Europa-Wahl

"Abendland in Christenhand"

Europas Traditionsparteien haben kein Interesse an den Wahlen zum EU-Parlament. Umso mehr dafür die Rechtspopulisten. Die werben mit dumpfen Parolen. Beispiel Österreich

Europas Rechtsaußen unter sich: Heinz-Christian Strache (r.) von der österreichischen FPÖ und Filip Dewinter von der belgischen Partei Vlaams Belang agitieren gegen Moscheen in Europa  (Antwerpen, Januar 2008)

Europas Rechtsaußen unter sich: Heinz-Christian Strache (r.) von der österreichischen FPÖ und Filip Dewinter von der belgischen Partei Vlaams Belang agitieren gegen Moscheen in Europa (Antwerpen, Januar 2008)

"Dies Österreich ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält..." Friedrich Hebbel

Als der norddeutsche Dramatiker und Wahlwiener Friedrich Hebbel, ein knappes Jahr vor seinem Tod, auf diese vieldeutige Weise Österreichs Rolle auf dem Globus beschrieb, tat er das in Zuneigung für die damals an Bedeutung verlierende zentraleuropäische Großmacht und voller Respekt. Der unheimliche prophetische Gehalt war freilich damals, anno 1862, noch nicht so deutlich zu erkennen.

Heute ist das einfacher. Hebbels idyllisches Bild vom Laboratorium Österreich muss man aktuell als dringende Warnung lesen, auch wenn sie vielleicht schon zu spät kommt. Passt auf, was in Österreich passiert, kann auch bei euch passieren: von politischer Einfalt über Rechtspopulismus und Xenophobie zu Europaverdruss und Demokratiemüdigkeit. Alles, was da gerade probiert wird, kann überall zum Erfolg werden.

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Zum Beispiel demnächst, bei der Europawahl. Nur 21 Prozent der Österreicher, die neuerdings ab dem 16. Geburtstag wahlberechtigt sind, haben derzeit die Absicht, an der Europawahl am 7. Juni teilzunehmen. Dieses Umfrageergebnis von Anfang April sorgte für viel Aufmerksamkeit, vor allem unter den zwar nicht mehr ganz so großen, aber immer noch führenden Volksparteien der rechten und linken Mitte. Und dies nicht nur in Österreich. Vom flächendeckenden Desinteresse an Europa im Allgemeinen und der Politik im Besonderen sind die Traditionsparteien in Wien wie auch in anderen Hauptstädten betroffen. Sie scheinen dabei zu übersehen, dass sie selbst zu dieser fatalen Entwicklung beigetragen haben. Ihr Machtanspruch, ihre Bürgerferne, vor allem auch ihre entschlossen gegen alle Herausforderungen verteidigte Selbstbedienungs- und Privilegienmentalität waren und sind die Basis für den Aufstieg jener populistischen Provokateure, die ihnen heute in fast allen europäischen Staaten von Wahl zu Wahl mehr Angst einjagen.

In Österreich sind es die beiden Rechtsparteien, die der im vergangenen Jahr tödlich verunglückte Jörg Haider hinterlassen hat, die jetzt bei der Europawahl wieder vom Frust der entfremdeten Bürger entscheidend profitieren dürften. Die Politikmüden und Enttäuschten bleiben daheim, die Zornigen gehen an die Urnen. Das ist die Mischung, die drastische Wahlergebnisse schafft.

Gespräche in Wien, geprägt von Resignation oder Defätismus, bestenfalls von Ironie oder Spott: Die politische Mitte, das hört man immer wieder, werde weiter bröckeln, die Rechten – Jörg Haiders zerstrittene Erben – hätten unveränderten Zulauf. Die demokratischen Volksparteien, die in Österreich seit ein paar Jahren wieder in einer kleinen "Großen Koalition" regieren, "die Roten" und "die Schwarzen", würden es auch nicht besser verdienen. Denn abgesehen von allen Fehlern und Versäumnissen, die sie sich in der Politik insgesamt leisteten: Dass Europa als Projekt sie wirklich interessierte, das ließen Sozialdemokraten und Christdemokraten nicht erkennen. Faszination für Europa geht von ihnen in der Tat nicht aus.

Von den Rechten auch nicht. Aber dafür umso mehr Wirkung. Die Wahlwerbung der Rechtspopulisten um FPÖ-Chef Heinz-Christian ("H-C") Strache ist eine makabre Erfolgsmischung vom Stil der Billigketten: primitiv, derb, eingängig, angepriesen in politischer Stammtischlyrik für Grobschmecker. Kostproben: "Echte Volksvertreter statt EU-Verräter". "Für Österreich da, statt für EU & Finanzmafia". "Soziale Wärme statt EU für Konzerne". "Abendland in Christenhand". Und dazu das Motto zum 7. Juni: "Tag der Abrechnung." Man ahnt, warum "der H-C", Held vor allem der männlichen Jungwähler, für viele Rechte Österreichs der Hoffnungsträger für ein berlusconisiertes Europa ist und zum Alptraum der etablierten und erschöpften Demokraten wurde.

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Leser-Kommentare

  1. Echte Volksvertreter statt EU-Verräter". "Für Österreich da, statt für EU & Finanzmafia". "Soziale Wärme statt EU für Konzerne".

    Damit das gleich klar ist : hier spricht ein langjährig studierter Mensch, der auf 4 Kontinenten gelebt und gearbeitet hat, überzeugter Demokrat und fern von rassistischen Ressentiments.

    Aber auch ich fühle mich von deutschen Politikern in ihrer Europa-Politik verraten. Auch ich wünsche mir ein zunächst eine deutschfavorisierende Europapolitik anstelle von langfristigem Kalkül von Absatzmärkten und "gemeinsam sind wir stark-Ideologien", die sich bisher nie bewahrheitet haben, weil unsere "Freunde" nicht nach den gleichen Regeln spielen. Auch ich wünsche mir mehr Mittelstand als Multinationale.
    Kurz : ich bin überzeugt, daß die Vertretung nationaler Interessen durch Diplomaten zu besseren Kompromissen mit Nachbarstaaten führte, als der kleinste gemeinsame Nenner eines heute schon zu großen Europas. Das hat für Deutschland jedenfalls zwischen 49 und 90 hervorragend funktioniert.

    Ich sehe den Schaden, verstehe aber den zukünftigen Nutzen der Entwicklung der letzten 20 Jahre nicht. Ich habe alle VWL, BWL und kulturellen Rechnungen aufgemacht - am Ende steht Deutschland immer als Verlierer da.

    Daher distanziere ich mich davon, schlichten Parolen hinterherzulaufen. Ich bin aber mit vielen Zielen der "Rechtsparteien" einverstanden.
    Es wäre Zeit, daß die demokratischen Volksparteien das Ohr wieder ans Volk legen und sich deren Willen zu eigen machen, anstelle einer eigenen Agenda zu folgen.

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    Finde, dass wir in D. nicht die alten Fehler mehrmals wiederholen sollten.
    Vor 1914 war Deutschland international mächtig, aber dem Volk (Mehrheit) ging es sehr schlecht. Die ungerechte Politik im Inneren führte zu einer aggressiven Politik nach Außen. Dann Krieg, dann Weimar mit Kriegsfolgelasten und Unverstand auch im Ausland (man unterstützte die deutschen Demokraten nicht), dann Hitler-Faschismus, übrigens stärker als man denkt aus ausländischen Kassen gesponsert. Folgen sind bekannt. Auch Aufbau Ost, sehr teuere Angelegenheit, ist, streng genommen, auch noch Folge des von Hitler begonnenen und verlorenen zweiten Weltkrieges.
    Heute stehen wir vergleichsweise gut da. Wo wir schlecht stehen, sind wir meist selbst schuld. Niemand hat sog. dt. Top-Banker gezwungen die "toxischen Papiere" zu kaufen. Niemand hat Deutschland gezwungen, Scheckbuch-Außenpolitik zu betreiben Das machten und machen nur unsere eigenen polit. Großkotz (bspw. Kohl und Genscher, natürlich auch die danach). So gesehen ist unser Beitrag an EU und UNO sicher überhöht. Die Entwicklungshilfe bspw. ist es jedoch definitiv nicht.
    Wenn man als Exportnation weiter erfolgreich bleiben will, darf man nicht kleinlich sein, muss mal was für die "Kundschaft" tun, sonst tun es halt andere. Die Boulevard-Presse spielt halt immer wieder mal so eine Story hoch, weiss aber nichts über die Zusammenhänge.Wenn der OB einer Weltstadt bspw ein Imker mit Leib und Seele ist, und man macht ihm in diesem Zusammenhang ein kleines Geschenk, kann das durchaus etwas bewirken. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Das gilt im Privaten wie im Geschäftlichen. Und wer keine kleinen Laster hat, hat schon gar keine Tugenden.
    Auch ich bin ein leidenschaftlicher Anhänger der KMU-Unternehmer und -unternehmen. Mittelstand ist sehr wichtig. Aber es geht eben nicht ohne die großen Flaggschiffe der Wirtschaft. Eine Ein-Mann-Klitsche kann kein neues Medikament entwickeln und auch keine Großanlage. Man sollte auf dem Teppich bleiben.
    Unsere wirklichen Probleme liegen u. a. darin, dass wir zuviel Bürokratie haben, die uns die Haare vom Kopf frisst, zuviel Regelungsdichte, ein zu kompliziertes Steuerrecht, eine zu hohe Abgabenbelastung derjenigen, die Einkommen erzielen. Und hier kommt ein Vorschlag ins Spiel, dass man alle Einkommensarten gleich besteuert ( Kirchhoff). Dies ist derzeit nicht der Fall.
    Leute mit hohen Einkommen und Vermögen haben steuerlich sehr viele Absetzungsmöglichkeiten, während der Normal-Arbeitnehmer nach Tabelle "rasiert" wird. Darüber hinaus haben viele Gruppen der Gesellschaft teilweise unverdiente Privilegien, die auch Geld kosten. Denn andere müssen dafür "löhnen". Heute erleben wir, dass eine der bestbezahltesten Akademikergruppen ( niedergelassene Ärzte) hierzulande den größten Lärm machen, während man Beschäftigten bei Daimler und Bosch die Löhne kürzt. den Milchbauern zumutet, für 22 Cent einen Liter Milch zu erzeugen usw.
    Sicher, es gibt viele Baustellen hierzulande. Aber selbst wenn ich nach Schweden; Irland oder die Schweiz schaue, erkenne ich, dass es dort den Normalbürgern nicht erkennbar besser geht und die hatten keine zwei Weltkriege zu verkraften wie D.. Irland wurde mit viel EU-Geld hochgepäppelt, stand einige Jahre top da(!!), dann hat man aber die errungenen Erfolge leichtfertig "verzockt".
    Was mich, ehrlich gesagt, hierzulande am meisten anwidert, ist folgendes:
    Einige Jungpolitiker, die meist von der UNI direkt ins Parlament kamen, mißgönnen älteren Menschen ihre Renten.
    Sicher beantwortet jeder Einzelne die Frage, was gerecht ist, von seinem jeweiligen Standpunkt und Interesse her. Aber man sollte Lebensleistung anerkennen und auch akzeptieren, dass es in einer Gesellschaft gewisse Verläßlichkeit und Konstanten geben muß.
    Vor allem sollte der Staat zu seinem "Wort" stehen. Denn eine "wortbrüchige" Gesellschaft ist eine ohne Ehre.

    Ich finde diese Abwertung von berechtigter Kritik an Europa als Dummheit von unifomierten Rechten für falsch. Mit demselben Disclaimer, ich bin liberal, global und multikulturell halte ich die Slogans auch für diskussionwürdig. Die EU ist meiner Ansicht ein postdemokratisches Konstrukt, das den Interessen der Grosskonzerne und Finanzmärkten dient. Ich habe mir die Mühe gemacht in die sog. Verfassung den Begriff Freiheit zu analysieren. 15 Mal war letzlich Wirtschaftsfreiheit im Sinne von Deregulierung gemeint, die uns die heutigen Probleme gebracht hat, einmal schwammig die Bürgerfreiheit als Tautologie formuliert.
    An dieses undemokratische Konstrukt haben wir zuviele Rechte abgegeben.
    Die repräsentive Demokratie unsere Parlamente vertritt kaum mehr die Bürger sondern im wesentlichen Spezialinteressen die zu einer beispiellosen Verkleinerung der Mittelschicht geführt hat. Ich wünsche mir mehr direkte Demokratie wie in der Schweiz und weniger Macht in Europas Hinterzimmern. Global denken. Lokal handeln.

    • 29.04.2009 um 20:46 Uhr
    • Witan

    selber ein Bild machen, welche Partei für sie/ihn bei der EU-Wahl in Frage kommt.
    http://euprofiler.eu/
    Überraschungen sind aber fast vorprogammiert.
    Je mehr Herr Perger schäumt und zetert, desto besser für das Land.

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    Hallo Witan

    Es ist jetzt gut eine Woche her, dass ich diesen Test gemacht habe. Über meine "Testergebnisse" bin ich noch nicht hinweg gekommen. Bei diesem Test beantwortet man Fragen zur retributiven Gerechtigkeit (etwa "Sollten Verbrecher härter bestraft werden") und wird schlussendlich auf einer Skala zur distributiven Gerechtigkeit eingestuft. Wie kann das nur klappen?

    Hinzu kommt: Wenn man meint, dass das Projekt der EU zur zeit in die falsche Richtung läuft, muss man die Nazis wählen! Was ist denn da schief gelaufen? Der Test, oder die EU?

    Ist beim erstellen des Tests nicht aufgefallen, dass die Achsen sehr merkwüdig gewählt sein müssen, wenn der linke untere Quadrant leer ist? Sagt das was über den Test, über die EU oder über mich? (Wer mich nicht versteht, muss wahrscheinlich den Test, den Witan verlinkt hat anschauen).

    Kann man denn nicht gegen die schlechte Umsetzung der guten Idee eines geeinten Europas sein, ohne ein Nazi zu sein? Ich bin schockiert!

    Und ich weiß wirklich nicht, was ich wählen soll! Niemals die DVU! Aber was dann?

    • 29.04.2009 um 21:05 Uhr
    • Daaje

    Hallo Witan

    Es ist jetzt gut eine Woche her, dass ich diesen Test gemacht habe. Über meine "Testergebnisse" bin ich noch nicht hinweg gekommen. Bei diesem Test beantwortet man Fragen zur retributiven Gerechtigkeit (etwa "Sollten Verbrecher härter bestraft werden") und wird schlussendlich auf einer Skala zur distributiven Gerechtigkeit eingestuft. Wie kann das nur klappen?

    Hinzu kommt: Wenn man meint, dass das Projekt der EU zur zeit in die falsche Richtung läuft, muss man die Nazis wählen! Was ist denn da schief gelaufen? Der Test, oder die EU?

    Ist beim erstellen des Tests nicht aufgefallen, dass die Achsen sehr merkwüdig gewählt sein müssen, wenn der linke untere Quadrant leer ist? Sagt das was über den Test, über die EU oder über mich? (Wer mich nicht versteht, muss wahrscheinlich den Test, den Witan verlinkt hat anschauen).

    Kann man denn nicht gegen die schlechte Umsetzung der guten Idee eines geeinten Europas sein, ohne ein Nazi zu sein? Ich bin schockiert!

    Und ich weiß wirklich nicht, was ich wählen soll! Niemals die DVU! Aber was dann?

    Antwort auf "Hier kann sich jeder"
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    Niemals DVU wählen?   Chien.Sibelois

    Dann schlafen Sie ruhig weiter und lassen sich von den Europa-Extremisten der Mitte weismachen, daß alle DVU-Wähler Nazis sind.

    Kann man denn nicht gegen die schlechte Umsetzung der guten Idee eines geeinten Europas sein, ohne ein Nazi zu sein? Ich bin schockiert!

    Und ich weiß wirklich nicht, was ich wählen soll! Niemals die DVU! Aber was dann?

    Bin genauso ratlos!
    Leider hat es Libertas nicht geschafft rechtzeitig die nötigen Unterschriften zu bekommen. Da hätte ich gewusst was ich wähle. Aber so?

  2. Finde, dass wir in D. nicht die alten Fehler mehrmals wiederholen sollten.
    Vor 1914 war Deutschland international mächtig, aber dem Volk (Mehrheit) ging es sehr schlecht. Die ungerechte Politik im Inneren führte zu einer aggressiven Politik nach Außen. Dann Krieg, dann Weimar mit Kriegsfolgelasten und Unverstand auch im Ausland (man unterstützte die deutschen Demokraten nicht), dann Hitler-Faschismus, übrigens stärker als man denkt aus ausländischen Kassen gesponsert. Folgen sind bekannt. Auch Aufbau Ost, sehr teuere Angelegenheit, ist, streng genommen, auch noch Folge des von Hitler begonnenen und verlorenen zweiten Weltkrieges.
    Heute stehen wir vergleichsweise gut da. Wo wir schlecht stehen, sind wir meist selbst schuld. Niemand hat sog. dt. Top-Banker gezwungen die "toxischen Papiere" zu kaufen. Niemand hat Deutschland gezwungen, Scheckbuch-Außenpolitik zu betreiben Das machten und machen nur unsere eigenen polit. Großkotz (bspw. Kohl und Genscher, natürlich auch die danach). So gesehen ist unser Beitrag an EU und UNO sicher überhöht. Die Entwicklungshilfe bspw. ist es jedoch definitiv nicht.
    Wenn man als Exportnation weiter erfolgreich bleiben will, darf man nicht kleinlich sein, muss mal was für die "Kundschaft" tun, sonst tun es halt andere. Die Boulevard-Presse spielt halt immer wieder mal so eine Story hoch, weiss aber nichts über die Zusammenhänge.Wenn der OB einer Weltstadt bspw ein Imker mit Leib und Seele ist, und man macht ihm in diesem Zusammenhang ein kleines Geschenk, kann das durchaus etwas bewirken. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Das gilt im Privaten wie im Geschäftlichen. Und wer keine kleinen Laster hat, hat schon gar keine Tugenden.
    Auch ich bin ein leidenschaftlicher Anhänger der KMU-Unternehmer und -unternehmen. Mittelstand ist sehr wichtig. Aber es geht eben nicht ohne die großen Flaggschiffe der Wirtschaft. Eine Ein-Mann-Klitsche kann kein neues Medikament entwickeln und auch keine Großanlage. Man sollte auf dem Teppich bleiben.
    Unsere wirklichen Probleme liegen u. a. darin, dass wir zuviel Bürokratie haben, die uns die Haare vom Kopf frisst, zuviel Regelungsdichte, ein zu kompliziertes Steuerrecht, eine zu hohe Abgabenbelastung derjenigen, die Einkommen erzielen. Und hier kommt ein Vorschlag ins Spiel, dass man alle Einkommensarten gleich besteuert ( Kirchhoff). Dies ist derzeit nicht der Fall.
    Leute mit hohen Einkommen und Vermögen haben steuerlich sehr viele Absetzungsmöglichkeiten, während der Normal-Arbeitnehmer nach Tabelle "rasiert" wird. Darüber hinaus haben viele Gruppen der Gesellschaft teilweise unverdiente Privilegien, die auch Geld kosten. Denn andere müssen dafür "löhnen". Heute erleben wir, dass eine der bestbezahltesten Akademikergruppen ( niedergelassene Ärzte) hierzulande den größten Lärm machen, während man Beschäftigten bei Daimler und Bosch die Löhne kürzt. den Milchbauern zumutet, für 22 Cent einen Liter Milch zu erzeugen usw.
    Sicher, es gibt viele Baustellen hierzulande. Aber selbst wenn ich nach Schweden; Irland oder die Schweiz schaue, erkenne ich, dass es dort den Normalbürgern nicht erkennbar besser geht und die hatten keine zwei Weltkriege zu verkraften wie D.. Irland wurde mit viel EU-Geld hochgepäppelt, stand einige Jahre top da(!!), dann hat man aber die errungenen Erfolge leichtfertig "verzockt".
    Was mich, ehrlich gesagt, hierzulande am meisten anwidert, ist folgendes:
    Einige Jungpolitiker, die meist von der UNI direkt ins Parlament kamen, mißgönnen älteren Menschen ihre Renten.
    Sicher beantwortet jeder Einzelne die Frage, was gerecht ist, von seinem jeweiligen Standpunkt und Interesse her. Aber man sollte Lebensleistung anerkennen und auch akzeptieren, dass es in einer Gesellschaft gewisse Verläßlichkeit und Konstanten geben muß.
    Vor allem sollte der Staat zu seinem "Wort" stehen. Denn eine "wortbrüchige" Gesellschaft ist eine ohne Ehre.

  3. profitieren die extremistischen Parteien davon.
    Man muss sich doch nicht wundern, dass niemand mehr Lust hat, die Parteien zu wählen, die Europa abseits von Demokratie vorangetrieben haben. Kein System kann auf Dauer bestehen, wenn es ohne Beteiligung der Menschen verwirklicht worden ist. Angesichts der Finanzkrise sollten doch die im EP vertretenen Partein etwas Reue dafür zeigen, die Deregulierung im Binnenmarkt zugelassen zu haben. Aber keine Spur: Sie erwarten einfach, wieder gewählt zu werden. Dieser Arroganz werden viele eine Nase drehen, indem sie Parteien wählen werden, die sie in nationalen Wahlen nie wählen würden. Damit verkommt die so wichtige Europawahl zu einer Protestwahl.
    Harald Greib, newropeans

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich weiß nicht, ob Sie meinen Beitrag gelesen haben. Wenn ja, sollte es Ihnen erscheinen, als ob ich am exakt entgegengesetzten Spektrum zu Ihnen zu finden sein müsste. Ich habe mich aber auf Ihrer Website durchaus umgetan - und mit großem Vergnügen. Entweder scheint der Profiler-Test, den Witan verlinkt hatte, Ihnen/Ihrer Partei Unrecht zu tun, oder die beiden Enden der Achsen - das eine, an dem ich mich angeblich befinde, und das andere, an dem Sie sich vorgeblich befinden - sind sehr dicht bei einander.

    Mich würde Ihre Einschätzung zu diesem Thema sehr interessieren!

    • 29.04.2009 um 21:55 Uhr
    • Daaje

    Ich weiß nicht, ob Sie meinen Beitrag gelesen haben. Wenn ja, sollte es Ihnen erscheinen, als ob ich am exakt entgegengesetzten Spektrum zu Ihnen zu finden sein müsste. Ich habe mich aber auf Ihrer Website durchaus umgetan - und mit großem Vergnügen. Entweder scheint der Profiler-Test, den Witan verlinkt hatte, Ihnen/Ihrer Partei Unrecht zu tun, oder die beiden Enden der Achsen - das eine, an dem ich mich angeblich befinde, und das andere, an dem Sie sich vorgeblich befinden - sind sehr dicht bei einander.

    Mich würde Ihre Einschätzung zu diesem Thema sehr interessieren!

  4. Dann schlafen Sie ruhig weiter und lassen sich von den Europa-Extremisten der Mitte weismachen, daß alle DVU-Wähler Nazis sind.

    Antwort auf "Zermürbend"
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    Nazis   Daaje

    Ob die DVU Nazis sind, hängt sicherlich an der Frage, was ein Nazi ist. Ohne die Frage hier klären zu können oder zu wollen, kann ich aber sehr eindeutig sagen, dass ich mich der DVU nicht sehr nahe fühle. Auch, wenn mir der EU-Test anderes suggeriert. Hier habe ich mich heute zum "Multi-Kulti-Kuschelkurs" bekannt, und ich stehe dazu. Ob sich an dieser Frage Nazis von den Nicht-Nazis scheiden lasse ich - wie gesagt - unberücksichtigt. Alleine: Ich fühle mich der DVU sehr, sehr fern.

    Nach bestem Wissen versuche ich es zu vermeiden, mir etwas einreden zu lassen - und als schlafend mag ich mich auch nicht bezeichnen lassen. Wenn Sie aber Argumente beibringen könnten, die mir in der Wahlentscheidung helfen könnten, wäre ich nicht abgeneigt. Aber - verzeihen Sie - mich zu beleidigen hilft mir nicht.

    • 29.04.2009 um 21:58 Uhr
    • Witan

    Kann man denn nicht gegen die schlechte Umsetzung der guten Idee eines geeinten Europas sein, ohne ein Nazi zu sein? Ich bin schockiert!

    Und ich weiß wirklich nicht, was ich wählen soll! Niemals die DVU! Aber was dann?

    Bin genauso ratlos!
    Leider hat es Libertas nicht geschafft rechtzeitig die nötigen Unterschriften zu bekommen. Da hätte ich gewusst was ich wähle. Aber so?

    Antwort auf "Zermürbend"
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