Hochschulpakt II An der Blamage vorbeiSeite 2/2
Nicht durchsetzen können hatte sich bereits vor einigen Tagen die SPD-Seite, die gern ein umfassenderes Ausgleichssystem für die Studentenströme zwischen den Ländern hatte einführen wollen – gegen den erbitterten Widerstand großer Flächenstaaten, die in der Vergangenheit nicht schon selbst genug für die Ausbildung des eigenen Akademikernachwuchses getan haben. Umso höher ist den Sozialdemokraten anzurechnen, dass sie an dieser Grundsatzfrage die Verhandlungen nicht haben scheitern lassen, sondern nachgegeben haben. Dass es auf Dauer zu einem solchen Ausgleichssystem ähnlich dem Schweizer Modell "Geld folgt Studierenden" kommen muss, liegt dennoch auf der Hand – nur eben nicht als Bedingung für das Zustandekommen des Hochschulpaktes.
Dass die Exzellenzinitiative verlängert und mit insgesamt 2,7 Milliarden Euro für die Jahre 2011 bis 2017 ausgestattet wird, ist eine ebenso gute Nachricht. Der Elite-Wettbewerb hat schon jetzt großen Schwung in die Universitäten gebracht, die Konkurrenz hat die Forscher belebt. Die Aussicht auf Verlängerung wird weitere Kräfte wecken und auch jene ermutigen, die bislang leer ausgegangen sind. Dass die Bundesregierung 75 Prozent der Kosten übernimmt, zeigt auch, wie eine zukunftstaugliche Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Hochschul- und Forschungsbereich aussehen kann und muss.
Die Wissenschaftsminister von Bund und Ländern haben gerade noch einmal die Kurve gekriegt. Jetzt bleibt zu hoffen, dass nicht angesichts der enormen Steuerausfälle noch die Ministerpräsidenten ein Veto einlegen werden. Sie haben das letzte Wort. Sie wären allerdings töricht und handelten verantwortungslos, würden sie dieses Paket wieder aufschnüren.
- Datum 23.04.2009 - 09:20 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Der Elite-Wettbewerb hat schon jetzt großen Schwung in die Universitäten gebracht, die Konkurrenz hat die Forscher belebt.
Sicher belebt die Konkurrenz das Geschäft, allerdings hat sie auch Schattenseiten. Meist ist es nämlich so, dass dadurch nur Forschungen vorangetrieben werden, die auch finanziell verwertbar sind, wie Naturwissenschaften. Geisteswissenschaften wie beispielsweise die Geschichte, im Speziellen mittelalterliche, leiden nicht selten unter Benachteiligung von Seiten der Uni-Führung; da stellt sich die Frage, ob es nicht zumindest fragwürdig ist, wenn der Einzige Fokus für Forschende nur noch die Frage nach den finanziellen Umsetzungsmöglichkeiten ist.
Naja, wir werden sehen, wohin das führt. Ich für meinen Teil bin sehr gespannt darauf.
einer elitären AUSBILDUNG besteht darin, sich auch ELITÄR zu benehmen und den ELITÄREN AUFTRAG an der übrigen BEVÖLKERUNG nicht zu VERGESSEN!!!
NEGATIVBEISPIELE kriechen genug in der POLITIK herum!
(Elisabeth Rosing)
Neuesten Meldungen zufolge sind Steinbrück und seine Kopllegen aus den Ländern durchaus "töricht und verantwortungslos" genug
den Hochschulpakt II zu stoppen.
Das wäre fatal. denn wenn es auch stimmt, dass der Exzellenzwettbewerb in vielerlei Hinsicht problematisch ist,
(und es besser wäre, das Geld dafür direkt der DFG zur Verfügung zu stellen) so sind doch zumindestens die im Pakt auch vorgesehenen Mittel für zusätzliche Studienplätze dringend notwendig,
insbesondere weil demnächst die doppelten Abiturjahrgände (Turboabi) an die Unis kommen.
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