenheit. Schließlich verkündete Chávez die Zielrichtung des Prozesses bereits vor dessen Beginn öffentlich: "Ich bin entschlossen, Manuel Rosales ins Gefängnis zu bringen. (...) Ich werde ihn nicht töten. Ich töte niemanden. Aber diese Sippe gehört ins Gefängnis“, drohte er während einer Wahlveranstaltung im Oktober. Bei anderen Gelegenheiten beschimpfte er seinen Widersacher wahlweise als "Mafioso", "Vagabunden" oder "Kapo", der mit Paramilitärs zusammenarbeite.
Die Regierung versucht, das Vorgehen gegen Rosales als Etappe im Kampf gegen die allgegenwärtige Korruption zu vermarkten. Allerdings ist es schon auffällig, dass die Staatsanwälte ausgerechnet einen der bekanntesten Chávez-kritischen Stimmen ins Visier nahmen, während Anzeigen gegen die revolutionäre Nomenklatura im Papierkorb landen.
- Datum 22.04.2009 - 22:27 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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In Suedamerika plus Cuba gibt es kaum noch Opposition. Die regierende Partei kauft teilweise kleinere Oppositionsparteien, laesst sie leben und versorgt sie, damit nach Aussen hin die Demokratiefassade erhalten bleibt. Eine Wahl koennen sie aber nie geweinnen. Es entstehen Demokratien ohne Demokraten ( Nicaragua, Equador, Venezuela und sogar Argentinien. ) Die Kirchners verwalten das Land nach Gutsherrnart. Industrie, Handel, Bildung, Justiz bleibt nur mitzumachen oder auszuwandern. Wer in Venezuela heute eine Firma aufmacht und sie zum Erfolg fuehrt, muss irgendwann mit Enteignung rechnen.
Nun,was mich interessieren würde wären die Quellen aus denen diese Informationen stammen.
Am Beispiel Venezuelas ist festzustellen daß sämtliche Wahlen von internationalen Wahlbeobachtern begleitet wurden und es zu keinerlei bemerkenswerten Beanstandungen kam.
Desweiteren sind in Venezuela sowohl die Printmedien als auch die Fernsehanstalten zum größten Teil in opositioneller Hand und zeichnen sich durch ein hohes Maß an politischen Fehlinformationen bzw mutwillig manipulierten Informationen aus,was in keinem westlichen Staat in dieser Form geduldet wäre.
Dies ließe sich fortsetzen.
Argentinien steht ähnlich da was die Wahlen angeht,zu den beiden anderen Ländern kann ich leider grad nichts umfänglicheres sagen.
Ja, die Mehrheit hat CHávez gewählt...warum auch nicht, wenn er den Leuten Geld und Rum (sic) in die Hand drückt, damit sie in die Busse steigen, die sie zu seinen Demonstrationen fahren, an die Wahlurnen bringen? Chávez ist in der komfortablen Lage, demokratische Wahlen abhalten zu können, weil er Schichten mobilisiert hat, die sonst nie an die Urnen gegangen wären.
Die Situation in Vzla ist sicher nicht schwarz-weiß: Unter "Opposition" wird ein Sammelsurium an Interessensgruppen zusammengefaßt, die teilweise weiter voneinander als von Chavez entfernt sind - und Chávez' "Missionen" gerade bzgl Alphabetisierung und Gesundheitsversorgung waren sehr erfolgreich und verdienen großes Lob.
Was jedoch kritisiert werden muss, sind nicht so sehr diese Ziele, sondern die Mittel, mit denen sie erreicht werden sollen: Geschenke, Demagogismus, Unterdrückung.
Wenn die ULA, die eher Chavez-übelgesinnte ehemalige Elite-Universität in Mérida, kaum noch finanzielle Mittel mehr zur Verfügung gestellt bekommt, wenn Bürger, die eine Petition gegen Chavez unterschrieben haben, nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten dürfen, wenn Reisepässe willkürlich nicht ausgestellt werden, dann sind das Mißstände, die kritisiert werden müssen.
Der Skandal sind nicht die Wahlen. Der Skandal ist, wie es zu dieser Kulisse kommen konnte, vor der sie stattfinden konnten.
Ja, die Mehrheit hat CHávez gewählt...warum auch nicht, wenn er den Leuten Geld und Rum (sic) in die Hand drückt, damit sie in die Busse steigen, die sie zu seinen Demonstrationen fahren, an die Wahlurnen bringen? Chávez ist in der komfortablen Lage, demokratische Wahlen abhalten zu können, weil er Schichten mobilisiert hat, die sonst nie an die Urnen gegangen wären.
Die Situation in Vzla ist sicher nicht schwarz-weiß: Unter "Opposition" wird ein Sammelsurium an Interessensgruppen zusammengefaßt, die teilweise weiter voneinander als von Chavez entfernt sind - und Chávez' "Missionen" gerade bzgl Alphabetisierung und Gesundheitsversorgung waren sehr erfolgreich und verdienen großes Lob.
Was jedoch kritisiert werden muss, sind nicht so sehr diese Ziele, sondern die Mittel, mit denen sie erreicht werden sollen: Geschenke, Demagogismus, Unterdrückung.
Wenn die ULA, die eher Chavez-übelgesinnte ehemalige Elite-Universität in Mérida, kaum noch finanzielle Mittel mehr zur Verfügung gestellt bekommt, wenn Bürger, die eine Petition gegen Chavez unterschrieben haben, nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten dürfen, wenn Reisepässe willkürlich nicht ausgestellt werden, dann sind das Mißstände, die kritisiert werden müssen.
Der Skandal sind nicht die Wahlen. Der Skandal ist, wie es zu dieser Kulisse kommen konnte, vor der sie stattfinden konnten.
Mann lernt offenbar nie aus.
Wenn "Die Zeit" an unser System dieselben Maßstäbe anlegen würde, die sie an das Venezuela Chavez´anlegt, denn müsste sie zu dem Ergebnis kommen, dass unser System alles andere als eine Demokratie im Sinne des Wortes ist.
Wie sieht es bei uns aus? Nach den Wahlen machen die Parteien mindestens 3 Jahre lang, was sie wollen. Wahlversprechen werden in der Regel nach der Devise behandelt: "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern."
Nur jetzt, kurz vor neuen Wahlen, werden mal ein paar "Streicheleinheiten" verteilt (Abwrackprämie, Schäuble ruhiggestellt, Rentenerhöhung).
Ich hoffe, dass ich nicht wieder bei @redaktion in Ungnade gefallen bin!
Ja, die Mehrheit hat CHávez gewählt...warum auch nicht, wenn er den Leuten Geld und Rum (sic) in die Hand drückt, damit sie in die Busse steigen, die sie zu seinen Demonstrationen fahren, an die Wahlurnen bringen? Chávez ist in der komfortablen Lage, demokratische Wahlen abhalten zu können, weil er Schichten mobilisiert hat, die sonst nie an die Urnen gegangen wären.
Die Situation in Vzla ist sicher nicht schwarz-weiß: Unter "Opposition" wird ein Sammelsurium an Interessensgruppen zusammengefaßt, die teilweise weiter voneinander als von Chavez entfernt sind - und Chávez' "Missionen" gerade bzgl Alphabetisierung und Gesundheitsversorgung waren sehr erfolgreich und verdienen großes Lob.
Was jedoch kritisiert werden muss, sind nicht so sehr diese Ziele, sondern die Mittel, mit denen sie erreicht werden sollen: Geschenke, Demagogismus, Unterdrückung.
Wenn die ULA, die eher Chavez-übelgesinnte ehemalige Elite-Universität in Mérida, kaum noch finanzielle Mittel mehr zur Verfügung gestellt bekommt, wenn Bürger, die eine Petition gegen Chavez unterschrieben haben, nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten dürfen, wenn Reisepässe willkürlich nicht ausgestellt werden, dann sind das Mißstände, die kritisiert werden müssen.
Der Skandal sind nicht die Wahlen. Der Skandal ist, wie es zu dieser Kulisse kommen konnte, vor der sie stattfinden konnten.
wenn Bürger, die eine Petition gegen Chavez unterschrieben haben, nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten dürfen
Das hatten wir doch auch schon mal! Hieß das nicht "Radikalenerlass"?
"Chávez ist in der komfortablen Lage, demokratische Wahlen abhalten zu können, weil er Schichten mobilisiert hat, die sonst nie an die Urnen gegangen wären."
Das ist ja durchaus ein demokratischer Erfolg. Oder sollten Subjekte aus solchen Schichten nicht wählen? ;)
Gerade die Ärmsten haben üblicherweise große Schwierigkeiten ihre Interessen wirksam zu vertreten. Deswegen sind sie auch für Politiker nicht so relevant wie andere Bevölkerungsgruppen.
Aber mit dem Rest Ihrer Kritik haben Sie möglicherweise Recht, allerdings kann man ähnliches auch von Deutschland sagen schauen Sie nur die Propaganda an die von den meisten Medien (einschließlich der Zeit aber das hat auch interne Gründe) gegen linke Positionen veranstaltet wird. Auch hier in diesem Artikel ist die Berichterstattung mal wieder ziemlich einseitig und oberflächlich. Und es bringt auch in Deutschland keine guten Aussichten auf Erfolg, wenn man unpassende politische Ansichten hat (das erlebt man schon in der Schule so deutlich, dass eigentlich jedes Kind weiss wie es sich systemkonform zu verhalten hat). In politischen Systemen kommt idR nur derjenige weiter, der sich diesem System auch hinreichend anpasst. Opportunismus sollte man gut beherrschen. So war es z.B. auch in der Wirtschaftskrise: Die Mahner und Warner, die z.T. schon eine Wirtschaftskrise erlebt hatten wurden im besten Fall belächelt aber idR direkt durch junge und risikofreudigere Kandidaten ohne derartige Vorerfahrung ersetzt. Man sollte jedenfalls nicht so tun, als könnte in Deutschland ungestraft jeder die Meinung vertreten die er will, ohne dafür Nachteile zu erleiden.
Und hier in Deutschland gibt es zwar eine Opposition aber in gefühlt 90% der wichtigen Fragen sind alle Parteien im wesentlichen derselben Meinung (parlamentarisch relevante Ausnahme bildet vor allem die Linke, aber die ist auch nicht unproblematisch), die aber nicht unbedingt der Meinung der Bevölkerung entspricht (z.B. bei Afghanistan) oder evident nicht dem Interesse der Bevölkerung dient (Beispiel HRE). Aus meiner Sicht ist es weder hier noch in Venezuela wirklich skandalös. Ein Zustand mit herrschender Elite die sich auf Kosten der anderen bereichert und von der massive Beeinflussung und Propaganda ausgeht ist aus meiner Sicht völlig normal in den meisten Ländern.
Propaganda hat sicherlich auch eine gewisse interne Friedens- und Ordnungsfunktion. Wenn alle auf möglichst gleiches Denken sozialisiert sind gibt es weniger Streit, vor allem weniger Streit mit den Eliten.
Ich will gar nicht sagen, dass in Venezuela alles toll ist, oder hier alles schlecht, aber man sollte den vermeintlichen Skandal dann doch ein bisschen relativieren, wenn man das international vergleicht. Man denke nur daran was die Freiheits- und Patriotismusideologie in Amerika gerade angerichtet hat (bei der Freiheitsideologie ist Deutschland dicht dran am Vorbild).
Geht man mal davon aus das Grundsätzlich alle Parteien elitär sind so braucht doch jede von diesen einen Grundstock von Wählern die von ganz unten kommen um überhaupt eine kritischen Anteil in den Parlamenten erreichen zu können. Dies als minimal Standard um sich ein Demokratisches Mäntelchen anlegen zu dürfen/können.
Dabei sind die Systeme in allen Demokratien gleich. Wie auch könnte es anders funktionieren wenn die Massen der Stimmen von untern kommen, das zur Umsetzung der Interessen benötigte Geld aber von oben kontrolliert wird. Mit diversen Parolen werden die Massen mobilisiert, die nach den Wahlen erfolgenden politische Umsetzung der Wahlprogramme orientiert sich aber dann nur in dem Mass an den Wählern wie es gerade opportun erscheint um nicht völlig abgewählt zu werden.
Das System Chavez unterscheidet sich damit nicht von allen anderen Wahlsystemen. Währe ja noch schöner wenn Demokratie tatsächlich das währe was sie vorzugeben scheint, nämlich die Kontrolle für die Geschicke eines Landes in die Hände des Volkes zu geben. Das gab es noch nie und wird es auf absehbare Zeit vermutlich auch nicht geben...
Auch die uns nahen und demzufolge bekannten Systeme die sich Demokratisch bezeichnen sind es nicht bedingungslos nur weil uns das konstant mitgeteilt wird...
Wie sehr die westlichen Systemprotagonisten mit mindestens 2 Standards argumentieren lässt sich immer wieder feststellen. Siehe Georgien versus Venezuela... oder wie währe es mit den dutzenden von Diktatoren die man leben lässt ohne sich jemals um Demokratie in diesen Ländern zu kümmern.
Weisswaschen und Versprechungen ergeben die Illusionen denen wir uns kritiklos hingeben.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
wenn Bürger, die eine Petition gegen Chavez unterschrieben haben, nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten dürfen
Das hatten wir doch auch schon mal! Hieß das nicht "Radikalenerlass"?
"Chávez ist in der komfortablen Lage, demokratische Wahlen abhalten zu können, weil er Schichten mobilisiert hat, die sonst nie an die Urnen gegangen wären."
Das ist ja durchaus ein demokratischer Erfolg. Oder sollten Subjekte aus solchen Schichten nicht wählen? ;)
Gerade die Ärmsten haben üblicherweise große Schwierigkeiten ihre Interessen wirksam zu vertreten. Deswegen sind sie auch für Politiker nicht so relevant wie andere Bevölkerungsgruppen.
Aber mit dem Rest Ihrer Kritik haben Sie möglicherweise Recht, allerdings kann man ähnliches auch von Deutschland sagen schauen Sie nur die Propaganda an die von den meisten Medien (einschließlich der Zeit aber das hat auch interne Gründe) gegen linke Positionen veranstaltet wird. Auch hier in diesem Artikel ist die Berichterstattung mal wieder ziemlich einseitig und oberflächlich. Und es bringt auch in Deutschland keine guten Aussichten auf Erfolg, wenn man unpassende politische Ansichten hat (das erlebt man schon in der Schule so deutlich, dass eigentlich jedes Kind weiss wie es sich systemkonform zu verhalten hat). In politischen Systemen kommt idR nur derjenige weiter, der sich diesem System auch hinreichend anpasst. Opportunismus sollte man gut beherrschen. So war es z.B. auch in der Wirtschaftskrise: Die Mahner und Warner, die z.T. schon eine Wirtschaftskrise erlebt hatten wurden im besten Fall belächelt aber idR direkt durch junge und risikofreudigere Kandidaten ohne derartige Vorerfahrung ersetzt. Man sollte jedenfalls nicht so tun, als könnte in Deutschland ungestraft jeder die Meinung vertreten die er will, ohne dafür Nachteile zu erleiden.
Und hier in Deutschland gibt es zwar eine Opposition aber in gefühlt 90% der wichtigen Fragen sind alle Parteien im wesentlichen derselben Meinung (parlamentarisch relevante Ausnahme bildet vor allem die Linke, aber die ist auch nicht unproblematisch), die aber nicht unbedingt der Meinung der Bevölkerung entspricht (z.B. bei Afghanistan) oder evident nicht dem Interesse der Bevölkerung dient (Beispiel HRE). Aus meiner Sicht ist es weder hier noch in Venezuela wirklich skandalös. Ein Zustand mit herrschender Elite die sich auf Kosten der anderen bereichert und von der massive Beeinflussung und Propaganda ausgeht ist aus meiner Sicht völlig normal in den meisten Ländern.
Propaganda hat sicherlich auch eine gewisse interne Friedens- und Ordnungsfunktion. Wenn alle auf möglichst gleiches Denken sozialisiert sind gibt es weniger Streit, vor allem weniger Streit mit den Eliten.
Ich will gar nicht sagen, dass in Venezuela alles toll ist, oder hier alles schlecht, aber man sollte den vermeintlichen Skandal dann doch ein bisschen relativieren, wenn man das international vergleicht. Man denke nur daran was die Freiheits- und Patriotismusideologie in Amerika gerade angerichtet hat (bei der Freiheitsideologie ist Deutschland dicht dran am Vorbild).
Geht man mal davon aus das Grundsätzlich alle Parteien elitär sind so braucht doch jede von diesen einen Grundstock von Wählern die von ganz unten kommen um überhaupt eine kritischen Anteil in den Parlamenten erreichen zu können. Dies als minimal Standard um sich ein Demokratisches Mäntelchen anlegen zu dürfen/können.
Dabei sind die Systeme in allen Demokratien gleich. Wie auch könnte es anders funktionieren wenn die Massen der Stimmen von untern kommen, das zur Umsetzung der Interessen benötigte Geld aber von oben kontrolliert wird. Mit diversen Parolen werden die Massen mobilisiert, die nach den Wahlen erfolgenden politische Umsetzung der Wahlprogramme orientiert sich aber dann nur in dem Mass an den Wählern wie es gerade opportun erscheint um nicht völlig abgewählt zu werden.
Das System Chavez unterscheidet sich damit nicht von allen anderen Wahlsystemen. Währe ja noch schöner wenn Demokratie tatsächlich das währe was sie vorzugeben scheint, nämlich die Kontrolle für die Geschicke eines Landes in die Hände des Volkes zu geben. Das gab es noch nie und wird es auf absehbare Zeit vermutlich auch nicht geben...
Auch die uns nahen und demzufolge bekannten Systeme die sich Demokratisch bezeichnen sind es nicht bedingungslos nur weil uns das konstant mitgeteilt wird...
Wie sehr die westlichen Systemprotagonisten mit mindestens 2 Standards argumentieren lässt sich immer wieder feststellen. Siehe Georgien versus Venezuela... oder wie währe es mit den dutzenden von Diktatoren die man leben lässt ohne sich jemals um Demokratie in diesen Ländern zu kümmern.
Weisswaschen und Versprechungen ergeben die Illusionen denen wir uns kritiklos hingeben.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
wenn Bürger, die eine Petition gegen Chavez unterschrieben haben, nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten dürfen
Das hatten wir doch auch schon mal! Hieß das nicht "Radikalenerlass"?
gibt es keine Parteien im europäischen Sinne. Beobachte grad die Wahl in Ecuador - nächsten Sonntag gehts los. Parteien mit großen Mitgliedszahlen, relative klarer Ausrichtung und Stammwählerschaft sind hier seit 2000 ausgestorben (oder kurz davor). In Argentinien gibt es de facto nur noch eine Partei (nachdem die "radikale" Partei sich selbst zerlegt hat), die aber alle politischen Richtungen umfasst: vom Neoliberalismus Menems bis zum post-pseudosozialistischen Modell der Kirchners.
Wen Ecuador interessiert, hier schreib ich meine Beobachtungen auf:
http://neozech.wordpress....
"Chávez ist in der komfortablen Lage, demokratische Wahlen abhalten zu können, weil er Schichten mobilisiert hat, die sonst nie an die Urnen gegangen wären."
Das ist ja durchaus ein demokratischer Erfolg. Oder sollten Subjekte aus solchen Schichten nicht wählen? ;)
Gerade die Ärmsten haben üblicherweise große Schwierigkeiten ihre Interessen wirksam zu vertreten. Deswegen sind sie auch für Politiker nicht so relevant wie andere Bevölkerungsgruppen.
Aber mit dem Rest Ihrer Kritik haben Sie möglicherweise Recht, allerdings kann man ähnliches auch von Deutschland sagen schauen Sie nur die Propaganda an die von den meisten Medien (einschließlich der Zeit aber das hat auch interne Gründe) gegen linke Positionen veranstaltet wird. Auch hier in diesem Artikel ist die Berichterstattung mal wieder ziemlich einseitig und oberflächlich. Und es bringt auch in Deutschland keine guten Aussichten auf Erfolg, wenn man unpassende politische Ansichten hat (das erlebt man schon in der Schule so deutlich, dass eigentlich jedes Kind weiss wie es sich systemkonform zu verhalten hat). In politischen Systemen kommt idR nur derjenige weiter, der sich diesem System auch hinreichend anpasst. Opportunismus sollte man gut beherrschen. So war es z.B. auch in der Wirtschaftskrise: Die Mahner und Warner, die z.T. schon eine Wirtschaftskrise erlebt hatten wurden im besten Fall belächelt aber idR direkt durch junge und risikofreudigere Kandidaten ohne derartige Vorerfahrung ersetzt. Man sollte jedenfalls nicht so tun, als könnte in Deutschland ungestraft jeder die Meinung vertreten die er will, ohne dafür Nachteile zu erleiden.
Und hier in Deutschland gibt es zwar eine Opposition aber in gefühlt 90% der wichtigen Fragen sind alle Parteien im wesentlichen derselben Meinung (parlamentarisch relevante Ausnahme bildet vor allem die Linke, aber die ist auch nicht unproblematisch), die aber nicht unbedingt der Meinung der Bevölkerung entspricht (z.B. bei Afghanistan) oder evident nicht dem Interesse der Bevölkerung dient (Beispiel HRE). Aus meiner Sicht ist es weder hier noch in Venezuela wirklich skandalös. Ein Zustand mit herrschender Elite die sich auf Kosten der anderen bereichert und von der massive Beeinflussung und Propaganda ausgeht ist aus meiner Sicht völlig normal in den meisten Ländern.
Propaganda hat sicherlich auch eine gewisse interne Friedens- und Ordnungsfunktion. Wenn alle auf möglichst gleiches Denken sozialisiert sind gibt es weniger Streit, vor allem weniger Streit mit den Eliten.
Ich will gar nicht sagen, dass in Venezuela alles toll ist, oder hier alles schlecht, aber man sollte den vermeintlichen Skandal dann doch ein bisschen relativieren, wenn man das international vergleicht. Man denke nur daran was die Freiheits- und Patriotismusideologie in Amerika gerade angerichtet hat (bei der Freiheitsideologie ist Deutschland dicht dran am Vorbild).
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