Biodiversität Wettlauf gegen das Artensterben Seite 2/2
Vorantreiben will die EU auch den Anschluss von noch mehr Meeres-Ökosystemen an das Natura2000-Projekt. Wirksame Maßnahmen gegen das Artensterben, das wurde auf der Konferenz deutlich, stehen inzwischen eigentlich in ausreichender Zahl zur Verfügung. Das Problem liegt darin, diejenigen dafür zu gewinnen, die sie letztlich umsetzen müssen – dazu gehören Akteure in der Landwirtschaft und in der Industrie ebenso wie Umweltminister und Schrebergartenbesitzer. Finanzielle Anreize für eine nachhaltige Produktion, verbunden mit Sanktionen für Öko-Sünder, könnten in Zukunft einen Teil der Überzeugungsarbeit ersetzen.
Damit solche gesetzlichen Instrumente in Angriff genommen werden können, braucht es jedoch einen Ersatz für den gescheiterten Aktionsplan. Der ist frühestens im nächsten Jahr zu erwarten. Wie viel von den Diskussionsergebnissen der Biodiversitäts-Konferenz letztlich darin einfließt, bleibt abzuwarten. Jochen Flasbart vom deutschen Bundesumweltministerium gab schon einmal einen Vorgeschmack, als er in der letzten Sitzung den vergleichsweise zahmen Ton der Abschlusserklärung kritisierte: "Wir hätten diese Gelegenheit nutzen sollen, um eine deutlichere Sprache zu sprechen", sagt er. "Ich bezweifle, dass wir dazu noch die Möglichkeit haben, wenn wir erst anfangen, in Brüssel zu verhandeln."
- Datum 30.04.2009 - 12:46 Uhr
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- Serie Umwelt
- Quelle ZEIT ONLINE
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Um zu wissen was ausstirbt muss man zuerst wissen was es gibt und davon sind wir noch weit entfernt. Das allerwichtigste wäre, die von Jahr zu Jahr geringer werdende Zahl kompetenter Spezialisten die in der Lage sind, Organismen exakt zu bestimmen, endlich wieder zu erhöhen. Dazu müsste der Einrichtung und Erhaltung von wissenschaftlichen Sammlungen statt deren Einmottung oder sogar Schliessung, sowie vor allem der Ausbildung von Taxonomen und Systematikern an Universitäten und Forschungsinstituten nach Jahrzehnten kontinuierlicher Demontage von Lehr- und Forschungsstellen in „klassischer“ Botanik, Zoologie und Mikrobiologie endlich wieder der (finanzielle) Stellenwert gegeben werden der ihnen in einer Welt des dramatischen Artenschwundes zukommt. Wenn es, gemessen an der riesigen Artenzahl, mittlerweile fast niemanden mehr gibt der zuverlässig in der Lage ist bekannte und neue Spezies von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen zu erkennen und zu dokumentieren, helfen alle staatlichen und überstaatlichen Initiativen zum Artenschutz überhaupt nichts.
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