Atomwaffen "Irans Nuklearprogramm lässt sich nicht aufhalten"
Obamas Traum von der nuklearen Abrüstung lässt sich nicht umsetzen, sagt Nato-Planer Michael Rühle. Weitere Staaten werden versuchen, sich Atomwaffen zuzulegen

© Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images
Parade mit Atomwaffe: Indien zeigt den Stolz seines Rüstungsprogramms, eine Rakete, die einen Nuklearsprengkopf tragen kann
ZEIT ONLINE: Ihr neues Buch heißt Gute und schlechte Atombomben. Für ein Podiumsgespräch mit Ihnen warb die Körber-Stiftung mit dem Slogan "Sicherheit statt Abrüstung". Wen wollten Sie provozieren?
Michael Rühle: Wir brauchen eine Diskussion über Sicherheit, nicht nur über Abrüstung. Die Titel hat die Körber-Stiftung so provokant formuliert, um eine Debatte anzuregen. Damit ist nicht gemeint, dass es keine Abrüstung geben sollte, sondern dass wir in der Diskussion über alle Sicherheitsthemen sprechen müssen. Dazu zählen auch militärische Fragen.
ZEIT ONLINE: Ihre Thesen scheinen nicht so recht in die Zeit zu passen. US-Präsident Barack Obama hat in Prag von der Vision einer Welt ohne Atomwaffen gesprochen. Wäre eine Welt ohne Waffen nicht viel sicherer?
Rühle: Die Idee, Frieden ohne Waffen herzustellen, ist nicht neu. Und Abrüstung ist nicht falsch. Die militärischen Potenziale in Ost und West haben sich seit dem Ende des Kalten Krieges deutlich verringert. Das spiegelt die außenpolitische und militärische Entkrampfung wider, die mit dem Zerfall des Ostblocks einsetzte. Seitdem ist aber viel geschehen, das Stichwort ist Globalisierung der Sicherheit. Nahezu alle Nationen haben den Schluss gezogen, ihre militärischen Fähigkeiten so zu ändern, dass die Streitkräfte außerhalb des eigenen Landes eingesetzt werden können.
ZEIT ONLINE: Sie betrachten die Globalisierung aus einem anderen Blickwinkel als die meisten Deutschen, für die der Begriff vor allem für die Vernetzung der Wirtschaft steht ...
Rühle: Afghanistan ist ein gutes Beispiel für die Globalisierung der Sicherheitspolitik: Der 11. September hat gezeigt, dass Probleme, die in anderen Regionen der Welt entstehen, zu uns kommen. Wir müssen den Terrorismus in Afghanistan bekämpfen, damit er nicht zu uns gelangen kann. Zu diesem risikoreichen Einsatz, zu einem sehr langen Engagement in der Region, gibt es keine Alternative.
ZEIT ONLINE: Sie stimmen der Aussage also zu, dass die deutsche Sicherheit auch am Hindukusch verteidigt wird?
Rühle: Das Zitat vom früheren Verteidigungsminister Peter Struck stimmt, er hat dennoch viel Ärger dafür bekommen. Der Prozess gegen die Terroristen der Sauerland-Gruppe zeigt eindringlich, was sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet zusammenbraut. Diese Region hat definitiv Auswirkungen auf unsere Sicherheit. Die Kontroverse um Strucks Zitat zeigt aber, dass Deutschland sich ungeheuer schwer tut, diese Realität anzuerkennen.
ZEIT ONLINE: In Zeiten des globalen Terrorismus, in denen ein unbekannter Feind überall zuschlagen kann, wünscht man sich fast den Kalten Krieg zurück ...
- Datum 30.04.2009 - 09:44 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 3
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Solange die vsa dermassen viele angriffswaffen wie flugzeugtraeger, berufsarmee, transportkapazitaet, ..., kann den vsa niemand vertrauen. Die letzten jahre haben gezeigt, dass die vsa willkuerlich laender angegriffen haben. Die vsa sind das hauptproblem der unsicherheit in der welt. Mit ihrer insellage benoetigen die vsa schon von natur aus weniger verteidigungswaffen als ein land mit landgrenzen zum nachbar. Und schon mal praktisch keine angriffswaffen.
Werden flugzeugtraeger zur landesverteidigung benoetigt? Die eigene bevoelkerung taugt zur verteidigung der eigenen scholle - eine berufsarmee ist eine angriffsarmee, weil ein berufssoldat jeden krieg kaempfen muss. Ein uebermass an luftgestuetzter transportkapazitaet wird fuer heimatverteidiung nicht benoetigt - aber fuer die angriffskriege der vsa auf der ganzen welt.
Atomwaffenabruestung ist der zweite schritt, nachdem angriffswaffen abgeruestet wurden.
Fuehlen sie sich wohl, wenn in ihrer nachbarschaft jemand wohnt der ein waffenlager und dazu noch ein langes vorstrafenrigister besitzt?
Nein, den vsa kann niemand mehr vertrauen.
sage ich nur:"Heimseite!"
sage ich nur:"Heimseite!"
Das Ziel muss es sein, den gesamten Kernenergieweg völlig zu schließen und dies bestens - international - zu kontrollieren! Dazu müssen die Atommächte vorangehen: OBAMA hat den ersten Schritt gemacht, wie 1986 GORBATSCHOW.
Von einem beschützenden "Nuklear-Schirm" ist pervers, Herr Rühle: Sollten Atomwaffen irgendwann in die Hände von Terroristen gelangen, dann könnte die Perversion grauenvoll evident werden !
Es gibt Filmdokumentationen über den Hiroshima-Uran-Atombomben-Abwurf und über den Nagasaki-Plutonium-Atombomben-Abwurf, Herr Rühle !
Glauben Sie ernsthaft, dass Terroristen sich von einem Nuklearschirm vor einem nuklearen Terror-Anschlag "abschrecken" ließen ?
Sie denken noch in den Kategorien des Kalten Krieges, der interstaatlichen Konfrontationen bzw. der Block-Konfrontationen!
Leider sind völlig neue Gefahren - emergent ! - hinzugetreten, so dass auch das Denken sich - emergent - darauf zu einem Neuen Denken ändern muss, Herr Rühle.
sage ich nur:"Heimseite!"
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren