Deutschland & die Türkei
Die Union gefährdet das deutsch-türkische Verhältnis
CDU und CSU betreiben einen fahrlässigen Umgang mit dem Thema Türkei. Das beschädigt nicht nur die Beziehungen beider Länder

© Andreas Rentz/Getty Images
Getrübtes Verhältnis: Der türkische Premier Erdogan und Bundeskanzlerin Merkel
In einer Zeit, in der sich Wirtschaftsinstitute, Medien und Gewerkschaften gegenseitig mit Katastrophenszenarien überbieten, scheint es unangebracht, noch eine weitere Schwarzmalerei hinzuzufügen. Aber es ist an der Zeit, eine Warnung nach Berlin zu schicken. Es geht um die Türkei und die Türken in Deutschland. Vorweg aber zwei gute Nachrichten. Da die Gewerkschaften und SPD-nahe Kreise nun schon mit Lust an der Apokalypse soziale Unruhen vorhersagen, sei hier mit mindestens demselben Wahrscheinlichkeitsfaktor vorhergesagt: Die deutschen Türken werden sich daran nicht beteiligen. Sie sind ein sehr konservativer Menschenschlag, sie wollen vor allem Ruhe, nicht Unruhe, dafür sind sie nach Deutschland gekommen.
Zweitens ist ihr Heimatland, die Türkei, ein bodenständiges Land, das traditionell nach Ruhe im Inneren und Äußeren strebt. Früher war es Friedhofsruhe, heute - unter der konservativen Regierung von Premier Tayyip Erdo gan - dominiert eher der gezielte Versuch, einen Ausgleich mit den Nachbarn des Landes herzustellen. Es ist seiner Regierung gelungen, die Fast-Kriegszustände mit Griechenland und Syrien zu beenden, ein Freundschaftsverhältnis zum neuen Irak aufzubauen. Teilweise waren Erdogans Vorgänger schon daran beteiligt, doch das bestätigt nur den Trend. Dieser kulminiert nun in den intensiven Verhandlungen mit Armenien über eine Grenzöffnung. Es ist also nicht zwangsläufig, mit der Türkei Zoff zu haben.
Hier kommen wir nun zur angekündigten Warnung. Leider nämlich verstrickt sich die Bundesregierung, vor allem ihre konservative Hälfte mit CDU und CSU, immer mehr in einen Streit mit der türkischen Regierung und der ganzen Türkei. Alles begann mit der schrägen Auffassung der Unionsparteien, sie seien ganz besonders ehrlich, wenn sie den Türken sagen, dass niemand sie in der EU haben will. Das stimmt zwar nur zur Hälfte, aber CDU und CSU behaupten das einfach mal so mit voller Inbrunst. Um das Nein zur Türkei abzumildern, wollen sie sie mit einem Wortmonstrum namens "Privilegierte Partnerschaft" besänftigen. Dieses gilt nur in Ankara mittlerweile als Freifahrtschein zur Hölle. Und das wiederum liegt an den Unionsparteien.
Denn in den vergangenen Jahren gab es kaum einen Wahlkampf, in dem CDU oder CSU nicht das Thema Türkei hochzogen und um deutsche Stimmen mit einem vielfach geträllerten Nein warben: Zur Türkei in der EU, zu gewaltbereiten türkischen Jugendlichen, zu Kopftüchern, zu muslimischem Brauchtum. Mittlerweile scheint es fast so, als sei der restkonservative Kern der inzwischen sozialpopulistisch vergröberten Unionsparteien auf das Nein zum Türkentum in jeder Form reduziert.
- Datum 27.4.2009 - 12:41 Uhr
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Der Aufsatz in Zeit-on-Line versteigt sich zu folgendem Hinweis:
"Da die Gewerkschaften und SPD-nahe Kreise nun schon mit Lust an der Apokalypse soziale Unruhen vorhersagen, sei hier mit mindestens demselben Wahrscheinlichkeitsfaktor vorhergesagt: Die deutschen Türken werden sich daran nicht beteiligen. Sie sind ein sehr konservativer Menschenschlag, sie wollen vor allem Ruhe, nicht Unruhe, dafür sind sie nach Deutschland gekommen." In diesem Kontext kommt selbst von MP Wulf aus Niedersachsen jetzt Schützenhilfe für Frau Schwan.
Ich halte die Zusammenschau der Aspekte "Panik + Türken" für voll daneben.
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Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.
Hallo
Zitat aus dem Artikel
* Nur lässt sich vielleicht das wahre Hindernis für die Integration der Türken in Deutschland benennen. Es heißt nicht Tayyip Erdogan, sondern CDU/CSU.*
Ende
Der Autor des Artikels vertritt eine rein türkische Sicht der Dinge und schreibt obendrein aus dem journalistischem Elfenbeinturm.
Ihm scheint entgangen zu sein das ein Herr Erdogan in Köln von seinen Landsleuten in Deutschland unverblümt verlangte Türken zu bleiben und sich NICHT zu integrieren.
Er ignoriert komplett das Nationalismus den Türken quasi in den Wiege gelegt wird und Realität ist auch das die meisten Türken in Deutschland ein türkisches islamisches Deutschland wollen und sich das Recht herausnehmen das deutsche Grundgesetz in Frage zu stellen.
Da ich jeden Tag mit Türken zusammenarbeite, kann ich dem Autor mitteilen das sich die Türken in Deutschland niemals integrieren werden, sie erwarten stattdessen das wir (Einheimischen) türkisch werden.
Das ist Integration auf türkisch.
Gruss
Rene
Es geht um konservative Denke. Bei uns wie auch in der Türkei. Thomas Mann hat in seinen "Betrachtungen eines Unpolitischen" den Staatswissenschaftler Adam von Müller zitiert. Der Müller hat folgende Auffassung von Staat und Gesellschaft: "Der Staat ist für Müller eine geschichtlich gewachsene, umfassende Schicksals- und Kulturgemeinschaft der Menschen, die in ihrem historischen Kontext betrachtet werden muss. Die Basis für die staatliche Ordnung besteht für Müller in dem Gedanken der Gemeinschaft, deren Fortbestehen sie letztlich als gottgewollt auszeichnet."
Müllers Lehren wurden insbesondere von Othmar Spann (1878-1950) wieder aufgenommen. Othmar Spann hat den Führerstaat vorgedacht. Die konservativen Türken betrachten ihre Deutschtürken immer noch als Teil der Schicksalsgemeinschaft der Türken. In diesem Kontext auf die Idee zu kommen, die Gesine Schwan zu zitieren, ist unpassend.
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Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.
Erdogan hat in Köln damals gesagt, dass die Türken sich integrieren sollen aber nicht aklimatisieren. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Zu der Sache mit dem Grundgesetz: Wo nehmen sich diese menschen dieses Recht heraus? Können sie mit Fakten diese belegen?
Zur Intergration: Wann ist ein Türke integriert? Wie sollen es diese Menschen schaffen? Können sie diese Sache genauer erläutern?
Sobald die Angst vor dem Fremden in Deutschland nicht verschwindet, wird es sich nie damit zufrieden geben, dass es nun einmal Frauen mit Kopftüchern in den Strassen Deutschlands geben wird. Egal, was man macht und wieviele solcher Intergrationsgipfel auch stattfinden, die Komplexe der Deutschen werden nie ganz verschwinden.
Dieser Artikel trifft eigentlich genau den Nerv. Denn unser aller Interesse ist, egal ob Deutsch oder Türke, dass die Bundesregierung ihre Hausaufgaben macht. Und ich muss sagen, sie machen sie nicht!!! Statt sich um die Probleme der Menschen zu kümmern, wie das marode Gesundheitssystem, die sinnlosen Steuern wie Soli usw. wird auf eine perfide Art und Weise auf Wahlkampf gemacht auf den Rücken einer Minderheit! Irgendwie kommt das doch einem bekannt vor!
So schlimm kann's ja wohl nicht sein bei uns bösen Deutschen - sonst wären die Jungs doch schon wieder daheim. Aber im Gegenteil: es werden immer mehr.
Darum begrüße ich die gezielte Entmutigung, die die konservativen Parteien betreiben.
Stellen Sie sich mal vor, die Türkei bekäme Zutritt zur EU. Mit voller Freizügigkeit. Was meinen Sie, was bei uns los wäre. Oder glauben Sie, die würden nach Polen ziehen?
stelle sie sich mal vor was passieren würde wenn die alle herkommen würden!
die würden allen deutschen die blonden frauen wegnehmen (dafür würden alle deutschen die türkinnen erhalten, die haben zwar kopftücher, aber dafür sind sie rassig dunkelhaarig- darauf stehen doch deutsche auch. und wenn se glück haben dann können sie sogar einen echten schwarzmeertürken kriegen, die sind nämlich blond und blauäugig). ausserdem würde kein deutscher mehr einen arbeitsplatz erhalten, deutsch würde verfallen, weil es keiner mehr sprechen kann, alle kinder hätten eine mischung aus blond und schwarz, McDonalds würde kein schweinefleisch mehr verkaufen, der deutschen flagge würde man das schwarz und gold wegnehmen, alle leerstehenden kirchen würde in eine moschee umgebaut werden- so wie in Istanbul
UND JEDEM DOOFMANN DER DAS DENKT- DER LEBT HINTERM MOND!
DAZU GEHÖREN AUCH DIE VIELEN ZUSTIMMER IN DIESEM FORUM!
Sehr geehrter Herr Hennesche,
Sie schreiben:
"So schlimm kann's ja wohl nicht sein bei uns bösen Deutschen - sonst wären die Jungs doch schon wieder daheim. Aber im Gegenteil: es werden immer mehr. Darum begrüße ich die gezielte Entmutigung, die die konservativen Parteien betreiben."
Sie können sich freuen Recht zu behalten, denn die gezielte Entmutigungsstrategie der CDU/CSU scheint Ihre Früchte zu tragen:
http://www.welt.de/die-we...
"38 Prozent der türkischstämmigen Akademiker beabsichtigen, in die Türkei zu ziehen. Zu dem Zwischenergebnis kommt das Forschungsinstitut "futureorg" aus Krefeld in der TASD-Studie über türkische Bildungseliten in Deutschland. "Wir haben von Dezember 2007 bis Januar dieses Jahres 173 Teilnehmer befragt", erklärt Institutsleiter Kamuran Sezer. 21 Prozent gaben berufliche Gründe für ihre Abwanderungsbereitschaft an. Verständlich, immerhin boomt die Wirtschaft in der Türkei seit Jahren. Doch der am häufigsten genannte Grund (42 Prozent) war das fehlende Heimatgefühl."
Ob das allerdings gut für die BRD ist, dass ausgerechnet die Türkischstämmigen, die Ihren Integrationswillen bewiesen haben, Deutschland verlassen? Woran mag es liegen, dass ausgerechnet die Türkischstämmigen die NICHT zu der Problemgruppe gehören: ohne Deutschkenntnisse, ohne qualifizierte Abschlüsse, ohne ellenlange Strafregister die BRD verlassen? Wurde uns nicht versprochen, dass Bildung der Schlüssel zur Integration sei? Wurde uns nicht durch die Medien und Politiker suggeriert, dass gerade die geringe Qualifikation der meisten Türkischstämmigen die Ursache für Ihr Versagen in der deutschen Gesellschaft sei sich zu integrieren? Wie passt dieses Bild, wenn gerade der junge türkischstämmige Akademiker sozusagen die gelungene Wunschvorstellung eines integrierten Deutsch-Türken unserer urdeutschen Politiker das Land verlässt? Woran liegt Ihr Verdruss? Die Antwort:
"Nach Schätzungen des Zentrums für Türkeistudien in Essen ist die Arbeitslosenquote unter türkischstämmigen Akademikern hierzulande dreimal so hoch wie bei originär deutschen Kommilitonen. 42 Prozent der türkischstämmigen Haushalte sollen unterhalb der Armutsgrenze leben."
Wie kommt es, dass die Türkischstämmigen um den Faktor 3 stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind als die Urdeutschen, vorallem wenn man weiß, dass die meisten Türksichstämmigen solide Studiengänge wie Ingenieurswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften belegen und seltener in die Arbeitslosigkeit mündende Studiengänge wie Altphilologie.
Und auch hier gibt der Artikel die entsprechenden Antwort:
"In Deutschland fühlen sich viele Akademiker wegen ihrer türkischen Abstammung zurückgewiesen. Das Zentrum für Türkeistudien hat die Probe aufs Exempel gemacht und identische Bewerbungen an Unternehmen geschickt - einmal mit türkischem Namen. Das Ergebnis: Bewerber mit deutschem Namen wurden zehnmal häufiger zum Vorstellungsgespräch eingeladen als diejenigen mit türkischem."
Wurde uns mit hohen Abschlüssen und guten Deutschkenntnissen nicht die Akzeptanz in der Gesellschaft versprochen?
Gerade dieser Artikel bestätigt die These Michael Thumanns, dass die CDU/CSU Schuld an der misslungenen Integration der Türkischstämmigen trägt. Er weist auf einen Aspekt hin, der in der Mehrheitsgesellschaft noch gar nicht diskutiert worden ist! Was wenn plötzlich alle Türkischstämmigen perfekt Deutsch sprächen und Akademiker wären, würden sie dann akzeptiert? Anscheinend nicht. Wir sollten Schluss machen mit der Mär, dass mit solidgen Deutschkenntnissen, der Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft und der Anerkennung der Gesetze auch eine Akzeptanz und Gleichstellung einhergeht. Die Zuwanderer müssen verstehen, dass sie immer besser sein müssen als die Urdeutschen.
Gleichzeitig müssen die Ursachen für die Ablehnung durch die Urgesellschaft und dessen Folgen genauer untersucht werden. Wieso ist es nicht möglich, die Zuwanderer als Deutscher XXX Herkunft mit Ihren Wurzeln und Ihrer doppelten Identität zu akzeptieren? Wieso gelingt den Amerikanern bei den Zuwanderern sofort eine Identifikation mit den USA? Liegt es evtl. daran, dass nicht verlangt wird die Herkunft zu leugnen, dass sich die Einwanderer Stolz als Afro-Amerikaner, Lationo-Amerikaner etc. bezeichnen können? Diese Doppelidentitäten nicht zu einer Loyalitätsfrage führt und in diesen kein Widerspruch gesehen wird?
Viele Grüße
Wer nicht für einen EU Beitrtt der Türkei ist, wer Fragen zu einem Moscheebau stellt, wer überhaupt irgendwelche kritische Fragen an oder über Herrn Erdogan oder intransparente türkische Verbände, die hier Einfluss nehmen wollen, stellt, ist natürlich CDU Und CSU wenn nicht rechtsradikal. Und jetzt auch noch an allem schuld, was da kommen mag.
Da ich weder CDU/CSU bin und schon gar nicht rechtsradikal aber trotzdem nicht an Allem schuld sein will, werde ich mich in Zukunft weder mit der Türkei noch mit Fragen der Integration befassen und mich zu einem klaren macht was ihr wollt, bekennen.
Ich bin ueberhaupt nichts, ich bin Deutscher und Europaeer, ich bin aber dagegen dass man Kapitalverbrechen als "EHRENMORDE" bezeichnet; ich bin dagegen dass man den Staat ausnimmt, ich bin dagegen, dass man
Kinderged in's Ausland ueberweist, ich bin dagegen, dass man bei der geringsten Kritik als "NAZI" bezeichnet wird und letztendlich bin ich dagegen, dass die Tuerkei in ihrem jetzigen Zustand in die E.U. kommt! alle die sich intergrieren o.k. und DIE die das nicht wollen sollen bitte wieder zurueck in ihre "HEIMAT" die sie doch wohl unzufrieden verlassen haben.
gibt's in jeder Spelunke..."...ist doch nicht mein Biäär...Helgaaa! Mach ma noch Einen...
Bzgl. eines EU-Beitritts der Türkei ist die Haltung der Deutschen eindeutig: http://www.shortnews.de/s.... In einer Demokratie kann es nun leider auch einmal geschehen, dass eine Partei in einer Frage tatsächlich ausnahmsweise die Interessen der Bevölkerungsmehrheit vertritt (auch wenn sie davor in derselben Frage die Interessen der Bevölkerungsmehrheit mit Füssen getreten hat, aber das ist eine andere Diskussion) - damit müssen Herr Thumann und die Türkei wohl leben. Das ist übrigens auch in anderen Ländern mit starker türkischer Minderheit so, obwohl dort die CDU/CSU nicht zu Wahlen antritt - wie kann das sein?
"Nur lässt sich vielleicht das wahre Hindernis für die Integration der Türken in Deutschland benennen. Es heißt nicht Tayyip Erdogan, sondern CDU/CSU."
Das ist nun wirklich eine saudumme Behauptung (und das einmal abesehen von der Formulierung, es sollte wohl "nun" heissen), excusez-moi, mir ist kein Fall bekannt, in dem die CDU/CSU einen Türken daran gehindert hätte, sich in Deutschland zu integrieren, wenn - ja, wenn er es gewollt hätte. Wollen Sie nun wirklich der CDU/CSU die Schuld daran geben, dass Türken überdurchschnittlich häufig Schulversager sind, überdurchschnittlich häufig arbeitslos sind, überdurchschnittlich häufig hauptberuflich Kinder kriegen und ansonsten von Sozialtransfers leben, dabei aber auch überdurchschnittlich häufig schwarz arbeiten? Ihre Kinder überdurchschnittlich häufig kriminell sind und die Listen sog. Intensivtäter dominieren? Eine derart simplistische Aussage ist für einen Akademiker eine Schande und entlarvt den Text als das, was er ist - plumpe Propaganda, die das eigene Klientel erheitern soll.
(Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)
die Deutschen und eine einheitliche Meinung sind schon weltweit zu zweifelhaftem Ruhm erlangt. Suchen Sie sich bitte etwas produktivere Bereiche aus, wo Sie sich ausleben können - sonst gibt's vom großen Bruder (zum Glück) eins auf n unvernünftigen Deckel!
Gut und richtig, dass Sie noch einmal nüchtern aufgezeigt haben
Ein paar Punkte:
a) Die Aufnahme der Türkei in die EU (ich würde nicht vom Beitritt sprechen, weil es um einen Vertrag zwischen dem Bewerber und allen bisherigen Mitgliedstaaten geht) steht solange auf der Tagesordnung, bis die Türkei entweder EU-Mitglied ist oder ihren Anspruch auf Mitgliedschaft endgültig aufgegeben hat. Da jeder Mitgliedstaat die Aufnahme verhindern kann, ist die Frage, wie eine Partei in einem Mitgliedstaat dazu steht, während dieser ganzen Zeit aktuell, ob es einem paßt oder nicht.
b) Zwar ist nicht jeder gegen die Aufnahme der Türkei, aber nach der letzten Eurobarometer-Umfrage, in der danach gefragt wurde (Frühjahr 2008, Nr, 69), sind in Deutschland 63% der Befragten selbst dann gegen die Aufnahme der Türkei, wenn sie alle Bedingungen erfüllen sollte. (35% wären in diesem - hypothetischen! - Fall dafür; nach dem gegenwärtigen Stand wären natürlich noch deutlich mehr dagegen). Warum soll diese Meinung nicht von einer politischen Partei vertreten werden? Ist die Meinung der Unionsbürger zur Frage einer Neuaufnahme nicht relevant?
c) Warum sollte ein Land ausgerechnet seinen emigrierten Bürgern zuliebe in die EU aufgenommen werden? (Faktisch ist es ja so, daß das Hauptmotiv für die verbreitete Ablehnung der Türkei in Deutschland und Österreich eher die hierher immigrierten Türken sind).
Zu (c): Seit wann wird als Grund fuer eine Aufnahme die Wohltat an die Emmigranten in die bisherige EU angefuehrt? Das Argument habe ich noch nie gehoehrt. Eher das Betreben, einen muslimisch dominierten Staat aufzunehmen, sobald er die Bedingungen erfuellt, um die Weltoffenheit der EU zu demonstrieren.
In der CDU dominiere antitürkischer Geist - so Michael Thumann. Ich nehme das anders wahr, was vielleicht an meiner Perspektive liegt: Ich wohne in Köln, wo CDU-OB Schramma sich an die Spitze einer protürkischen und promuslimischen Stimmung stellte, die im letzten Jahr so weit ging, dass jeder, der dem Islam wegen dessen Menschenrechtsdefiziten kritisch gegenüberstand und deshalb Vorbehalte gegen den Moscheebau in Ehrenfeld hatte, in die Nähe von Nazis gerückt wurde. Demonstranten wollten die Stadt mit Gewalt "nazifrei" machen, was so klingt wie "keimfrei". Und "islamkritikfrei" soll gefälligst der Westen werden, so jedenfalls habe ich den Fall Rasmussen verstanden: Wer Islamkritik in seinem Land billigt, hat keine reine Weste mehr. Religionskritik aber gehört seit Winckelmann zu unserer deutschen Kultur und ich werde nie aufhören, Goethes antichristliche Ballade "Die Braut von Korinth" hoch zu schätzen. Diese religionskritische Tradition darf nicht verschütt gehen wie das Kölner Stadtarchiv!
Na und ?
Soll die Türkei uns böse sein. Was verlieren wir, wenn die Türkei auf eine privilegierte Partnerschaft reduziert bleibt?
5-10 Millionen Zuwanderer weniger.
3,4 Mio Türken sind genug. Solange die nicht integriert sind (und die wenigsten werden sich integrieren), gibt es keinen Neubedarf.
Noch mehr Rütli-Schulen? Noch mehr turko-islamische Ghettos? Die von Köln und Berlin sind genug.
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf unnötige Polemik und herabwürdigende Pauschalisierungen. Die Redaktion/jk)
Sie haben eine ziemlich national beschraenkte Denkweise.
Natuerlicherweise sind die Emmigranten nicht diejenigen, denen es in der Tuerkei besonders gut geht, sondern, die die sich in Deutschland ein besseres Leben erhoffen. Also eher bildungsferne Schichten. Dazu kommt, dass sie im Schnitt konservativer eingestellt sind, als die Tuerken in der Tuerkei. Wuerden sie stattdessen dort leben, haette die Tuerkei ebenfalls ein paar Probleme mehr am Hals, auch wenn es eher nicht um Integration ginge.
Eine prinzipielle Ablehnung der Tuerken durch Regierungsparteien hemmt die Integration in Deutschland erst recht. Dazu kommt eine Verschlechterung des politischen Klimas zwischen den beiden Laendern und eine Hinauszoegerung der Chance der EU, Weltoffenheit zu zeigen, indem auch muslimisch dominierte Staaten ein Platz geboten wird, sobald sie die Bedingungen erfuellen.
Das wuerde wiederum die Kompetenz der EU im nahen Osten vergroessern, da sie dann nicht nur "westliche" Staaten beinhielte usw.
Eine positive Stimmung gegenueber der Tuerkei wuerde auch motivierend fuer sie wirken, Reformen in Gang zu setzen, um in absehbarer Zeit die Bedingungen zu erfuellen. Ausserdem hiesse ein Erfuellen der Bedingungen ja nicht nur eine Aufnahme in die EU, sondern auch eine Verbesserung der Zustaende in der Tuerkei. Ich weiss nicht, wie man das nicht fuer erstrebenswert halten koennte. Aber solange aus der EU regelmaessig Stimmen erklingen, die die Aufnahme der Tuerkei prizipiell ablehnen, faellt es den dortigen Politikern zurecht schwer, der Bevoelkerung den Beitritt und die dazu noetigen Veraenderungungen schmackhaft zu machen. Oder anders gesagt: Politiker, die der EU kritisch gegenueber stehen, gewinnen dort an Aufwind.
Aber wie schon einige Vorredner erwaehnten, spiegeln die Aeusserungen der konservativen Parteien die Stimmung der Bevoelkerung wieder und sind daher legitim.
Ich frage mich aber, wie hier 18 Leute ihren Kommentar mit durchschnittlich 4 Sternen bewerten koennen. Offensichtlich gibt es auch im vergleichsweise liberalen Zeitforum eine breite Intoleranz gegenueber der Tuerkei. Sie kriegen von mir einen Stern.
[Gelöscht. Bitte versuchen Sie, zu einer sachlichen Diskussion dieses Themas beizutragen. Persönliche Angriffe und Beleidigungen sind hier nicht erwünscht. Danke. /Die Redaktion pt.]
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