Lehman-Papiere Sparkasse gesteht Beratungsfehler ein
Erneut hat eine Bank eingeräumt, ihre Kunden beim Verkauf von Lehman-Zertifikaten falsch beraten zu haben. Einige Anleger dürfen mit Entschädigungen rechnen
Die weit überwiegende Zahl der Anleger sei allerdings korrekt auf die Chancen und Risiken hingewiesen worden, teilte die Frankfurter Sparkasse am Montag mit. In "einigen wenigen wirtschaftlichen Härtefällen" habe man zudem aus Kulanz angeboten, sich am wirtschaftlichen Schaden zu beteiligen.
Die Fraspa war die aktivste Sparkasse Deutschlands beim Vertrieb der inzwischen fast wertlosen Zertifikate: Sie hatte rund 5000 Kunden Inhaberschuldverschreibungen der mittlerweile insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers verkauft. Zuvor hatte bereits die Hamburger Sparkasse Beratungsfehler eingeräumt und rund 1000 Kunden Entschädigungen angeboten. Die meisten Lehman-Zertifikate allerdings wurden von den Privatbanken Dresdner und Citi an deutsche Privatkunden verkauft.
"In einer sehr kleinen Zahl von Fällen mussten wir feststellen, dass die Beratung unsere Qualitätsstandards nicht erfüllt hat", stellte die Fraspa fest. Dafür übernehme man die Verantwortung. Zu genauen Kundenzahlen und Entschädigungssummen wollte sich ein Fraspa-Sprecher unter Hinweis auf die noch laufende Überprüfung nicht äußern. Diese sollte bis zum 30. April abgeschlossen sein.
Geschädigte Kleinanleger und ihre Anwälte halten der Fraspa eine nicht nachvollziehbare Entschädigungspolitik vor. Nach ihrer Einschätzung wird höchstens ein Drittel der Opfer ein Angebot in einer Spanne von 20 bis 70 Prozent erhalten.
- Datum 27.04.2009 - 16:47 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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