Gipfel Berlusconi verlegt G-8-Treffen ins Erdbebengebiet
Der italienische Ministerpräsident will den G-8-Gipfel in L'Aquila abhalten. Die Abruzzenstadt war Anfang April von einem Erdbeben fast vollständig zerstört worden
Zwei Jahre lang wurde geplant, um den G8-Gipfel im Juni 2009 auf der italienischen Insel La Maddalena unter hohen Sicherheitsvorkehrungen abhalten zu können. Die Arbeit könnte vergebens gewesen sein. Silvio Berlusconi will überraschend das Treffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands nach L'Aquila verlegen. Kein anderer Ort sei besser geeignet, sagte der Regierungschef nach einer Kabinettssitzung am Donnerstag.
Die Begründung: Die für die Sicherheit und die Infrastruktur veranschlagten 220 Millionen Euro seien im Erdbebengebiet besser ausgegeben als im ursprünglichen Tagungsort. Berlusconi nannte diese Entscheidung für L'Aquila als Gipfelort "ein positives Signal für die mehr als 60.000 Menschen in den provisorischen Zeltstädten". Zudem könnten so 220 Millionen Euro gespart werden, fügte er hinzu.
Allerdings kann über einen neuen Tagungsort nicht allein die italienische Regierung bestimmen. Alle anderen G-8-Staaten müssen zustimmen. Auf La Maddalena vor Sardinien könne dafür der von US-Präsident Barack Obama für den Herbst angestrebte Umweltgipfel organisiert werden, bot Berlusconi an.
Das Erdbeben vom 6. April in L'Aquila hatte 295 Menschen das Leben gekostet und Zehntausende obdachlos gemacht.
- Datum 05.07.2009 - 16:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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Man muss es Berlusconi schon lassen. Er begeht einen diplomatischen faux pas nach dem anderen. Seine innenpolitische Kalkulation zielt offenbar darauf hin, dass alle anderen Länder diese Idee sowieso ablehnen, und er dann zu den Italienern sagen kann: "Wenn es nach mir gegangen wäre..."
Die Idee, Obamas Umweltkongress auf die Insel Maddalena zu verlegen, ist ebenso dummfrech wie die erste. Da Obama der Gastgeber ist, wird er natürlich auch den Konferenzort bestimmen, und schon gar nicht in Italien, wo bereits die G-8 Konferenz stattfindet.
Sehr vernünftige Idee. Auf diese Weise haben die Opfer zumindest die Chance, dass sie bald wieder bewohnbare Häuser bekommen. Die Frage ist nur ob in dieser kurzen Zeit auch städtebauliche Aspekte berücksichtigt werden können, oder ob jetzt wegen der Geschwindigkeit nur gesichtslose Neubauten entstehen. Aber der finanzielle Aspekt ist wirklich klasse. Diese ganzen Gipfel kosten immer Unsummen und bringen den Bürgern ausser Ärger, Behinderungen und momentanan Einschränkungen garnichts
A.S.
... aber ich freue mich über die erste Lektion für die Sarden nach dem Fall Sorus. Vielleicht dämmert es einigen, daß ihr neuer Insel-Capo doch nicht einen so heißen Draht zum grande Padrino hat, dem die Sarden letztlich so egal sind wie die Schafe die über die Insel rufen und der die Insel letztendlich sogar haßt. Wie etwa der geisteskranke Umbau seines Grundstücks zu Porto Rotondo belegt. - L'Aquila, si, allerdings, Superidee. Hut gezogen. Die stöhnten erst schon über 100 Journalisten, jetzt haben sie 5000. Beschwerten sich grad noch über die vielen Hände, die sie schütteln müssen, jetzt kommt allein Obama mit 1000 Nasen an. Na wenns dafür Geld regnet dann wird offenbar weiß, was grad noch schwarz war. Und der Super-Nano-Capo, die Zunge ist noch heiß vom Ausladen der anderen Politiker (er mußte freilich vor Ort die "Einsätze koordinieren"), denn die Leut da haben grad mal anderes zu tun, da fällt ihm ein dem Ort die größte mobile Konverenz der Welt zu schenken, nur weil eine größere Kaserne nicht zusammen gefallen ist, wo man jetzt ganz entspannt mal konverenzen kann. Das paßt. Wenigstens können sich einige der Opfer jetzt ernsthaftere Hoffnungen machen, doch noch Heizung und Warmwasser zu bekommen. Und wohl nicht wegen der angeblichen Einsparungen - die üblichen Phantasien & Betrügereien, es wird wohl drauf gezahlt werden. Wirds abgelehnt, auch gut und noch besser. Der Psycho-Nano strahlt dann als der einzige Macher, nein Kämpfer für den Mann der Straße, umgeben freilich von Neidern, Zweiflern, Zögerlichen, geisteskranken Richtern & natürlich Kommunisten.
Die G8 sollen sich wohl L'Aquila ansehen und angesichts der vielen zerstörten Häuser Geld locker machen.
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