Atomwaffen "Irans Nuklearprogramm lässt sich nicht aufhalten"Seite 3/3

ZEIT ONLINE: Israel beäugt Teherans Streben nach der Bombe sorgenvoll. Das Land hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es eine Atombombe in der Hand der Nachbarstaaten nicht zulassen will. Halten sie einen israelischen Militärschlag gegen Reaktoren in Iran für realistisch?

Rühle: Das kann man nicht völlig ausschließen. Israel hat 1981 einen Reaktor in Irak vernichtet und 2007 eine Atomanlage in Syrien zerstört. Der Reaktor in Iran läuft bisher noch nicht. Wie Israel reagieren wird, wenn er ans Netz geht, ist schwer einzuschätzen. Sicher ist, dass ein Angriff auf iranische Anlagen ein sehr schwieriges militärisches Unterfangen wäre. Kurzfristig würde er das Atomprogramm zwar zurückwerfen, aber der Erfolg wäre nicht von Dauer.

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ZEIT ONLINE: Deutschland verfügt über keine Atomwaffen und wird auch keine herstellen. Wie sollte die Bundesregierung darauf reagieren, dass Staaten wie Nordkorea und Iran nuklear aufrüsten?

Rühle: Staaten, die keine Atomwaffen haben wie Deutschland und auch Japan, bleiben gut aufgehoben unter dem Schirm der Amerikaner ...

ZEIT ONLINE: ... Damit meinen Sie aber nicht den amerikanischen Raketenschirm, oder?

Rühle: Nein, ich spreche vom nuklearen Schirm, vom Versprechen der Amerikaner, ihre Verbündeten zu verteidigen. Die Frage der Raketenabwehr ist eine andere. Aber auch mit diesem Thema tut sich Deutschland schwer. Der Raketenschirm hat nichts mit Russland zu tun – Deutschland fürchtet dennoch, dass seine Interessen an einem guten Verhältnis zu Moskau durch die Radar- und Abwehranlagen in Osteuropa verletzt werden. Auch hier stehen wir Deutsche noch immer irgendwo dazwischen: Wir denken noch immer in den Kategorien des Kalten Krieges und des amerikanisch-sowjetischen Bilateralismus, wenn wir eigentlich global denken müssten.

Die Fragen stellte Hauke Friederichs.

Michael Rühle ist stellvertretender Leiter der Politischen Planungseinheit des Nato- Generalsekretärs in Brüssel. Das Gespräch gibt seine private Meinung wieder. Im April erschien sein Buch "Gute und schlechte Atombomben".

 
Leser-Kommentare
  1. Solange die vsa dermassen viele angriffswaffen wie flugzeugtraeger, berufsarmee, transportkapazitaet, ..., kann den vsa niemand vertrauen. Die letzten jahre haben gezeigt, dass die vsa willkuerlich laender angegriffen haben. Die vsa sind das hauptproblem der unsicherheit in der welt. Mit ihrer insellage benoetigen die vsa schon von natur aus weniger verteidigungswaffen als ein land mit landgrenzen zum nachbar. Und schon mal praktisch keine angriffswaffen.

    Werden flugzeugtraeger zur landesverteidigung benoetigt? Die eigene bevoelkerung taugt zur verteidigung der eigenen scholle - eine berufsarmee ist eine angriffsarmee, weil ein berufssoldat jeden krieg kaempfen muss. Ein uebermass an luftgestuetzter transportkapazitaet wird fuer heimatverteidiung nicht benoetigt - aber fuer die angriffskriege der vsa auf der ganzen welt.

    Atomwaffenabruestung ist der zweite schritt, nachdem angriffswaffen abgeruestet wurden.

    Fuehlen sie sich wohl, wenn in ihrer nachbarschaft jemand wohnt der ein waffenlager und dazu noch ein langes vorstrafenrigister besitzt?

    Nein, den vsa kann niemand mehr vertrauen.

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    sage ich nur:"Heimseite!"

    sage ich nur:"Heimseite!"

  2. Das Ziel muss es sein, den gesamten Kernenergieweg völlig zu schließen und dies bestens - international - zu kontrollieren! Dazu müssen die Atommächte vorangehen: OBAMA hat den ersten Schritt gemacht, wie 1986 GORBATSCHOW.

    Von einem beschützenden "Nuklear-Schirm" ist pervers, Herr Rühle: Sollten Atomwaffen irgendwann in die Hände von Terroristen gelangen, dann könnte die Perversion grauenvoll evident werden !

    Es gibt Filmdokumentationen über den Hiroshima-Uran-Atombomben-Abwurf und über den Nagasaki-Plutonium-Atombomben-Abwurf, Herr Rühle !

    Glauben Sie ernsthaft, dass Terroristen sich von einem Nuklearschirm vor einem nuklearen Terror-Anschlag "abschrecken" ließen ?

    Sie denken noch in den Kategorien des Kalten Krieges, der interstaatlichen Konfrontationen bzw. der Block-Konfrontationen!

    Leider sind völlig neue Gefahren - emergent ! - hinzugetreten, so dass auch das Denken sich - emergent - darauf zu einem Neuen Denken ändern muss, Herr Rühle.

  3. sage ich nur:"Heimseite!"

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