Mode Elitär trifft etabliert Seite 2/2
Das Berliner Designer-Trio QED klingt da etwas euphorischer. Julia Böge, eine der drei Frauen im Team, zieht ein positives Resümee zu ihrer Zusammenarbeit mit dem Warenhaus Karstadt. 2008 gehörten QED zu den vier Designern, die auf der Berliner Fashion Week um den zweiten Karstadt New Generation Award konkurrierten. 20 Outfits musste jeder der vier Finalisten aus eigener Tasche produzieren und auf den Laufsteg bringen. Dafür bekam der Gewinner das Privileg, eine exklusive Karstadt-Kollektion unter dem Namen "Concept by …" entwerfen zu dürfen. Berlins renommiertestes Nachwuchs-Label C.Neeon empfand diesen Vorschlag allerdings als Knebelvertrag und zog in der Vorsaison seine Beteiligung zurück.
QED ließen sich auf den Deal ein und präsentierten ihre Kollektion in zehn "Premiumhäusern" der Karstadtkette. Dort hing ihre schlichte schwarze Männermode eingezwängt zwischen Angestellten-Anzügen und Camel-Active-Ausrüstungen. Davon abgesehen kann Julia Böge die Bedenken von C.Neeon nicht teilen. Karstadt habe mit ihnen einen Vertrag über zwei Kollektionen abgeschlossen, für den sie unabhängig von den Verkäufen eine feste Summe bekamen. Mit diesem Kapital konnten sie zwei eigene QED-Kollektionen produzieren. Der Preis habe ein enormes Medienecho hervorgerufen und ihr Label in Deutschland neue Verkaufsstellen gewinnen können, sagte Böge. Sie findet auch, dass der Konzern sensibel mit ihrem Image als Modemacher umgegangen sei.
Die alten Zossen werden auch in der Zukunft die Zugpferde der Branche sein. Aber den Mythos Mode, von dem sie profitieren, machen die jungen Reiter aus. Die werden dann aber längst um- oder abgesattelt haben. Und ob wir in 20 Jahren noch Herrengarderobe von Matthew Williamson tragen werden, entscheidet sich bestimmt nicht heute bei H&M.
- Datum 28.04.2009 - 15:08 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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