eSports Sportlicher Wettkampf, nicht Ballerei
In Erfurt fanden gerade die Schulmeisterschaften in eSport statt - in Computersport. Die Veranstalter sehen die politische Debatte als Chance aufzuklären
Auf die Prüfung am Samstag hatten sich die Schüler an der IT-Schule (ITS) in Stuttgart akribisch vorbereitet. Die angehenden Abiturienten verbrachten etliche Stunden mit dem Videostudium. Es herrschte Respekt – vor der eSports Schulmeisterschaft, die am Wochenende in Erfurt stattfand.
Kurz vor den Abiturprüfungen stand für die Stuttgarter eine Bewährungsprobe an, die zumindest von den Mitschülern mit Interesse verfolgt wurde. Am Samstag und Sonntag spielten vier Schulen im Programm der Publikumsmesse Kinder-Kult ihren neuen deutschen Meister aus. Veranstalter ist der Kölner Computerspiele-Ligenbetreiber Turtle Entertainment, der seit 2007 den Titel vergibt. "Mit der Schulmeisterschaft wollen wir zeigen, dass wir Impulse für einen verantwortlichen Umgang mit Computerspielen an Schulen geben", sagt Adrian Weiß, Sprecher des Wettbewerbs.
Es ist ein Turnier in einem gesellschaftlich schwierigen Umfeld. Erinnert es doch an die medialen Diskurse, die nach jedem Gewaltexzess eine Verbindung zwischen Games und Gewalt herstellen. 2002 hatte der Amokläufer Robert Steinhäuser, ein Fan des Ego-Shooters Counter Strike, 16 Menschen an der Erfurter Johannes-Gutenberg-Schule massakriert. Auch nach der jüngsten Amok-Tat von Winnenden waren die Zockereien wieder das Thema vieler Auseinandersetzungen.
Dieses Mal aber hatte das Spielen prominente Unterstützung. "Gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion halte ich einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Phänomen Computerspiele für besonders wichtig", sagt Thüringens Verkehrs-, Bau- und Medienminister Gerold Wucherpfennig. Die Politik müsse sich beim Thema Medienkompetenz einmischen, aber eben auch die positiven Aspekte fördern. Der Unionspolitiker übernahm daher die Schirmherrschaft für das eSport-Turnier. "Teamgeist, logisches und strategisches Denken, Kreativität und die Kommunikationsfähigkeit können zweifelsohne durch den virtuellen Sport gestärkt werden", sagt Wucherpfennig. Es gewinne auch die soziale Kompetenz.
Neben dem Sieger der ersten beiden Jahre aus Bonn und der Stuttgarter ITS kamen noch eine Gruppe vom Max-Planck-Gymnasium in Saarlouis und vom Johann-Schöner-Gymnasium in Karlstadt am Main. "Wir hätten auch locker ein, zwei Busse Fans mitnehmen können", sagt der Stuttgarter Teamchef Patrick Luik, 19 Jahre alt – doch so weit etabliert ist der eSport an Schulen nicht, dass die Lehranstalten entsprechende Fanfahrten sponsern könnten.
Minister Wucherpfennig hält es für positiv, wenn die Computerspiel-Wettkämpfe an Schulen verankert werden und es zu einem medienpädagogisch geleiteten Dialog zwischen Schülern und Lehrern kommt. Doch in der Realität ist es kaum so weit. 31 Teams haben an den Vorrunden zur Qualifikation mitgewirkt. Nicht viel in einem Land, in dem mehr als neun Millionen Schüler an allgemeinbildenden Schulen lernen.
Adrian Weiß vom Veranstalter Turtle sagt, dass es in den Kollegien erhebliche Vorbehalte gegenüber dem Projekt gibt. "Wir gehen direkt an die Schulen und sprechen darüber, wie man das Thema in den Unterricht einbinden kann." Doch viele Direktoren bezweifelten den Wert von digitalen Spielen.
- Datum 13.05.2009 - 12:16 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Nachdem es hier schon wieder steht, und selbst hier, Bildzeitungsmist nachplappert wird......
Steinhäuser hatte zwar das Spiel, mochte es jedoch nicht!
Ich hab nichts gegen den Artikel, nur vertreten einige unserer Volksvertreter die Meinung, mit einem Verbot solcher Spiele, ließen sich solche Taten verhindern.
Ich finde es nicht optimal, wenn Bild "Wahrheiten" irgendwann als allgemein gültig akzeptiert werden.
so soviel dazu...
(Und zu unseren Politikern... wie überall, wer mit Leistung nicht überzeugen kann, muss mit Schwachsinn verwirren.)
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