Bankenkrise Geithners Dilemma
Die amerikanische Regierung will die Ergebnisse des Stresstests für die Banken veröffentlichen, um die Märkte zu beruhigen. Das dürfte schwer werden
Am kommenden Montag wird es spannend: Dann veröffentlicht die US-Regierung die Ergebnisse des Stresstests, der Aufschluss darüber geben soll, wie es um die 19 größten Banken des Landes bestellt ist. Das spektakuläre Vorgehen lässt erahnen, dass es nicht nur um schonungslose Einblicke in die Bilanzen geht. Die Märkte sollen beruhigt werden, ebenso wie die Öffentlichkeit.
Leicht wird das nicht. Die Lage der Banken war zuletzt desaströs. Anleger schließen wie alle Menschen von der Vergangenheit auf die Zukunft. Dass sich die Banken plötzlich erholt haben sollen, wird schwer zu vermitteln sein, selbst wenn einige Institute im ersten Quartal wieder Gewinne geschrieben haben.
Es ist ein schmaler Grat: Fallen die Ergebnisse der Stresstests zu positiv aus, werden viele Menschen dem nicht glauben. Bestätigen sich hingegen die Gerüchte, die zuletzt im Netz kursierten, wonach 16 der 19 Banken bereits "technisch insolvent" sind, werden die Märkte verschnupft reagieren – und die Kurse erneut abstürzen.
Die zentrale Frage in dieser Krise bleibt deshalb, wie das Vertrauen an den Märkten wieder hergestellt werden kann. Hierauf gibt es nur eine Antwort: Die Investoren müssen das Gefühl haben, dass die gesamte Wahrheit auf den Tisch kommt.
Doch auch das ist nicht so einfach, wie die Liste der deutschen Finanzaufsicht Bafin zeigt, die am Wochenende öffentlich wurde. Demnach sollen in den Bilanzen der Banken toxische Papiere in Höhe von mehr als 800 Milliarden Euro liegen. Sofort reagierten die Banken mit Protest. Die Zahl sei jenseits der Realität. Das zeigt auch, wie groß der Spielraum für Interpretationen dieser Tage ist, wenn es um die Bewertung von Risiken geht.
Deshalb kommt es darauf an, welcher Interpretation die Bürger glauben. Die amerikanische Regierung hat da nicht die besten Karten. Vergangene Woche wurde bekannt, dass der frühere Finanzminister Henry Paulson und Fed-Chef Ben Bernanke das Aktienrecht bei der Übernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America extrem strapaziert, womöglich sogar überstrapaziert haben. Der Chef der Bank of America, Lewis, gab bei einer Anhörung zu Protokoll, er sei von den Offiziellen gezwungen worden, die tatsächlichen Probleme von Merrill Lynch zu verschweigen.
Derlei Nachrichten sind nicht geeignet, Anleger und Öffentlichkeit zu überzeugen, am Montag komme mit der Veröffentlichung der Stresstests die Wahrheit ans Licht. Wenn die Regierung die wahren Verhältnisse verschweigen will, um das Finanzsystem zu stabilisieren, wird sie es tun. So werden zumindest einige Anleger denken.
- Datum 31.08.2009 - 16:17 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, 6.5.2009 - 10:36 Uhr
- Kommentare 4
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nämlich nur eingeschränkt etwas. Sollen 200 Staatsbeamte mit Excel-Tabellen besser arbeiten als die Risikoabteilungen der Banken?
Wer bei diesem Primitiv-Test durchfällt der gehört abgewrackt. Aber vor ein Positiv-Umkehrschluß würde ich warnen.
vor allen dingen - das ist nicht anders zu erwarten - wer einmal sein ureigene spiel dermaßen ueberzogen hat , wird wohl das vertrauen der anderen "teilnehmer" nicht so schnell , und dann auch noch grundlos und nur mit eine paar geschoenten statistiken bewaffnet, wiedererlangen. verdient hat die FED kein vertrauen, die us banken, welche den casino effekt weidlich ausgenutzt haben uber eine dekade mindestens, wohl auch nicht. oder sollte die bewaffnung doch erheblich massiver seiun?
und wenn nun die 16 banken wirklich pleite sind - die USA ist sowieso pleite - werden sie dann vorn den restlichen 3 banken billig angekauft , oder wo solls bitte langgehen? guter plan eigentlich - aus richtung manhattan-chase und den restlichen gewinnern gesehen ...
Warum hat Geithner ein Dilemma ? Wegen der Lügen die in der Vergangenheit von seinen Vortänzern aufgetischt wurden .
Einmal , Zweimal die reine Wahrheit auf den Tisch egal was kommt , dann ist das Vertrauen Repariert .
Wenn wieder Gelogen wird wäre die reine Dummheit , denn es kommt sowiso raus .
aber darüber berichtet man nur im Ausland - in Deutschland ist ein so wichtges Ereignis kein Thema!!!!
100 mächstigste Bank-Chefs, Aristokraten und Finanziers treffen sich in Griechenland und heimlich zu debatieren und keine deutsche Zeitung erwähnt es!!!!!
Es passiert gerade jetzt (14.5 bis 17.5.2009), der Ackermann ist auch dabei...
So werden Informationen gefiltert und Wirklichkeit entstellt.
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