Afghanistan Bundeswehr-Soldat bei Anschlag getötet
Bei einem Feuergefecht nahe Kundus im Norden Afghanistans ist ein deutscher Soldat getötet worden. Er war mit einer Patrouille in einen Hinterhalt geraten
Vier weitere Bundeswehr-Soldaten wurden bei dem Anschlag leicht verwundet. Der Trupp waren mit Handfeuerwaffen und Granaten beschossen worden. Dies teilte die Bundeswehr auf ihrer Webseite mit. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte den Tod des Soldaten am Mittwochabend. Damit steigt die Zahl der in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten auf 32.
Das Feuergefecht ereignete sich gegen 19.00 Uhr (Ortszeit). Wegen der einbrechenden Dunkelheit waren weitere Ermittlungen schwierig. Die Angehörigen des Toten und der Verletzten wurden informiert. Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums und des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam teilten am Abend mit, nähere Details – auch zu den möglichen Tätern – lägen nicht vor.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) besucht zurzeit Afghanistan. Er verurteilte den Angriff als "feigen und heimtückischen Anschlag". Auch solche Gewalttaten "dürfen uns nicht davon abhalten, unsere Arbeit für eine bessere Zukunft dieses geschundenen Volkes fortzusetzen", sagte der Minister. In Afghanistan sind mehr als 3800 deutsche Soldaten stationiert.
Bereits am Vormittag war auf die deutschen Truppen ein Selbstmord-Anschlag verübt worden. Bei dem Attentat ebenfalls in der Nähe des deutschen Feldlagers Kundus wurden nach offiziellen Angaben fünf Soldaten leicht verletzt. Nach Angaben der Bundeswehr sprengte sich der Attentäter neben einer Patrouille rund 15 Kilometer südlich der Stadt in einem Auto in die Luft. Dabei wurde das schwer gepanzerte Fahrzeug der Patrouille beschädigt. Steinmeier sagte nach diesem ersten Zwischenfall, es komme es jetzt darauf an, die Ausbildung von afghanischer Polizei und Armee weiter voranzubringen. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikal-islamischen Taliban.
Offen blieb zunächst, ob die Anschläge in direktem Zusammenhang mit der Steinmeier-Reise stehen. Aus Sicherheitsgründen war der vierte Afghanistan-Aufenthalt des Ministers – wie inzwischen üblich – bis zur letzten Minute geheim gehalten worden. Erst vor drei Wochen war bereits ein Afghanistan-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von einem Angriff der Taliban überschattet worden. Wenige Minuten nach ihrer Abreise aus Kundus schlugen dort Raketen ein.
In Kabul war Steinmeier unter anderem mit Präsident Hamid Karsai zusammengetroffen, der sich für die deutsche Unterstützung seit dem Sturz der Taliban 2001 bedankte. Der Gesamtwert der Hilfe wird bis 2011 eine Summe von 1,2 Milliarden Euro erreichen. Steinmeier unterstützt den neuen internationalen Ansatz für eine "regionale Lösung" gegen den islamischen Terrorismus, der neben Afghanistan auch Pakistan stärker einbezieht. "Solange das nicht der Fall ist, werden auch unsere Bemühungen in Afghanistan nur begrenzt erfolgreich sein", so Steinmeier. Dazu soll es in der ersten Mai-Woche in Washington ein Treffen Karsais und seines pakistanischen Kollegen Asif Ali Zardari bei US-Präsident Barack Obama in Washington geben. Auf der Rückreise will Karsai in Berlin Station machen.
Steinmeier sagte, er habe "große Hoffnungen" in das Dreiertreffen in Washington. Zugleich appellierte er an Pakistan, "mehr Anstrengungen zu unternehmen, um die islamistischen Kräfte im Norden zurückzudrängen". Das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan gilt als wichtigstes Rückzugsgebiet für islamistische Terroristen. In Afghanistan sind derzeit mehr als 70.000 Soldaten aus über 40 Nationen stationiert. Bis zur Präsidentenwahl im August soll die Zahl auf mehr als 90.000 erhöht werden. Trotzdem werden neue Anschläge befürchtet.
- Datum 30.04.2009 - 11:38 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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rm
Was haben die Soldaten aus Deutschland am Hindukusch verloren?
Und immer wieder verliert einer sein Leben. Wozu?
Mal wieder ein Grund, um an der Neuen Wache eine Gedenkminute einzulegen: da drinnen sitzt Käthe Kollwitz' Mutter mit totem Sohn: "Nie wieder Krieg!"
Das Problem ist, dass die Welt heute zu komplex geworden ist, um mit der Formel "Nie wieder Krieg" eine der - zugegeben - Geißeln der Menschheit zu beseitigen - ein für allemal - wie naive Friedensträumer annehmen/hoffen.
Der Abzug der Bundeswehr ist es ja gerade, was die Angreifer durch eine Strategie der Nadelstiche wollen.
Diese Angreifer haben ein Verhältnis zum Krieg, das für den politisch korrekten Zivilbürger in einem saturierten Staat wie der Bundesrepublik völlig unverständlich ist. Krieg bedeutet für sie - so paradox es klingen mag - sowohl Mittel zum Zweck als auch Selbstzweck.
Das Problem wäre - zynisch formuliert - nicht so groß, wenn man davon ausgehen könnte, dass Afghanistan nach dem Sieg der Taliban ein selbstgenügsamer Staat würde, in dem "nur" wieder Ehebrecher gesteinigt, Frauen diskriminiert und Dieben die Hand abgehackt würde(n).
Leider ist aber davon auszugehen, dass das Land wieder zum sicheren Hafen für islamische Extremisten würde, die den Export von Gewalt in alle Welt (vor allem die westliche) vorantreiben würden.
Der Einsatz (auch) der Bundeswehr ist somit nicht so sinnlos, wie Sie schreiben, er ist durchaus von eigenen Sicherheitsinteressen diktiert.
Was ihm fehlt, ist neben dem notwendigen Engagement beim zivilen Aufbau die Robustheit und Nachhaltigkeit im offensiven Einsatz militärischer Mittel gegen die Feinde einer friedlichen Entwicklung Afghanistans.
Das Problem ist, dass die Welt heute zu komplex geworden ist, um mit der Formel "Nie wieder Krieg" eine der - zugegeben - Geißeln der Menschheit zu beseitigen - ein für allemal - wie naive Friedensträumer annehmen/hoffen.
Der Abzug der Bundeswehr ist es ja gerade, was die Angreifer durch eine Strategie der Nadelstiche wollen.
Diese Angreifer haben ein Verhältnis zum Krieg, das für den politisch korrekten Zivilbürger in einem saturierten Staat wie der Bundesrepublik völlig unverständlich ist. Krieg bedeutet für sie - so paradox es klingen mag - sowohl Mittel zum Zweck als auch Selbstzweck.
Das Problem wäre - zynisch formuliert - nicht so groß, wenn man davon ausgehen könnte, dass Afghanistan nach dem Sieg der Taliban ein selbstgenügsamer Staat würde, in dem "nur" wieder Ehebrecher gesteinigt, Frauen diskriminiert und Dieben die Hand abgehackt würde(n).
Leider ist aber davon auszugehen, dass das Land wieder zum sicheren Hafen für islamische Extremisten würde, die den Export von Gewalt in alle Welt (vor allem die westliche) vorantreiben würden.
Der Einsatz (auch) der Bundeswehr ist somit nicht so sinnlos, wie Sie schreiben, er ist durchaus von eigenen Sicherheitsinteressen diktiert.
Was ihm fehlt, ist neben dem notwendigen Engagement beim zivilen Aufbau die Robustheit und Nachhaltigkeit im offensiven Einsatz militärischer Mittel gegen die Feinde einer friedlichen Entwicklung Afghanistans.
Ich versteh immernoch nicht was wir da zu suchen haben.
Offiziel ist er dann wohl bei der Landesverteidigung gestorben, am Hindukusch...
Es waere doch einmal hoechste Zeit, das Kind beim Namen zu nennen.
Wer sich (oder uns) immer noch einreden will, dass die deutschen Soldaten in Afghanistan auf einer Friedensmission sind, dem sei gesagt:
Es ist Krieg.
Das ist das mindeste, was man den dortigen Soldaten schuldet. Aber da man jegliche Debatte um die Rechtfertigung des Afghanistan-"Einsatzes" vermeiden will, wird es wohl noch viele "Anschlaege" geben.
Erstmal mein beileid. Traurig, dass ein weiterer Soldat durch einen feigen Anschlag sterben musste.
@Tristas ich glaube nicht, dass es dir bzw. euch in der Aufgabe liegt, über die Situation in Afghanistan zu entscheiden. Dieses Privileg verdienen nur die Männer und Frauen im Krisengebiet und nicht alle befürworten deine Meinung.
(omg will dich nicht persönlich angreifen!)
Ich würde die Truppen auch gerne lieber daheim sehen, als sich dort mit dummen Talibankämpfer herumzuschlagen, ohne eine richtige Gegenaktion starten zu können.
Warum sie dort sind, möchte ich hier nicht nochmal schreiben. Mittlerweile müsste es jedem klar sein warum!
Trotzdessen: Jeder Soldat, der dort stirbt ist einer zu viel! Brechen wir aber jetzt ab, starben sie sinnlos ;(
rm
Genau richtig. Mich würde jetzt aber interessieren, was passieren müßte, damit dieser Soldat nicht sinnlos gestorben ist?
Es gibt da durchaus einige Soldaten, die das nicht mehr als Aufbaumission sehen. Sehr sehenswert ist hierzu der aktuelle Beitrag von Frontal21, gesendet am vergangenen Dienstag:
http://frontal21.zdf.de/Z...
Danach kann sich jeder sicherlich selbst eine Meinung bilden.
rm
Genau richtig. Mich würde jetzt aber interessieren, was passieren müßte, damit dieser Soldat nicht sinnlos gestorben ist?
Es gibt da durchaus einige Soldaten, die das nicht mehr als Aufbaumission sehen. Sehr sehenswert ist hierzu der aktuelle Beitrag von Frontal21, gesendet am vergangenen Dienstag:
http://frontal21.zdf.de/Z...
Danach kann sich jeder sicherlich selbst eine Meinung bilden.
rm
Genau richtig. Mich würde jetzt aber interessieren, was passieren müßte, damit dieser Soldat nicht sinnlos gestorben ist?
unsere Soldaten müssen für die Legalisierung der Vergewaltilgung afghanischer Frauen sterben. Herr Karzei mag dagegen sein, er hat nur nicht die Macht, sondern nur ein Amt.
Es gibt da durchaus einige Soldaten, die das nicht mehr als Aufbaumission sehen. Sehr sehenswert ist hierzu der aktuelle Beitrag von Frontal21, gesendet am vergangenen Dienstag:
http://frontal21.zdf.de/Z...
Danach kann sich jeder sicherlich selbst eine Meinung bilden.
Er ist doch hoffentlich ganz gesund? Er hat keine Probleme?
"Nun danket alle Gott ... "
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) besucht zurzeit Afghanistan. Er verurteilte den Angriff als "feigen und heimtückischen Anschlag". Auch solche Gewalttaten "dürfen uns nicht davon abhalten, unsere Arbeit für eine bessere Zukunft dieses geschundenen Volkes fortzusetzen", sagte der Minister.
Zum wiederholten Male fragt man sich, wer denn dieses wir eigentlich ist.
Dulnikker kämpft bis zum letzten Blutstropfen, ohne zu wissen, wie ein Gewehr ausschaut. Dulnikker schickt Tausende aus, um die Wüste zum Blühen zu bringen, während er selbst nicht einmal eine Topfpflanze je gegossen hat.
Ephraim Kishon Der Fuchs im Hühnerstall, dtv, (1972)
S. 167f
Dulnikker kämpft bis zum letzten Blutstropfen, ohne zu wissen, wie ein Gewehr ausschaut. Dulnikker schickt Tausende aus, um die Wüste zum Blühen zu bringen, während er selbst nicht einmal eine Topfpflanze je gegossen hat.
Ephraim Kishon Der Fuchs im Hühnerstall, dtv, (1972)
S. 167f
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